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Psychonauts: Review

  Playstation 2 

Was passiert eigentlich, wenn eine ehemalige Legende des Adventure-Genres seine Koffer packt, einige Kollegen mitnimmt, eine eigene Firma gründet und anschliessend ein neues Spiel entwickelt? Viele Gamer und auch Redakteure würden an dieser Stelle zunächst an ein neues Adventure denken, doch bei Tim Schafer ist alles ein wenig anders. Das Erstlingswerk der neuen Firma Double Fine Productions entpuppt sich als waschechtes Jump 'n' Run, das trotz seiner Geschicklichkeitseinlagen die Wurzeln der Schöpfer nicht wirklich verstecken will.

Psychonauts

schickt euch auf eine Reise in die Abgründe der Psyche.


Eliteeinheit für Kopfprobleme

Wer oder was sind eigentlich die Psychonauten? Nun, wie der Name bereits andeutet, fliegen die Jungs und Mädels nicht zum Mond, sondern beschäftigen sich mit der Psyche diverser Lebewesen. Dabei liegen die "Patienten" allerdings nicht gemütlich auf der Couch, um ihre Ängste und Sorgen verbal zu äussern, schliesslich handelt es sich hierbei nicht um ein Frage- und Antwortquiz. Stattdessen betritt diese Spezialeinheit wirklich und leibhaftig den Verstand der zu untersuchenden Person. Ein Traum für jeden Menschen, der sich schon einmal gefragt hat, wie es wohl im Verstand seines Gegenübers aussieht. Genau daraus schöpft Psychonauts seine Kraft, denn wie im wahren Leben ähnelt kein Verstand dem anderen.

Als Spieler schlüpft ihr in die Rolle des jungen Razputin. Der gute Raz wurde mit übersinnlichen Fähigkeiten geboren, doch sein strenger Vater verbietet ihm die Benutzung seiner Kräfte. Zumal auf der im Zirkus arbeitenden Artistenfamilie ein böser Fluch lastet, der besagt, dass jedes Familienmitglied im Wasser sterben wird. Übrigens auch eine echt schöne Ausrede, warum Raz lieber nicht schwimmen gehen sollte. Eines Tages büchst der Junge aus und schleicht sich in das Trainingscamp für Psychonauten ein. Nichts und niemand kann ihn von seinem grossen Traum abhalten, ein übersinnlicher Agent zu werden.

Auch, wenn der Einstieg zunächst hart ist, denn da Raz im Camp nicht offiziell angemeldet ist, soll er eigentlich von seinem Vater abgeholt werden. Mit etwas Überredungskunst und der Vorführung seines aussergewöhnlichen Talents beginnt dann aber doch seine Ausbildung. Selbstverständlich bleibt es nicht einfach dabei, ein paar Tests zu absolvieren, denn merkwürdige Dinge geschehen im Camp. Plötzlich gehen Gehirne verloren und auch die Ausbilder scheinen nicht sicher zu sein. Am Ende liegt es also an euch, die Situation aufzuklären und das Camp zu retten.

Gehirnakrobatik

Spielerisch orientiert sich Psychonauts stark an klassischen Jump 'n' Runs. Zwar wird auch reichlich Action geboten, im Mittelpunkt stehen jedoch eher die Sprungeinlagen gemeinsam mit einigen Denkaufgaben. Jawohl, richtig gelesen! Neben präzisen Fingern wird auch euer Kopf hin und wieder gefordert. Trotz des Genrewechsels merkt man dem Team also an, wo die Wurzeln liegen. Besonders die diversen Charaktere im Spiel wecken immer wieder Erinnerungen an alte Adventure-Klassiker wie Day of the Tentacle oder Grim Fandango. Letzteres scheint sogar leichte Einflüsse auf die Optik des Spiels gehabt zu haben, denn wirklich normal sehen die Figuren im Spiel nicht aus. Man könnte fast meinen, Tim Burton habe an den schrägen Figuren mitgearbeitet. Ihr seht schon, Psychonauts ist ein munterer Mix aus vielerlei Dingen, die erstaunlich gut zueinander passen.

Besser noch, dieses bunte Gemisch strotzt nur so vor frischen Ideen und schrägen Ereignissen. Das wird spätestens dann klar, wenn ihr zum ersten Mal den Verstand einer anderen Figur betretet. Hier ist nichts, wie es scheint, die reale Welt existiert nicht mehr, einzig und allein der Charakter dieses Wesens gestaltet die Umgebung. Die erste Erfahrung mit diesen Welten macht ihr im Kopf von einem eurer Ausbilder. Kurzum: Das Tutorial ist hervorragend in das Spiel integriert und führt euch behutsam in die irre Welt des Spiels. Hier lernt ihr das Springen, das Klettern und bereits erste Angriffe. Vor allen Dingen erfahrt ihr jedoch, dass ihr stets ein Auge auf eure Umgebung haben müsst.

Psychonauts
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Benjamin Boerner

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Benjamin Boerner am 07 Feb 2006 @ 17:26
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