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MMORPG: Special 2005

  Personal Computer 


Kandidat 3: Das einfache World of Warcraft

World of Warcraft, kurz WoW, hatte schon vor seiner Veröffentlichung Anfang 2005 einen entscheidenden Vorteil: Der Hype um das Spiel war gigantisch! So zog das MMORPG nicht allein bestehende Fans von älteren Spielen des Herstellers Blizzard (Diablo) auf seine Seite, sondern wegen der Pressearbeit auch neue Käufer an Land. Wer den Köder geschnappt hatte, war mit einem MMORPG der etwas anderen Art konfrontiert. Selten zuvor gelang der Spieleinstieg so schnell und geschmeidig, dank ausführlicher Bedienungsanleitung und integrierter Spielhilfen bei Bestreiten der Quests. Die haben nämlich eine klare Struktur: Schwebt über einer NSC-Figur (Nicht-Spieler-Charakter, also einer Figur, die vom Programm gesteuert wird) ein gelbes Ausrufezeichen, gibt´s nach Anklicken eine Quest fürs Notizbuch. Dann sind zumeist Monster in der unmittelbaren Umgebung zu vertrimmen, Personen aufzusuchen, die Dank einer übersichtlichen Karte schnell zu finden sind, oder manchmal auch nur Meldung im nächsten Haus zu machen. Dafür gibt´s in World of Warcraft verhältnismässig viele Erfahrungspunkte, verglichen mit den anderen Kandidaten. Kaum verwunderlich also, wenn die Spieler überwiegend Questen, während DAoC-Zocker eher dem langwierigen Monster-Bashing verfallen, als den deutlich anstrengenderen Quests.

WoW lebt also von seiner relativ einfachen Bedienung, klaren Textanweisungen und einer bunten Spielwelt, die von ihrer Aufmachung mehr als alle anderen Spiele "kindgerecht" wirkt. Verschwenderischer Umgang mit Farben und gewaltige Figuren-Polygone wirken sehr comicartig. Ob Mensch, gehörnter Taure, Ork oder gross gewachsener Nachtelf: Gliedmassen wirken irgendwie klumpig und Laufbewegungen teils sehr unrealistisch. In Kämpfen sieht hingegen jede Animationsphase top aus. Wer sich erst einmal an den Grafikstil gewöhnt hat, oder von vornherein als Comic-Fan eingestiegen ist, wird Gefallen an der Optik finden. Leider ähneln sich die Figuren untereinander sehr stark. Gesichtszüge von männlichen Menschen können nur mühsam ein Hauch von Schönheit entlockt werden. Selbst bei den Klamotten fällt die Individualisierung schwer: Ein nachträgliches Färben ist nicht möglich.

MMORPG Bild
World of Warcraft sieht auch aus der Luft toll aus.


Die Darstellung von Gebäuden und Landschaften geht völlig in Ordnung. Schön schimmert bei Nacht der Mondschein auf den Feldern, während ein weicher Glow-Effekt (deaktivierbar) ein Stadt-Panorama noch schöner in den Hintergrund taucht. Wer dann mit einem Flugtier die Vogelperspektive des Spiels geniessen kann, bereut das Spielen sicher nicht. Soundeffekte und Musikuntermalung tragen das Weitere dazu bei: feinste orchestrale Klänge passen sich der Umgebung an. Im Reich der Nachtelfen sind engelhafte Gesänge zu erkennen, während der Bombastsound der Menschenhauptstadt Stormwind eher Lust auf direkten Angriff macht. Aber in der Hinsicht darf nicht zu viel erwartet werden. Die höchste Spielstufe einer Figur kann schnell erreicht werden (Weiteres dazu in unserem Interview), wer ordentlich und konsequent questet. Spiele wie DAoC oder Everquest 2 machen´s euch da etwas schwerer. Aber was kommt nach Erreichen der höchsten Spielstufe? Klar - Spieler-gegen-Spieler-Kämpfe sind angesagt. Leider in ihren Möglichkeiten in WoW stark begrenzt. Noch sind keine wirklichen Ziele integriert. Stosst ihr unterwegs auf einen Gegner des anderen Reiches (Horde gegen Allianz), könnt ihr diesen angreifen. Im Team sind so auch Stadtwachen zu plätten. Aber so richtig Spass will es einfach nicht machen, da es bis auf den Moment des Kampfes keine spannenden Ergebnisse liefert. Schon jetzt beklagen sich Level-60-Spieler darüber, keine weiteren Herausforderungen im Spiel zu finden. Abhilfe soll in naher Zukunft ein kaufbares Addon schaffen, in dem neue Kriegsschauplätze speziell auf PvP-Kämpfe zugeschnitten sind. Ein spezielles Ehrensystem soll dann auch Lust auf Punktejagd machen. Aber bis hier hin bietet das PvP-System von World of Warcraft einfach zu wenig, um mit dem von Dark Age of Camelot mithalten zu können.

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Thomas Richter am 22 Apr 2005 @ 21:28
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