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AMY: First Look

Playstation 3 
Hersteller: Lexis Numérique
Publisher: Lexis Numérique
Genre: Action: Adventure
10 Euro. Das sei mal gleich von vornherein gesagt. Lediglich 10 Euro wollen die Entwickler von Vector Cell für ihr neues Spiel Amy. 10 Euro. Eine Zahl, die man im Zusammenhang mit diesem Spiel nicht oft genug nennen kann. Auf der gamescom war der Titel aus dem Land der Baguettes eine der wenigen echten Überraschungen, denn wer bislang für 10 Euro online ein Spiel kaufte, erwarb meist Casual-Kram, den die Welt nicht brauchte, oder sogenannte Klassiker, beispielsweise verpixelte PlayStation 1-Spiele. Aber 10 Euro - für ein Spiel, das ohnehin einen fabulösen Eindruck macht. So wunderte es nicht, dass die meisten Redakteure aus der Kabine der Entwickler mit Kopfschütteln kamen, denn was gezeigt und geboten wurde, war erheblich mehr wert als nur die Handvoll Euronen.

Eine Handvoll Münzen für viel Spielspass

Aber genug über den Preis. Worum geht es in Amy? Wir schreiben das Jahr 2034: Die globale Klimaerwärmung sorgt dafür, dass sich Krankheiten aufgrund der höheren Temperatur schneller verbreiten können. Als dann noch im kleinen Ort Silver City im Mittleren Osten der Vereinigten Staaten ein Meteorit niedergeht, passiert das Unglaubliche: Die ansässige Bevölkerung mutiert zu animalischen Zombies. Die Stadt wirkt wie entvölkert und wird lediglich von ein paar regierungstreuen Soldaten heimgesucht, die alle Überlebenden eliminieren sollen. Inmitten des Chaos steckt Lana, die Protagonistin des Spiels, die sich in gut 10 bis 12 Spielstunden aus dieser Hölle retten muss. Im Schlepptau das titelgebende (und autistische) Mädchen Amy, das anscheinend mysteriöse Heilkräfte besitzt. Befindet ihr euch in ihrer Nähe, mutiert Lana nicht zum Zombie. Entfernt ihr euch, könnt ihr zusehen, wie die Haut grau wird, Adern hervortreten und die Augen ihren lebendigen Glanz verlieren. Der Prozess wird gestoppt und umgekehrt, sobald ihr das kleine Mädchen an die Hand nehmt - ICO lässt grüssen.

Spielerisch ist Amy eine Mischung aus dem eben schon erwähnten ICO, Silent Hill und der Siren-Serie. Wer die offene Konfrontation mit den Monstern sucht, sieht sehr schnell den Game-Over-Bildschirm. Vorsichtige Naturen, die ihre Umgebung zu nutzen wissen, sind klar im Vorteil. So versteckt ihr euch in Schränken, lenkt die Kreaturen mit Geräuschen ab oder schleicht hinter ihnen her. Clever: Führt ihr Amy an der Hand, spürt ihr über die Vibration des Gamepads ihren Herzschlag und wisst, ob Monster in der Nähe sind, noch ehe ihr sie gehört oder gesehen habt.



Entwickler Vector Cell haben sich aber nicht nur an ein interessantes Konzept gehalten, sondern überzeugen ebenso auch mit ihrer eigenen Grafik-Engine. Nicht nur, dass die Textueren knackig scharf sind, und Details wie voluminöser Nebel, herumfliegende Staubpartikel sowie wahnsinnig schöne Lichteffekte sofort ins Auge fallen. Nein, Lanas fliessende und quälend lange Verwandlung zum Zombie wird derart schön inszeniert, dass es einem die Sprache verschlägt. Und obwohl man sich fragt, wie das finale Game Over via Mutation aussehen muss, schaltet sich der Beschützerinstinkt ein und sorgt dafür, dass Lana überlebt. Atmosphärisch dicht ist der Klangteppich, der ausgerollt wird. Vieles erinnert frappierend an Yamaokas Silent Hill-Stücke, was in diesem Fall nicht schlimm, sondern durchaus als Lob zu verstehen ist.

AMY
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Daniel Wendorf




Daniel Wendorf am 08 Sep 2011 @ 10:52
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