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MotoGP 15: Review

  Playstation 4 

800-ccm-Bastelspass

Für Abenteuerlustige, die auf der Piste gern Kopf, Kragen und eine gute Rundenzeit riskieren, bietet das Spiel bei abgeschalteten Fahrhilfen ein mehr als nur forderndes Simulationserlebnis. Ohne besagte Unterstützungen berücksichtigen Bike und Fahrer nahezu jede Kleinigkeit, die die überzeugende Fahrphysik zu bieten hat – dies wiederum führt in neun von zehn Fällen zu einer Bekanntschaft von Fahrer und Boden. Es gilt hierbei nicht nur, Bremse und Gas mit Feingefühl zu verwöhnen – Bleifüssen bricht das Motorrad gut und gern auch einmal auf der Geraden aus. Zudem müssen beim Bremsen Vorder- und Rückbremse separat perfekt getimt werden. Natürlich sind auch der geschickte Umgang mit dem Gewicht von Fahrer und Bike sowie die richtige Gewichtsverlagerung bei der Kurvenfahrt ausschlaggebend für den Erfolg. Wer schon beim ersten Date den Kuss mit dem Asphalt verhindern will, sollte sich übrigens auch genauestens überlegen, wann er sich für das dezente Plus im Topspeed stromlinienförmig auf den Tank seiner Maschine presst. Wer den Analogstick richtig im Griff hat, die Trigger zu bedienen weiss, das Ducken und manuelle Schalten punktgenau zu timen vermag, der kann, je nach KI-Schwierigkeit, seinen Gegenspielern durchaus ein paar Zehntelsekunden abnehmen. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.
Wer vor der ersten guten Platzierung nicht den Weg des Kriegers gehen möchte, dem stehen in MotoGP 15 schier unendliche Möglichkeiten zur Seite, aus einer 250-PS-Ducati ein Laufrad mit Stützrädern und Fahne zu machen. Automatikgetriebe, Bremsassistent, Ideallinie, Traktionskontrolle und Konsorten halten nahezu jeden noch so risikofreudigen Gelegenheitsrennfahrer auf den unsichtbaren Schienen und bringen nicht einmal zwangsläufig dem Spielspass einen Abbruch.

Für Technikfanatiker gibt es vor jedem Rennen in der persönlichen Box ein Süsswarenbüffet: Das Motorrad lässt sich vor den ersten Metern auf der Piste individuell der Strecke anpassen oder mit dem nötigen Feingefühl für ein paar Extra-PS modifizieren. Die unter euch, die etwas von der Härte der Federgabeln oder genauen Schaltpunkten verstehen, wird das unter Garantie viel Spass machen. Für die weniger Technikaffinen bietet der private Schrauber Abhilfe: Sagt ihr ihm, dass euer Bike schlecht in die Kurve kommt, weil es womöglich übersteuert, passt er kurzerhand die vordere Federgabel euren Bedürfnissen an.

Leider ist in MotoGP 15 nicht alles aus Zucker. Die KI ist wie im Vorgänger eine Enttäuschung. Absurde Rundenzeiten, dämliche Fahrmanöver und eine scheinbar magnetische Fixierung an der Ideallinie, was wiederum für einige Stürze eurerseits sorgen dürfte, sind an der Tagesordnung. Zudem haben die auf der Strecke vorherrschenden Wetterbedingungen kaum einen Einfluss auf das Verhalten der Bikes. Eine regennasse Fahrbahn bringt zwar gelegentlich viel zu gering gehaltene Traktionsprobleme, die vor dem Start angezeigten Windgeschwindigkeiten halten sich jedoch grundsätzlich von der Strecke fern.

MotoGP 15
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Patrick Recknagel am 25 Jul 2015 @ 16:30
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