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Hellblade: Review

  Playstation 4 

In die Dunkelheit

Mehr zur Hintergrundgeschichte und Senuas Vergangenheit möchten wir an dieser Stelle nicht mehr ansprechen. Denn wie bereits erwähnt, sind das Spielkonzept und Senuas Erleben und Empfinden so geschickt miteinander verbunden, dass sich das große Ganze erst nach und nach erschließt und man manche Zusammenhänge, die sich zum Teil bereits seit Spielbeginn andeuten, zu viel späteren Zeitpunkten in ihrer Bedeutung begreifen kann. Hier ist Ninja Theory eine wirklich geschickte und spannende Narration gelungen, die trotz ihrer absichtlichen Lückenhaftigkeit von vorne bis hinten durchdacht ist und kaum bis keine Leerstellen hinterlässt.

Doch nicht nur inhaltlich und konzeptionell konnte uns der Titel schnell begeistern, auch spielerisch und inszenatorisch kann Hellblade in vielen Aspekten punkten. So bewegen wir uns mit Senua durch fantastisch aussehende Areale, die es jedoch nicht nur einfach blindlings zu durchschreiten gilt, sondern die genaustens untersucht und erforscht werden müssen, um der Totengöttin und somit auch Senuas Vergangenheit näherkommen zu können. Dabei verwischen die Entwickler ganz geschickt die Grenzen zwischen Realität, Fiktion und Senuas Leiden, ohne dass diese jedoch den Bezug zueinander verlieren.

So wartet Hellblade mit einer Mischung aus grandioser Optik und fantastisch designten Umgebungen auf, die durchzogen von geschickten (Perspektiv-)Rätseln und ummantelt von einer spannenden und durchdachten Story sind. Etwas Action gelangt durch die fordernden und anspruchsvollen Kämpfe ins Spiel, die mit wildem Knöpfedrücken jedoch nicht zu bestreiten sind. Trotz des hohen Anforderungsgrades hatten wir bei keinem Bildschirmtod das Gefühl, dass unser Ableben ungerechtfertigt war – zumal Senuas Stimmen uns vor allem in brenzligen Situationen auch mal mit einem beherzten "Hinter dir!" vor dem Gnadenstoß bewahrten, sodass wir uns nie von dem Permadeath-System des Spiels bedroht gefühlt haben.

https://youtu.be/9wYXn_l46fo

Richtig gelesen: Mit jedem Ableben wächst die sogenannte Fäulnis in Senuas Körper, und wenn diese ihren Kopf erreicht, wird sämtlicher Spielfortschritt gelöscht und das Spiel muss von vorne begonnen werden. Doch ohne zu viel verraten zu wollen, fügt sich auch dieses Spielelement flüssig und sinnvoll in das komplette Spielkonzept, und wir versichern, dass man sich davon nicht abschrecken lassen sollte. Doch bei aller Begeisterung, die wir dem Titel entgegenbringen, gibt es auch ein klein wenig zu kritisieren. Aus unserer Perspektive bewegt sich die Kritik jedoch nur auf technischer Ebene. Manch einer könnte behaupten, die Rätselstruktur würde sich zu stark wiederholen, und uns kam auch zu Ohren, dass andere die Kämpfe als zu schwerfällig erachten – wir empfanden den Mix glücklicherweise als genau richtig.

Doch leider machten uns diverse Probleme und Grafikfehler atmosphärisch mitunter dicke Striche durch die Rechnung. So verschwand beispielsweise Senua in einer Zwischensequenz komplett aus dem Bild, sodass ihr Dialogpartner nicht nur ins Leere redete, sondern sich auch die Kamera ums Nichts drehte. Ein Neuladen verschaffte Abhilfe. Weiterhin verschwanden nach Kämpfen auch einmal die Türen, die die Kampfarena begrenzten, nicht, sodass man sich mit Senua durch eine vermeintlich geschlossene Tür bewegen musste, um weiterzukommen, die beim Durchschreiten dann auch unansehnlich wegploppte. Zudem wurden wir während einiger Sequenzen des Öfteren von einem unschönen Texturfehler heimgesucht, sodass wir uns nicht mit Gegenspielern, sondern mit unscharfen Personenumrissen konfrontiert sahen, was wir verdammt schade fanden. Hier wird hoffentlich noch gepatcht!

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Jessica Rehse am 31 Aug 2017 @ 13:55
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