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MMORPG: Special 2005

  Personal Computer 


Kandidat 2: Das schöne Everquest 2

Keine Frage: Everquest 2, der Nachfolger des legendären Everquest, braucht kein Make Up um schön zu sein. Hier stimmt die Optik: Ausgedehnte Landschaften erstrahlen mit den schönsten Oberflächentexturen und reflektieren Lichter, wie es sein soll. Wenn in Hafengebieten in der Ferne Leuchttürme ihren Lichtschein durch den sternengetränkten Nachthimmel werfen, das Wasser eine gewölbte Kopie des Horizonts darstellt, möchte man fast gar nicht mehr raus aus dem Spiel. Vor allem die riesigen Städte sind eine Augenweide. Schlösser, stilechte Häuser, Kanäle und eine lebensnahe Bevölkerung hauchen dem Spiel eine ganz eigene Anmutung ein.

Spielerfiguren und Monstermodelle haben immer einen Touch von "Render-Optik", d. h. echte 3-D-Modelle gewährleisten flexible Bewegungsphasen und profitieren dennoch von akkurater Oberflächendarstellung. Dafür wirken Gesichter ein wenig wie aus Knetmasse geformt. Grösster Nachteil: Die Rechenleistung des PCs muss ebenfalls mitspielen. Zwar lassen sich die grafischen Details in zahlreichen Optionsmenü bis zum geht nicht mehr drosseln, doch dann vermisst ihr schnell die Schönheit des Spiels und nehmt gerne auch mal ein Ruckeln in den Bewegungsabläufen in Kauf.

Wer Wert auf echtes Rollenspiel legt, also auch tatsächlich seine Figur mit geschwollenem Möchtegern-Mittelalter-Slang sprechen lässt, findet wohl in EQ2 die meisten Kumpanen. Schon eigenartig, aber der Grossteil an "echten" Rollenspielern, der sich deutlich mehr mit ihrer Figur identifizieren möchte, überwiegt in Everquest 2. Was wiederum auch zur grafischen Darstellung passt. Mietet ihr euch ein Zimmer in einer der Hauptstädte an, sorgt die passend gewählte Einrichtung (inklusive Bücherregal, in das ihr gefundene Lesewerke hinein stellen könnt) für seltsames Flair. Klopft dann auch noch ein Spieler an eure Tür, der euch mit "Seid gegrüsst, edler Herr!" entgegen tritt und "Wohlan denn, eine Flasche Wein" mit euch am heimischen Tisch leeren möchte, möchte man am liebsten gar nicht mehr raus. Wenn die Kämpfe nicht so schön wären ...

MMORPG Bild
Eine Spielerfigur im Spiel Everquest 2. Wer so schön ist, darf auch mal hochnäsig sein.


... und schön heftig. In Sachen Schwierigkeitsgrad hat sich EQ2 gewaschen. Jeder Angriff auf ein Monster gleicher Spielstufe erfordert Konzentration und den gewählten Umgang von Kampftechniken. Denn die setzen echtes Teamplay voraus. Bestimmte Angriffs-Techniken oder Kampfzauber werden in einer Runde initiiert und mit einer weiteren Aktion in der kommenden Runde aktiviert. Funkt davor ein anderer Spieler mit seiner Technik dazwischen, kann das schon mal für Konflikte sorgen. Darum sind Absprachen untereinander sehr wichtig. Bis die finale Spielstufe erreicht worden ist, sorgen etliche Quests (abenteuerliche Aufgaben) für Abwechslung und verlangen euch Erforschungsdrang ab. Nicht immer ist nämlich auf Anhieb klar, wohin die Reise, respektive die Aufgabenstellung, einen führt. Man kommt also viel umher in der Welt Everquests, muss vieles ausprobieren und läuft auch oft in die Irre. Zwar weisen anfängliche Tutorials (also Einsteigerhilfen) ausreichend in die Spielmechanik und deren Bedienung ein, doch der wirkliche Anfänger wird öfter verdutzt und fragend vor dem Bildschirm sitzen. Everquest 2 bietet viel: einen komplexen Umgang mit der Spielfigur, Handels- und Berufsfähigkeiten eingeschlossen und die bereits erwähnte Optik. Mit dem Erreichen der Höchststufe wird allerdings für viele Spieler Schluss sein. Reichskämpfe, wie etwa die in Dark Age of Camelot, gibt es hier nicht - auch kein Spieler-gegen-Spieler-System. Schade.

Everquest 2 punktet also vor allen mit seiner ansprechenden Grafik, die aber auch die meisten PCs überfordern könnte. Wer genug Power unterm Schreibtisch stehen hat, bekommt dafür eine unvergleichlich schöne RPG-Welt zu sehen. Ansonsten bleibt es bei altbewährter MMORPG-Kost, die heute kaum etwas bietet, das andere Spiele nicht längst in der Pfanne hatten. Solide, aber nicht zukunftsweisend.

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Thomas Richter am 22 Apr 2005 @ 21:28
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