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Far Cry 4: Review

  Playstation 4 

Ajay Ghales beschauliche Reise ins zentralasiatische Kyrat endet in einem Blutbad. Eigentlich wollte er nur die Asche seiner verstorbenen Mutter verstreuen und dann zurück in die USA reisen. Doch eine Handvoll Tote später macht Ajay Bekanntschaft mit dem charismatischen wie wahnsinnigen Pagan Min, dem König von Kyrat. Der richtet kurzerhand, aus einer Laune heraus, einen seiner Soldaten hin und lädt Ajay ein, bei ihm zu dinieren. Willkommen in Kyrat ...

Ubisofts Weltenformel

Das vierte Hauptspiel der Far-Cry-Reihe ist keine Überraschung. Das sei eingangs genannt. Vieles, was ihr in Far Cry 3 erlebt habt, wird euch bekannt vorkommen. Offene Welt plus viele Aufgaben plus unzählige Sammelgegenstände plus dezent bescheuerte Gegenspieler gleich Far Cry 4. Doch das Spiel ist mehr als die Summe seiner Teile. Zwar verfolgt Ubisoft die gleiche Weltenformel, die schon Far Cry 3 zu einem einzigartigen Erlebnis machte, dreht aber hier und da an den Stellschrauben. So wird die Story wesentlich konsequenter verfolgt, obgleich ihr jederzeit vom Missionsziel abrücken und eigene Wege einschlagen könnt. So meldet sich Pagan Min gerne mal via Walkie-Talkie und brabbelt euch voll: Was er mit Ajays Mutter gemacht habe, was seinen Vater auszeichnete - manchmal klingelt er auch nur durch, um sich nach Ajays Gesundheit zu erkundigen oder ihm zur baldigen Eroberung Kyrats zu gratulieren. Inklusive Tipps zum "richtigen" Umgang mit den Untertanen. Das rockt und unterhält bestens - ihr könnt Pagan Min nicht einmal böse sein. Er wirkt eben sehr, sehr höflich. Ein Mephisto im rosafarbenen Anzug.


Ajay Ghale hingegen bleibt ein blasses Abziehbildchen eines Rebellen. Nur zur Beisetzung seiner Mutter in Kyrat gelandet, wird aus ihm binnen wenigen Minuten die Koryphäe des "Goldenen Pfades", der Fraktion also, die sich gegen Pagan Min und die royalistische Armee stellt. Mit einem ähnlichen Problem hatte schon die 2013er-Ausgabe von Tomb Raider aus dem Hause Square Enix zu tun - und Ubisoft hätte gut daran getan, sich ein Beispiel zu nehmen. Während Miss Croft zur Killermaschine mutiert, die um ihr Überleben kämpft, wird aus Ajay Ghale gleich die Koryphäe des Widerstands. Weder mit Verwurzelung in der Kultur des Landes noch mit Berührungspunkten zu den Problemen Kyrats? Unglaubwürdig.

Und da der Widerstand zerstritten und militärisch schwach ist, dürft ihr als Ajay die ganze Drecksarbeit erledigen. Das umfasst nicht nur die Hauptmissionen der Kampagne, sondern ebenso die Eroberung von Stützpunkten und Festungen sowie die Einnahme von Propaganda-Funktürmen. So drängt ihr die royalistische Armee nach und nach ins (zunächst gesperrte) Hochgebirge zurück, um euch dort dem finalen Showdown mit Pagan Min zu stellen. Das ist vorhersehbar und beliebig, auch die wenigen euch nähergebrachten Persönlichkeiten des "Goldenen Pfades" können der Geschichte nicht die nötige Tiefe verpassen, da die Motive aus dem ersten Lehrjahr der Ausbildung zum Drehbuchautor stammen können. Und so wirkt der "Goldene Pfad" wie eine Ansammlung von Amateuren, die gerne Revolution spielen.

Far Cry 4 Bild

Freizeitpark Kyrat

Habt ihr dann so gar keinen Bock, den Rebellen zu helfen, vergnügt und vertreibt ihr euch die Zeit mit dem Sammeln von Gegenständen, Jagen von Tieren, Entdecken neuer Orte, Abreissen der Propagandaplakate oder Drehen von Mani-Mühlen. Viele dieser Aktionen bringen Punkte, die euch auf zwei Konten gutgeschrieben werden. Erfahrungspunkte, eine feste Grösse im Rollenspielgenre, gewähren euch Zugang zu neuen Fähigkeiten, die auf zwei unterschiedliche Ausrichtungen verteilt sind. Der "Tiger" steht für grösstenteils passive oder hinterlistige Verteidigungsmanöver und Angriffe - ihr könnt mehr Schaden kassieren oder Gegner von Klippen runterholen. Der "Elefant" ist der Pfad erhöhter Gesundheit, des Ausritts mit Dickhäutern. Ihr müsst euch nicht für einen Pfad entscheiden, beide stehen euch offen und werden lediglich durch den Kampagnenfortschritt begrenzt, der den Zugriff auf weitere Attribute ermöglicht. Die nötigen Erfahrungspunkte könnt ihr hamstern und bei Bedarf einsetzen. Als zweite "Währung" eures Charakters gelten die Karmapunkte, die ihr sehr leicht durch das Drehen von Mani-Mühlen erhaltet. Unterstützt ihr die Rebellen in einem Gefecht gegen die Royalisten oder wilde Tiere, entführt einen Transporter Pagan Mins oder ermordet seine Kuriere, gibt es ein fettes Plus auf dem Karmakonto.

Far Cry 4
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 25 Nov 2014 @ 22:41
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