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Yakuza 4: Review

  Playstation 3 

"Sendo oku shite, fune yama ni noboru" - ja, die japanische Sprache gehört für viele zur Kategorie Störgeräusche (oder auch Hustenanfall). Dabei verbirgt sich hinter dem Buchstabenkauderwelsch nichts anderes als ein allzu vertrautes Sprichwort: "Viele Köche verderben den Brei!" Denn in Yakuza 4, dem neuesten Spross der im fernen Osten extrem erfolgreichen Prügelserie, mischen wir die schlitzäugige Mafia mit gleich acht Fäusten auf. Eine Fehlentscheidung?

Acht an die Macht

Zumindest alteingesessenen Fans könnte die neue Spielausrichtung sauer aufstossen. Denn neben Kazuma Kiryu, der Hauptperson der bisherigen Vorgänger, schiebt Yakuza 4 gleich drei weitere Protagonisten ins virtuelle Rampenlicht. So schlüpfen wir unter anderem in die Haut von Shun Akiyama, einem Kredithai in Kamurocho, der als Auftakt dient und sozusagen den Stein ins Rollen bringt. Als Akiyama kurz nach Spielbeginn Besuch von einer mysteriösen Dame erhält, zweigt das narrative Geäst in unterschiedliche Perspektiven. Natürlich geht es um die japanische Mafia, um Intrigen und Verrat. Davon kann auch Taiga Saejima ein Lied singen, der als Häftling mit Todesstrafe sein Dasein fristet. Alle Figuren, obschon sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sind Teil des Ganzen und stricken mit ihren persönlichen Leidenswegen einen selten spannenden Thriller. Wer aber gleich mit seinem Liebling Kazuma Kiryu auf Gangsterjagd gehen möchte, muss sich bis zum Schluss in Geduld üben.



Doch das Warten lohnt sich, nicht zuletzt aufgrund der fantastischen Videosequenzen. Die sind zwar ausschliesslich in japanischer Sprache gehalten und werden - wie der Rest des Spiels - mit englischen Untertiteln gestützt, tragen aber wunderbar durch die 30 Stunden lange Handlung. Zumindest wenn man Fans des abstrus-bizarren Humors ist, schliesslich entspricht der typisch japanische Dialogwitz in keiner Weise dem unseren. Leider sind bei Weitem nicht alle Dialoge so wunderbar in Szene gesetzt - oft klicken wir uns stundenlang durch öde Texttafeln. Denn gelesen wird in Yakuza 4 ausufernd viel; egal, ob wir durch bunte Gassen flanieren oder in einem Park rasten, um uns wuselt es stets vor potenziellen Gesprächspartnern. Da schreit ein Obdachloser nach frischem Schnaps, ein Pärchen unterhält sich über den bevorstehenden Kinoabend, oder auf dem Theatre Square bieten Marktschreier ihre Ware feil. In Yakuza 4 schwimmen wir quasi durch ein Meer wirrer Gesprächsfetzen.

Wenngleich ein Grossteil der fremden Palaver nur der Kulisse dient, stossen Spieler mit sozialem Interesse immer wieder auf Nebenaufträge, Minispiele oder sonstige Herausforderungen. Mal müssen wir einen wildgewordenen Kumpanen zur Räson bringen, mal verfolgen wir einen törichten Taschendieb. Darüber hinaus können wir in Kamurocho beinahe jedes Geschäft betreten, uns so neue Klamotten überstreifen oder auch mit einer aufgegabelten Dame dinieren. Denn diesmal kommen auch Europäer in den Genuss weiblicher Gesellschaft. Die Möglichkeit, eine der adretten Hostessen an Land zu ziehen, gab's zwar auch schon im Vorgänger, wurde für den hiesigen Markt aber entfernt.

Yakuza 4
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Mirco Kaempfer

Yakuza-4


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Mirco Kaempfer am 04 Apr 2011 @ 13:42
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