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NHL 17: Review

  Playstation 4 

Dass die Bärte auch dieses Jahr in den Play-offs wachsen, ist so erwähnenswert wie die Tatsache, dass die Maskottchen gewisse Signature-Moves draufhaben und die Besucher auch mal Spruchtafeln hochhalten oder mit einem Fanschal wedeln. Unterm Strich ist das aber zu wenig, um mitzureißen, zu motivieren, zu begeistern!
Die technische Komponente ist zudem nochmals eine andere. Die Spielermodelle sind höchst detailliert und superb animiert, gar das Uncanny-Valley-Problem hat man fast in den Griff bekommen. Spieler starren also nicht mehr geistesabwesend umher, vielmehr steht ihnen die Fokussierung aufs anstehende Match ins Gesicht geschrieben. Die Trikots spannen wunderbar über die Schutzpanzer und wirbeln im vollen Lauf und mit jeder Spielerbewegung, dass es ein Fest ist, das Textil beim Spannen und Fallen zuzusehen.

Eiskratzer, verursacht durch die scharfen Kufen, die Spiegelungen auf den Helmen, das Stolpern, Drängen und Ziehen der Feldspieler und Hinschmeißen der Torwärter schaffen ein Bild, das vom Fotorealismus nur noch einen kleinen Sprung entfernt scheint.

Qualitativ hochwertige Spielmodi ohne Ende

Doch ein schöner Schein kann nicht über mauen Umfang hinwegtäuschen – das mussten XB1- und PS4-Spieler beim nur notdürftig ausgestatteten NHL 14 merken, welches eine Zumutung für Fans war. Mit jedem Jahr steigerte EA Anzahl und Qualität der integrierten Modi. So auch im Ableger für 2017. Acht verschiedene Spielarten wurden auf die Blu-ray gepresst, die zahlreichen Abwandlungen nicht mit eingerechnet. Ein schnelles (Online-)Match, der Shootout-Modus oder der World Cup 2016 in Toronto (inklusive des U-Teams!) lädt für einige fixe Runden ein. Wollt ihr euch ganz und gar dem Eisskaten ergeben, wäre eine komplette Saison sicherlich zu bevorzugen – womöglich wollt ihr aber auch nur die Play-offs auf dem Weg zum Stanley-Cup-Finale beschreiten, was euch NHL 17 ebenfalls bietet. Suchterzeugend sind die Draft Champions und das Hockey Ultimate Team, wobei letzteres nicht ohne Rüffel auskommt. Es ist ja nachvollziehbar, dass EA auch nach dem Kauf noch den einen oder anderen Euro hinzuverdienen möchte – und mit FIFA klappt das seit 2011 ganz hervorragend. In NHL überspannt man den Bogen allerdings.

Ehe ihr mit der spielinternen Währung ein neues Stickerpaket kaufen könnt, um euer aus Sammelkarten zusammengestelltes Team zu verbessern, gehen zig Matches ins Land. Oder ihr greift zu Echtgeld und verkürzt den Weg enorm. Die Preise sind fair – und vielleicht etwas zu fair. Denn schnell summieren sich viele kleine, günstige Pakete zu einem stattlichen Preis, zu welchem ihr auch ein neues Spiel hättet kaufen können.

Franchise-Modus als (fast) vollwertiges Ersatzspiel

Erfrischend ist da der Franchise-Modus, der so auch als vollwertiger Hockey-Manager hätte verkauft werden können. Spieler ein- und verkaufen, Ticketpreise festsetzen, für eine gute Teamchemie sorgen und die Mannschaft selbstredend auf Kurs bringen. Dass dann noch Stadion-Anbauten geplant und der Team-Investor bei Laune gehalten werden muss, vorrangig durch gute Leistungen, gute Transfers und exzellente Nachwuchsarbeit, ist fast schon eine Selbstverständlichkeit. Und stört ihr euch am Spielstand einer laufenden Simulation, übernehmt ihr kurzerhand selbst die Kontrolle über euer Team. Anstoß Action lässt grüßen. Nur ist auch im Franchise-Modus die Präsentation ein Ärgernis. "The Journey" in FIFA oder eben die 2K-Spiele zeigten, dass man Entscheidungen höchst emotional transportieren kann – EA blendet bei NHL stattdessen schnöde Multiple-Choice-Boxen ein.

Bei allen Lobeshymnen gibt es auch leise Kritik. Schön, dass die DEL dabei ist, nur wird die auch nicht weniger populäre zweite Eishockey-Liga noch immer nicht aufgenommen. Auch wäre es angesichts weltweit steigender Verkaufszahlen der NHL-Reihe an der Zeit, neben den Texten auch die Kommentatoren deutsch zu vertonen. Und wieso können wir alles Mögliche online spielen, nur nicht eine Online-Liga oder wenigstens ein Match, in welchem jeder echte Spieler nur ein Alter Ego übernimmt? Bei FIFA klappt dies doch auch. Steigerungspotenzial ist also vorhanden.

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Daniel Wendorf am 14 Okt 2016 @ 08:34
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