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oczko1

MMORPG: Special 2005

  Personal Computer 



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: Wenn du Dark Age of Camelot mit World of Warcraft vergleichen müsstest, was gefällt dir an beiden Spielen und was nicht? Wo könnte beispielsweise WoW noch etwas gut machen?

Marcel

: WoW bietet eine lebendige Spielwelt mit einer Fundgrube an Gimmicks für Warcraftfans (zu denen ich ebenfalls gehöre). Das Spielgefühl bis 60 ist ungeschlagen motivierend und schafft es von der ersten Minute an zu fesseln. Bei DAoC ist das Ganze schon etwas zäher und beschränkt sich bis 50 eigentlich nur auf stupides Mobgekloppe. Da mutiert das Leveln eher zu einer Pflichtsache und macht alles andere als Spass. Im Endgame ist Mythics Mittelalterepos dagegen ungeschlagen und weiss auch nach Monaten/Jahren noch zu motivieren. Auf Seiten von Blizzard sieht es hier noch recht mau aus, aber die angekündigten Verbesserungen wie z.B. das Ehrensystem und die Schlachtfelder stimmen mich zuversichtlich.

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: Eigentlich bietet das aktuelle World of Warcraft kaum etwas Neues in seinem Genre. Wie siehst du die Entwicklung der MMORPGs bis heute und wie stellst du dir die Zukunft dieser Spiele vor?

Marcel

: Bisher liefen die MMORPGS alle etwa nach dem selben Schema ab, wie es auch DAoC verwendet: Man mäht sich Monatelang durch unzählige Mobhorden, bis man irgendwann das höchste Level erreicht hat. WoW versucht dagegen etwas anders zu machen, indem dem Spieler die Möglichkeit gegeben wird, durch Quests an die oberste Levelgrenze zu gelangen. Ich denke, dass hier die Zukunft der Onlinerollenspiele liegt, indem sie ihren Offlinependants in Sachen Hintergrundstory in Verbindung mit Aufträgen immer ähnlicher werden. Blizzard schlägt da schon den richtigen Weg ein, aber der Grossteil der Quests sind leider immer noch nett verpackte Grindingaufträge. Hier muss viel mehr Abwechslung geboten werden, welche zwar auch vorhanden ist, aber leider in erschreckend kleiner Menge.

Auch in Sachen PvP ist WoW richtungweisend, da die angekündigten Schlachtfelder wesentlich mehr Taktik erfordern, als es noch bei DAoC der Fall war. Dort musste man sich lediglich auf den Kampf an sich konzentrieren, aber nun kommen noch Faktoren, wie die Kontrolle über eine Mine, Friedhöfe oder gar Wachtürme hinzu, die dem Spieler wesentlich mehr abverlangen, aber auch wesentlich mehr Möglichkeiten bieten.

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: Sind dir Unterschiede bei den Spielern der MMORPGs aufgefallen? Ist die Community von World of Warcraft eine andere als die in DAoC?

Marcel

: Die Community ist prinzipiell die selbe, aber durch die hohe Anziehungskraft von WoW, ist diese natürlich wesentlich grösser als in vergleichbaren MMORPGS. Folglich ist auch die Anzahl der geistig beschränkten Individuen hier deutlich erhöht. Dies spiegelt sich auch in den minütlich entstehenden Heulthreads in sämtlichen Foren wieder, weshalb die Communitymitglieder gerne mal als Kiddies bezeichnet werden. Aber ich denke, dass sich das mit der Zeit noch regulieren wird, wenn die Leute merken, dass ihr ständiges Gemeckere niemandem etwas bringt. Ein Aspekt in dem sich die Community aber stark zu anderen MMORPGS entwickeln wird, ist die Aufnahme des Spiels in die ESL. Das zieht auch Spieler aus völlig anderen Genres an, die sich erst einmal an die Gegebenheiten eines Rollenspiels anpassen müssen (sofern der Wille dazu besteht). Zukünftig wird das aber wohl zu einer bisher noch nicht gekannten - zumindest in MMORPGS - Professionalität führen. Ob das nun positiv oder negativ ist, wird sich in Zukunft noch zeigen.

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: Auch schon negative Erfahrungen mit Spielern gemacht?

Marcel

: Klar, es gibt immer wieder schwarze Schafe, die der Anonymität des Internets nicht widerstehen können, aber ich habe grösstenteils positive Erfahrungen gemacht. Am schlimmsten finde ich die Leute, die meinen, dass man wahllos Geld verschenken kann, nur weil man 60 ist - dass man selbst wie bekloppt versucht 900g zusammen zu bekommen, interessiert da keinen. Prinzipiell habe ich ja nix dagegen, kleineren mal ein wenig zu helfen (auch finanziell), aber wenn man grade im AH steht und einer öffnet permanent das Handelsfenster und sagt "Money plz", was übrigens jegliche Interaktion mit den NPCs verhindert, platzt mir schon mal der Kragen. Zum Glück gibt´s für solche Vorfälle einen Handelsblocker und die Ignoreliste.

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: Wenn du Einsteigern eine Kaufhilfe geben müsstest, zu welchem Spiel rätst du und warum?

Marcel

: Ich finde WoW ist das beste Spiel, das man Einsteigern empfehlen kann, da es einen Schritt für Schritt an die Materie heranführt und man eigentlich nichts falsch machen kann. Ich kenne z.B. auch Spieler, die vor WoW nicht im Entferntesten daran gedacht haben, mal ein Computerspiel zu spielen und nun mit Begeisterung durch Azeroth ziehen.

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: Ein kommendes Spiel, auf das du dich besonders freust?

Marcel

: Als passionierter RPGler freue ich mich natürlich auf das neue Meisterwerk von Bethesda, The Elder Scrolls 4: Oblivion. Schon der Vorgänger hat mich Wochenlang an den Monitor gefesselt, da er die Freiheit eines Onlinespieles mit der Questvielfalt eines Singleplayerspieles verband.

Danke für das Interview, Marcel.

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Thomas Richter am 22 Apr 2005 @ 21:28
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