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MMORPG: Special 2005

  Personal Computer 


Welche Bühne soll´s sein?

Echte Schauspieler müssen sich natürlich auch überlegen, ob sie im kleinen Theater den Kasper für 50 leuchtende Kinderaugen spielen, oder Oscar-verdächtige Heldenauftritte vor einem Massenpublikum bevorzugen. In Spielen sind wir meist das, was uns sonst nicht möglich ist: Also willkommen auf der grossen Showbühne der Welt! Kasperletheater können andere spielen. Wir wetzen Schwert und Dolch, schnüren die Wanderstiefel und kennen keine Angst, selbst nicht vor den grausigsten aller Monster. Drei aktuelle Spiele, auf die wir uns in diesem Special beschränken, liefern uns für unser Rollenspiel die besten Voraussetzungen. Welches davon euer Favorit ist, kann nur eine Frage des Geschmacks sein. Denn alle drei haben es in sich, bieten eine Fülle an Möglichkeiten und alle drei spielen mehr oder weniger in märchenhaften Fantasy-Welten.

Kandidat 1: Das weise Dark Age of Camelot

Auf der Basis skandinavischer und keltischer Mythologien schickt sich Dark Age of Camelot (kurz DAoC) an, immerhin ein gewisses Quentchen an historischem Background oder "Realismus" zu liefern. 2002 erblickte das MMORPG das Licht der Welt - nach dem erfolgreichen Ultima Online, eines der ersten MMORPGs überhaupt, ein neuer Lichtblick am Horizont. Die Qualität des Spiels, anfänglich noch von einigen Bugs beeinträchtigt, liess eine Fangemeinde heranreifen, die auch bis heute noch eine massive Grundlage für weitere Addons (Erweiterungs-CDs) bildet. 250.000 verkaufte Spiele allein in Europa und 140.000 registrierte Kunden, die brav ihre monatliche Spielgebühr bezahlen. Nicht schlecht. Kein Wunder also, dass Hersteller Mythic Entertainment ordentlich Kohle mit zusätzlichem modernisierten Spielmaterial scheffelt. Drei offizielle Erweiterungen sind derzeit erhältlich: Shrouded Isles, Trials of Atlantis und Catacombs. Andere Erweiterungen, wie beispielsweise die Housing Zone für eigene Grundstücke und Häuser, können einfach heruntergeladen werden.

MMORPG Bild
Kleiner Mann ganz gross: auch kleine Kobolde können in DAoC gefährlich sein.


In den letzten zwei Jahren hat sich eine Menge getan im DAoC-Universum. Zwar geht der Kampf zwischen den drei Reichen Albion, Midgard und Hibernia unermüdlich weiter, das aber mit immer besser werdender Optik und einer Welt, deren Grösse alles in den Schatten stellt. Ober- und unterirdisch geht es in DAoC heftig zur Sache. Entweder im eigenen Reich zum Training der Spielfigur, oder beim Lernen eines Handwerksberufs, oder auf den Schlachtfeldern zwischen den Reichen. Darauf legt Mythic grossen Wert: Es soll in den Spieler-gegen-Spieler-Schlachten (Player versus Player=PvP) immer etwas zu tun geben, damit´s nach dem Erreichen der höchsten Spielstufe für eine Spielfigur nicht langweilig wird. Das kostenlose Addon Frontiers hat dem Reich-gegen-Reich-System (RvR) nochmals die Krone im MMORPG-Universum aufgesetzt und bietet nun richtige Festungsanlagen, zusammen mit der Möglichkeit diese mit Katapulten einzunehmen, zu besetzen und magische Relikte anderer Reiche zu stehlen. Hier ist für gutes Gelingen der Schlachten echtes Zusammenspiel gefragt. Gewinnt ein Reich eine solche Schlacht, erobert Festungen und Relikte, profitieren alle anderen Spieler des eigenen Reiches von Bonuspunkten. Solange, bis der beklaute Widersacher zum Gegenschlag ausrückt und das Schauspiel von vorn losgehen kann. Die einen nennen es simples Festungs-Ping-Pong, die anderen freuen sich, dass das PvP-System wenigstens in DAoC so weit ausgereift ist. Klarer Punkt für Dark Age of Camelot.

Zur Wahl stehen 18 Rassen (wie etwa Trolle, Elfen, Menschen, Zwerge, Kobolde oder Baumwesen) und zusammen mit allen Addons über 40 Klassen. Neben den Standard-Figurenmodellen wie Magier, Heiler oder Krieger, erfreuen in DAoC vor allem Besonderheiten, wie etwa die katzenartigen Wilden, geisterhafte Nekromanten oder die musikalischen Barden. DAoC bietet sehr komplexe Höhlensysteme. Aber vor allem die gigantischen Unterwasserwelten von Trials of Atlantis sind schon beinahe erdrückend - wer wirklich alles im Spiel kennen lernen und sehen will, wird Monate dafür brauchen.

In der Housing Zone könnt ihr Grundstücke erwerben, Häuser verschiedener Art und Grösse aufstellen und sie mit zahlreichen Einrichtungsgegenständen für Haus und Garten verschönern. Mitunter hat das seinen Zweck: Truhen ermöglichen beispielsweise das Lagern von gefundenen Gegenständen oder das hauseigene Feuer erleichtert das Schmieden.

Anfänger gibt es im Spiel kaum noch, dafür ist es schon zu lange auf dem Markt. Das bringt Nachteile mit sich: Zwar haben die Erweiterungs-Packs immer wieder für kleine grafische Faceliftings gesorgt, dennoch wirkt DAoC heute grafisch sehr solide, beeindruckt aber kaum noch mit spektakulären Effekten. Schöne realistische Wassereffekte haben ihren Reiz und auch die Animationen und Landschaften wirken im Vergleich mit anderen Spielen der Kategorie etwas seriöser und realistischer. Anfänger werden es mit DAoC allerdings schwer haben. Das Regelsystem ist mittlerweile bombastisch komplex, die spielerischen Möglichkeiten eine gnadenlose Herausforderung für den Quereinsteiger. Die Community "kennt sich" grösstenteils und eine gewisse Insider-Sprache verwirrt den DAoC-Debütanten vollends. Gut, dass es automatisierte Starter-Gilden gibt, in denen sich auch Neulinge untereinander austauschen und beraten können.

DAoC: Das mega-komplexe Urgestein unter den MMORPGs ist nicht tot zu kriegen. Warum auch? Ein ausgefeiltes PvP-System wecken Langzeitmotivation und Lust auf Neues zu entdecken. Davon gibt´s in diesem Spiel nämlich immer etwas. Spätestens mit dem Erscheinen des nächsten Addons.

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Thomas Richter am 22 Apr 2005 @ 21:28
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