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Tales of Berseria: Review

  Playstation 4 

Rache vom Feinsten

So sind in allen Belangen, eigentlich Tales-typisch, besonders die spannende und interessante Geschichte und das hervorragende Charakterdesign zu erwähnen. Ohne weitere geschichtliche Inhalte verraten zu wollen, sei nur so viel gesagt: Die Story ist wendungsreich und unterhaltsam und hält vor allem für Serienkenner so einige (zusätzliche) Überraschungen bereit. Auch wenn Velvets Rachemotiv mitunter etwas plakativ eingesetzt wird, gelingt es den Entwicklern, eine wunderbar tiefgehende und mitunter gar philosophische Geschichte über die Grauzone zwischen "Gut" und "Böse", über Zusammenhalt und Egoismus, über Hoffnung und Verzweiflung und vor allem über das Menschsein zu erzählen.

Der Umstand, dass wir im Laufe der spannenden Geschichte einen absolut liebenswerten Haufen an Verrückten und Außenseitern um uns scharen, die uns aus den unterschiedlichsten (Eigen-)Interessen auf unserem Rachefeldzug begleiten, komplettiert unser positives Grundgefühl nur noch. Aufgrund der extravaganten Figurenkonstellation dürfen wir im Spiel unzähligen, wunderbar witzigen und zum Teil herrlich abstrusen Plaudereien lauschen. Doch jeder Dialog ergänzt die Figurencharakterisierung sinnvoll, gibt uns Aufschluss über Vergangenheit, Beweggründe und das Innenleben der jeweiligen Figuren und sorgt so ergänzend für ein inhaltlich rundes Spielerlebnis.

https://www.youtube.com/watch?v=PJSBclPJqNI

Doch genug des Lobes, natürlich ist auch das uns so lieb gewonnene Tales of Berseria nicht perfekt, was je nach eigenen Interessen mal mehr und mal weniger subjektiv ins Gewicht fallen dürfte. In unserem Fall konnte uns zum Beispiel das Kampfsystem im Vergleich zu den Vorgängern nicht ganz so für sich gewinnen. Zwar bietet es abermals auf dem Papier eine enorme Tiefe mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten, ist für unseren Geschmack aber etwas zu sehr auf das erfolgreiche Ausführen von Komboketten ausgerichtet. Versierte und geduldige Spieler können im Pausenmenü jederzeit zahlreiche verschiedene Artes (Fähigkeiten und Angriffe) einer bestimmten Tastenbelegung zuweisen und so ihre "perfekte" Angriffskette zusammenbasteln, in der actionreichen Praxis hat sich dies für uns jedoch alles andere als perfekt, sondern sogar eher etwas holprig angefühlt. Trotzdem machen die Kämpfe ohne Frage Spaß und gehen auch gut von der Hand; bei den Vorgängern funktionierte dies aber eben noch etwas besser und flüssiger.

Des Weiteren ist nicht zu vernachlässigen, dass der Titel, was im Hinblick auf seine Vorgänger auch kein unbekanntes Problem ist, weit hinter seinen technischen Möglichkeiten zurückbleibt. Hierzulande für PC und PlayStation 4 erschienen, ist das Spiel in Japan seit knapp einem halben Jahr auch für die PlayStation 3 erhältlich – und die Verortung auf der vorigen Konsolengeneration merkt man ihm mittlerweile mehr denn je an. So wirken die Areale abermals ziemlich inhaltsleer und detailarm, und trotz des geringen grafischen Anspruchs ploppen unaufhörlich Grafikelemente sichtbar ins Bild. Inhaltlich sollte zudem nicht außer Acht gelassen werden, dass die westliche Version der Schere zum Opfer fiel und die Szene, in der Laphicet zu Spielbeginn von Arthur geopfert wird, im Vergleich zur japanischen Fassung stark abgeändert wurde, wodurch sie leider auch an Intensität und Aussagekraft verlor. Anhand dieser Kriterien steht und fällt zum Glück nicht das ganze Spiel, und Tales of Berseria hat uns trotz dieser kleinen Schwächen über viele Spielstunden bestens unterhalten.

Tales of Berseria
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Jessica Rehse am 10 Feb 2017 @ 20:10
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