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Fire Pro Wrestling World: Review

  Playstation 4 

Wer an Wrestling denkt, denkt unweigerlich an die WWE und ihre legendären Altstars wie den Undertaker und Triple H. Und wer an ein Wrestling-Spiel denkt, denkt ebenso unweigerlich an WWE 2K, das in der aktuellsten Auflage bewiesen hat, dass es noch lange nicht zum alten Eisen gehört. In beiden Fällen aber, dem echten wie dem virtuellen Ringkampf, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Denn im fernen Japan hat Wrestling einen mindestens genauso großen Stellenwert wie in den USA – auch wenn der Unterhaltungssport dort einen ganz anderen Stil verfolgt. Genau wie Fire Pro Wrestling World, der neueste Ableger der ehrwürdigen Fire-Pro-Wrestling-Reihe, den es nun für PC und PlayStation 4 gibt.

Fern-Ost-Nostalgie

Während Fire Pro Wrestling World auf dem PC schon seit geraumer Zeit im Early Access erhältlich war, dürfen seit dem Erreichen des finalen Produkts auch PlayStation-Spieler in den virtuellen Ring steigen. Doch wer von Fire Pro Wrestling – die Reihe gibt es immerhin seit 1989 – noch nie etwas gesehen und gehört hat, dürfte beim ersten Spielen einen Kulturschock erleben. Punkten die WWE-Spiele aktuell mehr denn je mit realistischer 3D-Grafik und TV-reifer Präsentation, ist und bleibt Fire Pro Wrestling World ein charmantes 2D-Wrestling-Spiel in isometrischer Ansicht, auch wenn Ring und Arena im Gegensatz zu den 2D-Sprites-Wrestlern mittlerweile durchaus in 3D modelliert werden. Was grafikverwöhnten Menschen das Blut in den Adern gefrieren lässt, schätzen Fans seit jeher an der Serie. Hier geht es nicht um Schönheit, hier geht es ums Gameplay. Und darauf muss man sich einlassen, um den ganzen Charme des Titels zu erkennen.

Fire Pro Wrestling World Bild

Im ersten Moment wirkt das Spiel dabei erstaunlich oberflächlich. Es gibt nur drei Tasten für unterschiedlich starke Angriffe, keine Gesundheits- oder Ausdaueranzeige, keinen In-Game-Kommentar und abgesehen von einer Uhr, die die Matchdauer anzeigt, absolut kein HUD. Und dennoch ist Fire Pro Wrestling komplexer, als es die WWE-Reihe je sein wird. Wer das Spiel pausiert und im Menü die Liste der Manöver aufruft, die der aktuell gewählte Wrestler vollführen kann, schlackert schnell mit den Ohren. Trotz der simplen Steuerung sind pro Athlet mehrere Dutzend Wrestling-Aktionen möglich. Das funktioniert zum einen durch die Kombination mehrerer Angriffs- und Richtungstasten, zum anderen durch ein kontextsensitives Kampfsystem. Heißt im Klartext: Schnelle Manöver ermöglicht das Spiel nur in der Anfangsphase eines Kampfes, mit schwindender Ausdauer werden die Wrestler langsamer, aber die möglichen Attacken verheerender. Das Spiel passt also die verfügbaren Moves an den Zustand der Wrestler an. Hierdurch entstehen schnell packende und spannende Duelle mit zahlreichen Nearfalls, die oft ungleich spannender sind, als der vorhersehbare Match-Ablauf der WWE-Spiele. Dazu muss man sich aber in die Steuerung und das Gameplay, das extrem vom richtigen Timing abhängt, erst mal reinfuchsen.

The Real Bullet Club

Mit dem offiziellen Release des Spiels haben sich die Entwickler von Spike Chunsoft auch gleich mal die Lizenz von NJPW, also New Japan Pro Wrestling, für das Spiel gesichert. Dadurch stehen euch neben zahlreichen fiktiven Charakteren alle wichtigen Wrestler von Japans größter Wrestling-Liga zur Verfügung. Das bedeutet, dass ihr auch in den Genuss einiger westlicher Top-Wrestler kommt, die in Japan unter Vertrag stehen. Als Beispiele seien da Kenny Omega und Zack Sabre Jr. genannt. Dank des mächtigen Editors – 2D-Grafik hin oder her – könnt ihr aber auch jeden beliebigen anderen Wrestler ins Spiel integrieren. Aufgrund der unglaublichen Moves-Bibliothek, detaillierter Gestaltungsmöglichkeiten und der großen Community zieht ihr euch in Windeseile den halben WWE-Kader ins Spiel. Selbst die Ringe könnt ihr mit von den Fans erstellten Texturen aufhübschen und so beispielsweise das jüngste WWE-Titelmatch zwischen AJ Styles und Daniel Bryan im Smackdown-Ring nachspielen. Schade ist, dass das Herunterladen und Einbinden erstellter Wrestler und Texturen unnötig kompliziert und fummelig sind. Es bedarf also etwas Geduld, die Ergebnisse überzeugen aber. Ein YouTube-Tutorial könnte hierbei hilfreich sein.

Neben klassischen Singles-Matches und Couch-Koop für bis zu vier Spieler erwarten euch ein Online-Modus sowie die "Fighting Road", der Storymodus des Spiels. Darin drückt ihr euch durch Standbilder und Textboxen und kämpft euch vom Nobody bis zum Champion der NJPW-Liga hoch. Nicht schön inszeniert, aber fordernd.

Fire Pro Wrestling World
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Tobias Kuehnlein


Tobias Kuehnlein am 20 Nov 2018 @ 14:51
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