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Kingdom Come - Deliverance: Review

  Playstation 4 

Das Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance ermöglicht es uns, in ein realistisches mittelalterliches Böhmen zu reisen, und das ganz ohne Zauberer, Hexen oder Drachen. Ob uns diese Herangehensweise überzeugen konnte, verrät euch unser Test.

Rache ist das beste Motiv

Nach einer kurzen zeitlichen Einordnung lernen wir den jungen Heinrich kennen. Er ist der Sohn eines Schmiedes und lebt im kleinen Städtchen Skalitz. Dort unterstützt er seinen Vater bei dessen Arbeit, auch wenn sich Heinrich eigentlich sehr viel mehr für das Erlernen des Umgangs mit dem Schwert interessiert. Bevor wir richtig in die Geschichte starten, müssen wir zunächst einige Erledigungen machen, was uns nicht nur in die verschiedenen Winkel des Dorfes entführt, sondern auch die Möglichkeit bietet, grundlegende Spielmechaniken wie das Handeln, das Kämpfen oder auch das Schlossknacken kennenzulernen. Sind die Aufgaben erledigt, hilft Heinrich seinem Vater beim Schmieden eines ganz besonderen Schwertes, das für einen angesehenen Lord der Region bestimmt ist. Die Freude über die Fertigstellung des Meisterwerks ist aber nur von kurzer Dauer, da kurz darauf das Chaos in der Stadt ausbricht.

Wir werden Zeuge eines brutalen Überfalls, bei dem Soldaten mit merkwürdigem Akzent das Dorf überrennen und jeden ermorden, der sich ihnen in den Weg stellt. Während sich Heinrich auf Befehl seines Vaters aus den Kämpfen heraushält, werden seine Eltern von den Angreifern getötet. Bevor er wirklich begreift, was geschehen ist, versucht unser Protagonist, in der nahe gelegenen Burg Schutz zu suchen. Da die Zugbrücke aber schon hochgezogen ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sein Heil in der Flucht zu suchen. Im weiteren Verlauf der Story versucht unser Held, den Tod seiner Eltern zu rächen, was ihn letztlich quer durch das ganze Land reisen lässt. Was er dabei auf sich nehmen und zu welchen Taten er bereit sein muss, erfahren wir im Laufe einer wirklich gut erzählten Geschichte.

Einblicke in den Alltag des Mittelalters

Auf unserer Reise lernen wir zahlreiche Aspekte des mittelalterlichen Lebens kennen. So können wir uns zum Beispiel immer wieder in actionreichen Nahkämpfen mit unseren Feinden messen. Das Kampfsystem erinnert dabei ein wenig an Ubisofts Rittergemetzel For Honor. Auch bei Kingdom Come können wir mit Waffen wie dem Schwert oder der Axt aus mehreren Richtungen angreifen. Dadurch lässt sich der Umgang mit dem Schwert sehr detailliert steuern, was interessante und abwechslungsreiche Nahkämpfe ermöglicht. Neben den unterschiedlichen Richtungen stehen uns mit dem Schlag sowie dem Stich zudem zwei verschiedene Angriffstypen zur Verfügung, die für weitere Variationsmöglichkeiten sorgen. Verbinden wir die beiden Angriffsarten, entstehen darüber hinaus mächtige Kombos, die den Feinden ordentlich zusetzen. Um das gelungene Kampfsystem abzurunden, können wir natürlich auch auf diverse defensive Optionen zurückgreifen, vom Blocken der gegnerischen Schläge bis hin zum Ausweichschritt. Da hier ein exaktes Timing erforderlich ist, um erfolgreich zu sein, ist gerade am Anfang etwas Geduld angesagt, denn einfach zu meistern sind die Nahkämpfe definitiv nicht. Dies motiviert uns jedoch langfristig dazu, die eigene Technik stetig zu verbessern.

Im Gegensatz zu den wirklich überzeugenden Nahkämpfen ist die Umsetzung des Bogenschießens etwas zu ambitioniert. Hier stehen uns keinerlei Zielhilfen zur Verfügung, was zwar für ein authentisches Spielgefühl sorgt, in der Praxis aber sehr hinderlich ist – gerade, wenn es einmal schnell gehen muss. PC-Spieler haben hier schon die Chance, mithilfe einer Mod Abhilfe zu schaffen, an der Konsole schauen wir allerdings noch in die Röhre. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich beim Knacken von Schlössern. Auch dieses ist mit dem Controller der Konsole alles andere als zugänglich und garantiert zahlreiche abgebrochene Dietriche. Auch mit einiger Übung ist das Justieren der beiden Sticks, die in eine bestimmte Stellung gebracht und dann gemeinsam gedreht werden müssen, oftmals wirklich frustrierend.

Selbstverständlich bietet uns das Mittelalterspiel außerdem die Option des Diebstahls. So können wir nicht nur fremde Häuser leerräumen, wenn die Besitzer gerade außerhalb unterwegs sind, sondern haben auch die Möglichkeit, im Vorbeigehen Leute zu bestehlen. Hier müssen wir darauf achten, uns unauffällig zu bewegen, und haben zudem ein Zeitlimit zu meistern. Dieses ist gerade dann relevant, wenn wir nach wertvollen Schätzen suchen, denn je länger die Taschen durchsucht werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, etwas von Wert zu entdecken. Auch wenn das Diebstahlsystem nicht einfach ist, weiß die Umsetzung wirklich zu gefallen, gerade da sie sich ein wenig von den bekannten Methoden vergleichbarer Titel abhebt.

Kingdom Come - Deliverance
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Daniel Walter

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Daniel Walter am 01 Mrz 2018 @ 11:54
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