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Get Even: Review

  Playstation 4 

Wirr, wirrer, Get Even

Dabei ist der Einstieg ins Spiel vor allem atmosphärisch durchaus gut gelungen. Wir schlüpfen in die Haut des knurrigen Protagonisten Black, welcher anscheinend das Ziel hat, ein entführtes junges Mädchen zu finden und zu retten. Wir erleben mit, wie die Rettungsaktion im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgeht, und finden uns kurz darauf als Gefangener in einer verwahrlosten Psychiatrie wieder und wissen erst einmal überhaupt nicht, was Sache – und natürlich so gewollt – ist. Alsdann bewegen wir uns im Stile eines Walking-Simulators langsam durch die Räumlichkeiten und durchforsten jede Ecke nach niedergeschriebenen Hinweisen oder werden mit dem einen oder anderen seichten Rätsel konfrontiert.

Anfänglich fanden wir es noch spannend und interessant, unwissend die Areale nach Informationen abzusuchen, von denen wir uns erhofften, dass sie Licht ins Story-Dunkel bringen. Leider kippte die zuvor noch neugierige Stimmung, auch auf spielerischer Ebene, schleichend in Richtung Tortur. Denn eine mysteriöse Person namens Red scheuchte uns nun in den knapp zwölf folgenden Spielstunden mithilfe eines Augmentierte-Realität-Prototypen-Helms durch ein Sammelsurium aus simulierten Erinnerungen, durch deren Erkunden wir Schritt für Schritt rekonstruieren sollten, worum es im Spiel überhaupt geht. Schade nur, dass Story sowie Gameplay mit so viel Inkonsequenz auftreten, dass sich das Spiel künstlich gestreckt und inhaltsleer anfühlt – obwohl es augenscheinlich mit seiner Fülle an zu sammelnden Informationen eigentlich das Gegenteil beweisen möchte.

https://www.youtube.com/watch?v=dJq3PhnbyHc

In zahlreichen nicht zusammenhängenden Abschnitten spiegelt sich diese Inkonsequenz leider auch spielerisch wider. So wird man vom ominösen Red immer wieder dazu aufgefordert, die Areale kampflos zu durchqueren, um die Erinnerungen nicht zu verfälschen. Würde Get Even eine anständig spielbare Schleichmechanik, beispielsweise durch ein geschickteres Leveldesign oder vielseitigere Charakter-Skills, aufweisen, wären wir diesem Wunsch auch gerne nachgekommen. So blieb uns aufgrund der trägen Spielmechanik an vielen Stellen gezwungenermaßen nur die offene Konfrontation, die sich aufgrund des ähnlich schwerfälligen Shooter-Handlings nur wenig besser anfühlte. Als cooles Gadget sei an dieser Stelle jedoch die Corner-Gun genannt, mit der man nicht nur während der Gefechte feindliche Ziele treffen, sondern auch während des einen oder anderen Rätsels sinnbildlich um die Ecke denken kann.

Ebenso wie die eigentlich ziemlich coole Corner-Gun, merkt man dem ganzen Spiel durchaus an, dass das Team ambitioniert und voller Ideen zu Werke ging. Doch die künstlich langgezogene und absichtlich über Stunden wirr gehaltene Story konnte uns kaum bei der Stange halten. Auch die Auflösung des großen Story-Rätsels war uns letzten Endes zu banal, als dass es das wilde Notizgesammle rückwirkend noch rechtfertigen konnte. Ein bisschen mehr roter Faden hätte dem Spiel in puncto Spannung bestimmt gutgetan. Auch spielerisch konnte uns der Genremix wenig überzeugen, da sämtliche Genre-Anteile in unserem Empfinden nur halbgar umgesetzt wurden. Eine Gewichtung und ein entsprechender Feinschliff hätten vielleicht für eine etwas ausgewogenere Spielbalance gesorgt. Grafisch zeigt Get Even zwar nicht mehr ganz das, was im drei Jahre alten Ankündigungs-Trailer versprochen wurde, die Areale sehen aber trotzdem durchweg gut und stimmig aus und sorgen, neben einer starken musikalischen Untermalung, für eine solide Atmosphäre, was aber leider nicht ausreicht und dafür sorgt, dass wir den Titel nur als durchschnittlich wahrgenommen haben.

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Jessica Rehse am 28 Jun 2017 @ 12:07
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