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Get Even: Review

  Playstation 4 

Das aktuellste Projekt des polnischen Entwicklerstudios Farm 51 – bisher bekannt durch Titel wie NecroVisioN und Deadfall Adventures – hatte bereits lange vor der Veröffentlichung großes Interesse von Seiten der Fachpresse und Spielerschaft auf sich ziehen können. Denn Get Even sollte nicht nur einen noch nie dagewesenen Genremix in sich vereinen, sondern zugleich auch mithilfe von Fotogrammetrie grafische Maßstäbe setzen. Und als wäre das noch nicht genug, sollten im Spiel die Grenzen zwischen Einzel- sowie Mehrspielermodus geschickt verwischt werden – und das auch noch in VR! Wie der Versprechens-Cocktail nach mehreren Verschiebungen mundet, erfahrt ihr bei uns im Test.

Viel gewollt, recht wenig gekonnt

Was für ein Wow-Moment war das damals, als wir vor circa drei Jahren einen ersten Ankündigungs-Trailer zu Get Even vor die Linse bekamen. Das dort gezeigte Lagerhaus strotzte nur so vor Detailreichtum und Einzelheiten mit gestochen scharfen Texturen, sodass wir damals tatsächlich unsicher waren, ob wir da nicht gerade eine Videoaufnahme zu sehen bekamen. Interessiert verfolgten wir die Berichterstattung und erfuhren dabei, dass der Entwickler mithilfe von Drohnenaufnahmen und einer Technik namens Fotogrammetrie reale Schauplätze und Objekte abscannen und dementsprechend realistisch digitalisieren und ins Spiel einbauen wollte. Doch dann wurde es leider lange still um den Titel, und Neuigkeiten über einen geplanten VR-Modus und das Vorhaben, den Einzelspieler- mit dem Mehrspielermodus verzahnen zu wollen, gingen weniger präsent durch die Medien.


Was wohl letztendlich bei der Betrachtung des nun erschienenen Endproduktes nicht weiter schlimm sein sollte, denn so dürften viele Spieler mitunter gar nicht mitbekommen haben, dass kein Hinweis auf die Einzel-/Mehrspieler-Innovation sowie die VR-Kompatibilität mehr im Spielmenü zu finden ist, da beide Aspekte während der Entwicklung restlos gestrichen wurden. Was auch nicht unbedingt als schlechtes Zeichen gewertet werden sollte, weil ja dann schließlich mehr Ressourcen in die Schaffung eines herausragenden Storymodus fließen konnten? Das würden wir gerne mit einem uneingeschränkten Ja beantworten, doch kommt uns an dieser Stelle ein eher schwammiges Jein über die Lippen. Zumal wir auch glauben, dass Get Even ein Titel ist, dessen Rezeption noch mehr als andere Spiele von der eigenen Wahrnehmung, aber auch von Eigenschaften wie beispielsweise Geduld und Frusttoleranz abhängig ist.

Uns hat der selbsternannte Ausnahmetitel nicht ganz so gut gefallen, wie er es vermeintlich gekonnt hätte. Es wirkt auf uns, als wolle Get Even uns – eher indirekt, aber stark an den Film Inception erinnernd – eine spannende und (vermeintlich) vielschichtige Geschichte erzählen, die sich dem Spieler ganz zum Schluss in seiner ganzen Hülle und Fülle erschließen sowie ihm in Folge seiner (eigenen) Logik den großen Aha-Moment und anschließende kognitive Erfüllung bescheren soll. Zumindest in unserem Fall ist das leider nichts geworden, sodass wir mit eher gemischten Gefühlen auf den Titel zurückblicken. Zu oft stolperten die Entwickler bei der Umsetzung über ihre ambitionierten, aber wohl zu hoch gesteckten Ziele.

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Jessica Rehse

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Jessica Rehse am 28 Jun 2017 @ 12:07
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