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The Last of Us: Review

  Playstation 3 

... Aufstieg ...

Der famos inszenierte Einstieg ist allerdings nur der Beginn einer Achterbahnfahrt der Gefühle - und insbesondere einer wundersamen, bedrückenden Reise. Einer Reise, durch die ihr speziell auch die Stärke des weiblichen Geschlechts neu entdeckt, welches sich in den Weiten der Videospielelandschaft oftmals mehr mit dicken Hupen denn mit grossem Verstand und Charakter bemerkbar macht. Nebst dem enorm fesselnden Verlauf der Geschichte sind es dann auch speziell die weiblichen Geschöpfe, die in die Rolle der heimlichen Stars schlüpfen. Rühmend erwähnt sei hier die Darstellung und Entwicklung von Ellie, die sich von einem fast schon vorlauten und zuweilen auch unvorsichtigen Gör - man behalte den pubertierenden Teenager im Hinterkopf - in eine selbstbewusste junge Frau verwandelt, die sich selbst in grösster Not und wie ein wildes, in die Ecke gedrängtes Tier zu behaupten weiss. Und das angesichts der Konsequenzen, die ihr bei einem eventuellen Scheitern drohen. Dass dabei der Verlauf der Geschichte - und selbstredend auch die Präsentation derselben - nicht nur bedrohliche, Einsamheit erzeugende und brutale Konfrontationen mit der Umwelt, Banditen und - am wichtigsten - mit euch selbst erzeugt, sondern im späteren Verlauf gar ins Morbide und Verstörende abdriftet, sei hier nur am Rande erwähnt und mit einem einzigen Wort umschrieben: klasse!



Lobenswert: Die Macher präsentieren keinen der Charaktere als Helden. Weder die spielbaren noch die nicht spielbaren. Dennoch schaffen sie es, das aus Joel und Ellie bestehende Gespann in einer glänzenden Form von Sympathie dastehen zu lassen, wie es sonst wohl nur der Lapislazuli-farbene Himmel des Planeten Hyperions (Anm. d. Red.: Buchempfehlung "Die Hyperion-Gesänge" von Dan Simmons) zu schaffen mag. Ebenso lobenswert: Naughty Dog lässt euch keine Ruhe. Ständig werdet ihr mit neuen Begebenheiten und Situationen konfrontiert, die ihr erstens nicht erwartet hättet und zweitens gleichzeitig mit offener Kinnlade begrüsst. Und das ohne jemals das Gefühl zu bekommen, überfordert zu werden. Diesen Zustand halten die Schöpfer praktisch über die gesamte Spieldauer von rund 15 bis 20 Stunden aufrecht und übernehmen sich dabei gleichzeitig kein bisschen.

Jede Entwicklung ist detailliert und nachvollziehbar ausstaffiert, jeder Charakterzug glaubhaft, und die Spielwelt wirkt - im Rahmen einer Geschichte rund um Infizierte - jederzeit so, wie sie es soll: verwahrlost, trügerisch und einfach nur fantastisch. Ohne dabei aufgesetzt oder unecht zu wirken. Naughty Dog hat hier eine beinahe nahtlose und perfekte Illusion eine Apokalypse geschaffen und verdient sich dafür viel Lob. Behilflich bei der Erschaffung dieser Illusion ist auch das technische Grundgerüst des immer noch als Videospiel durchgehenden Werks. Ladezeiten? Die gibt es nur vor dem Spiel oder während eines Jahreszeitenwechsels - ihr seid mit Joel und Ellie nämlich während der ungefähren Dauer eines Jahres unterwegs. Begrüssenswert ist auch der Vergabestil von Trophäen. Ihr werdet nicht alle zehn Minuten von einer Trophäe-erhalten-Meldung aus der Spielwelt gerissen, nur weil ihr euch gerade des zehnten Clickers mit einer astreinen Ladung Schrot in die deformierte Birne entledigt habt. Oder 30 Minuten ohne zu sterben hinter euch gebracht habt - und glaubt uns, sterben werdet ihr!

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Andy Wyss am 25 Jun 2013 @ 13:10
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