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The Last of Us: Review

  Playstation 3 

The Last of Us ist eines der Spiele, wie sie nur am Ende eines Konsolenzyklus entwickelt werden können. Der (in diesem Falle First-Party-)Entwickler kennt die Hardware, weiss mit ihren Vorzügen umzugehen und kaschiert Nachteile gekonnt. Warum uns Joels und Ellies Abenteuer komplett weggeblasen hat, warum Naughty Dog nach der Ablieferung dieses Meisterstücks auch gerne Naughty God genannt wird, und warum The Last of Us die sich am Rande der Perfektion bewegende, spielerische Symbiose aus The Walking Dead und dem melancholischen The Road ist? Des Rätsels Lösung entdeckt ihr nur einen Click(er) entfernt.

Bruch ...

Dass Videospiele manchmal mit gesellschaftlichen Konventionen auf moralischer Ebene brechen, ist nichts Neues. Mit Telltales The Walking Dead sei hier eines der jüngeren Beispiele genannt. Und auch Hideo Kojima möchte mit dem fünften Teil der Metal-Gear-Solid-Saga die Mägen der Spieler durchschütteln und heikle Themen wie Kindersoldaten, Missbrauch und die Gräuel des Krieges ansprechen. Auch Naughty Dog springt mit The Last of Us in diese Bresche und konfrontiert den Spieler ein ums andere Mal mit harten Szenen, lässt ihn mit offenem Mund dasitzen und zeitweilen sogar allein mit dem Eindruck im Regen stehen. Und das ist gut so.

Es hat wenig mit Übertreibung zu tun, wenn wir an dieser Stelle behaupten, dass wenige, wenn nicht keine Videospiele zuvor einen solchen Eindruck beim Spieler hinterlassen haben. Das Schöne daran ist, dass sich diese spannungsgeladenen, teils überaus schockierenden Momente wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel ziehen. Bereits in den ersten paar Minuten werden die ersten emotionalen Raketen gezündet - und das wohlgemerkt mit dem Schicksal eines Charakters, den der Spieler so gut wie kaum kennenlernt. Ausgerechnet das Schicksal dieses Menschen übt einen gewaltigen Einfluss auf Joel und sein Handeln aus, was sich ebenfalls wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel zieht. Zu viel wollen wir an dieser Stelle aber wahrlich nicht verraten - die Erfahrung macht ihr am besten selbst.



Gesagt sein soll aber das Folgende: Die Schöpfer dieses Werkes waren mutig. Sie zeigen mit aller Schonungslosigkeit die Tristesse einer eigentlich farbenfrohen Welt, in der sich alles um das eine dreht: das nackte Überleben! Joel, geplagt von seiner Vergangenheit, muss sich um ein pubertierendes Mädchen kümmern, um das er sich eigentlich gar nicht kümmern will. Die Angst vor dem Versagen, eigene Schuldzuweisungen sind ihm deutlich ins Gesicht gezeichnet. Er will keine Verantwortung über dieses zerbrechliche Geschöpf, welches sich aber eigentlich ganz gut zu helfen weiss, tragen. Er lehnt sie, Ellie, ab - ebenso seine von Anfang an vorhandenen Gefühle für sie. Tief in ihm brodelt es.

The Last of Us
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Andy Wyss


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Andy Wyss am 25 Jun 2013 @ 13:10
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