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Broken Age: Special

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Broken Age: Akt 2

Das Finale des Adventures knüpft nahtlos an das Ende des ersten Aktes an. Vella hat Mog Chotra zu Fall gebracht - und damit das vermeintliche Raumschiff von Shay - und wird kurz darauf zur unfreiwilligen Housesitterin. Nun ist sie in dem gigantischen Fluggerät gefangen und Shay darf sich in Vellas Märchenwelt in Abenteuer stürzen. Im Verlauf der Handlung werden die meisten Mysterien rund um die Mädchenentführungen und Shays Babysitter-artiger Bord-KI gelöst.

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Bei der ersten Folge musste sich Double Fine Productions noch herbe Kritik aufgrund viel zu einfacher Rätsel anhören. Nun, an diesem Punkt wurde in Akt 2 definitiv nachgebessert, aber nicht unbedingt zum Guten. Vielmehr sehen wir uns jetzt mit dem anderen Extrem konfrontiert. Frustrierend schwere Entknotungs- und Verkabelungsaufgaben trieben uns nicht nur einmal fast an den Rand des Wahnsinns. Manches Mal waren wir aber selbst schuld, da wir schlicht die Spielumgebung nicht aufmerksam genug untersuchten - andernfalls hätten wir durchaus den einen oder anderen nützlichen Hinweis entdecken können. Manchmal ist es gar erforderlich, zum anderen Hauptcharakter umzuschalten, um dort die nötige Info zu bekommen. Lange her übrigens, dass wir für ein Adventure fast zwei Papierseiten mit Notizen vollkritzelten, um des Rätsels Lösung näherzukommen. Das wiederum macht Broken Age fast schon zu einer Rarität in der heutigen Zeit der viel zu seichten Rätselkost. Ihr merkt schon, wir sind extrem polarisiert, was aber einerseits an dem zu stark schwankenden Schwierigkeitsgrad an sich liegt und andererseits einer teils nervtötenden Designentscheidung geschuldet ist. Nicht selten mussten wir nämlich halbe Rätsel- und Dialogketten mehrmals über uns ergehen lassen, wenn wir an einer Aufgabe scheiterten. Das hätte intelligenter gelöst werden können.

Story- und humortechnisch wird einiges geboten. Ein Witzewettbewerb mit dem sprechenden Baum, das Lotsen eines Wartungsroboters via Bordkamera durchs ganze Raumschiff, das Agieren in der Schwerelosigkeit oder das Untersuchen verschiedener Gegenstände mit dem Analysebesteck sind nette Ideen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings ein paar langatmige Dialoge, ein immer noch teils ungewünscht auslösendes Inventar beim Absuchen von Schauplätzen und den einen oder anderen Kontinuitätsfehler. So finden wir als Shay einen Steckbrief mit Vellas Konterfei, den wir ihrer Familie zeigen, aber nur eine unglaubwürdige kurze Reaktion darauf erhalten. Kein "Hey, ich habe eure Tochter gesehen!" oder etwas in der Art. Das ist ähnlich schade wie die Tatsache, dass es kaum neue Gebiete ins Spiel geschafft haben.

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Fazit von Daniel Boll
Da ist er nun also, der lang erwartete zweite Akt. Mit reichlicher Verspätung hat Double Fine Productions ihn fertig gestellt, dafür aber in vielerlei Hinsicht Wort gehalten. Ja, er ist schwerer und länger als sein Vorgänger, bietet jetzt sogar eine optionale und gar nicht mal üble deutsche Vertonung. Aber so richtig stimmig wirkt das Gesamtpaket nicht. Freuten sich Einsteiger noch über die simplen Rätsel und ein schnelles Weiterkommen im ersten Akt, rennen sie in der finalen Folge wahrscheinlich gegen eine Puzzlewand aus Beton. Selbst mir als Adventure-Kenner war manch eine Aufgabe zu frustrierend und nur durch Herumprobieren lösbar. Auch finde ich das Ende von Broken Age nicht schlüssig und frage mich, ob es das wirklich schon gewesen sein soll. Das Spiel kommt mir vor, als hätte es den Machern zuletzt an Geld, Zeit und/oder Lust gefehlt.

Dennoch: Für 22,99 Euro bekommt ihr ein solides, humorvolles Märchen mit Science-Fiction-Elementen und immer noch einzigartig wirkendem Grafikstil. Adventure-Fans, die das unausgewogene Rätseldesign verkraften können, dürfen gerne zugreifen. Für den zweiten Akt benötigte ich rund 7 1/2 Stunden, was eine Gesamtspieldauer von circa 11 Stunden ergibt.

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Daniel Boll am 21 Mai 2015 @ 23:03
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