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RIDE 2: Review

  Playstation 4 

Die Rufpunkte, zweite Währung nach einem Rennen, nutzt ihr, um im internationalen Ranking des Spiels aufzusteigen. Nach einer vorab festgelegten Anzahl an Saison-Events, die ihr aber frei wählen dürft, werdet ihr zum Saisonhöhepunkt eingeladen, der ungleich schwieriger ist als die Events zuvor. Zu denen gehören Zeitfahrten, Rundkursrennen oder Hindernisparcours. Die Bandbreite geht voll in Ordnung. Wie aber ist es um die Technik bestellt, wo doch der Vorgänger enttäuschte?

Technisch gut, aber nicht exzellent

Die technischen Vorzüge und Negativpunkte in RIDE 2 lassen sich auf einer der markantesten Strecken nachvollziehen: Macao. Die chinesische Spielerstadt (oder auch: das Las Vegas bzw. Monaco Asiens) ist berühmt für sein Formel-3-Finale, das als riesengroßes Event jedes Jahr erneut abgefeiert wird. In den Häuserschluchten der urbanen Metropole finden sich lange Geraden ebenso wie Spitzkehren und Zickzackkurven. Perfekt, um ein Bike auf Herz und Nieren zu testen – und ganz nebenbei die Spiel-Engine zu checken.

Was auffällt: Von größeren Popups bleibt RIDE 2 verschont. Allenfalls in weiter Ferne springt ein Gebäude Macaos ins Bild, das zwei, drei Frames zuvor noch nicht dorthin gehörte. Die Bildrate bleibt konsequent stabil, erkauft wird die flüssige Wiedergabe allerdings durch wenig detaillierte Randbebauung und sich ständig wiederholende sowie etwas langweilige Texturen – und 08/15-Bauteile, die auf den Fantasiekursen (zu) häufig schnell hintereinander gesetzt werden. TrackMania lässt grüßen.

Trotzdem ist die Grafik ansehnlich, was insbesondere den exzellent modellierten Maschinen geschuldet ist. Diese sind die eigentlichen Stars des Spiels und von der kleinsten Schraube bis zum komplexen Bodywork extrem nahe am Fotorealismus – nur die Windschutzscheibe hätte einige Polygone mehr verdient, um den Eindruck zu festigen. Zudem imposant sind die Regeneffekte mit Gischt, kleinen und großen Tropfen auf Visier und virtueller Kamera sowie unzähligen komplexen Spiegelungen. Dann kommt RIDE 2 schon in die Nähe des Grafikprimus im Rennspielbereich, namentlich DriveClub.

Eine andere Baustelle ist die KI. Teil 1, so monierten wir damals, strapazierte das Fahren im geschlossenen Feld extrem. Entweder ihr führtet weit vor dem Rest des Feldes oder wart abgehängt. Dank einer breiteren Auswahl an Bikes pro Rennen und verschiedenen KI-Stärken innerhalb des Starterfeldes sind die Probleme in den Begriff bekommen worden. Spannende Zieleinläufe sind fast garantiert; nach Stürzen habt ihr trotzdem noch eine Chance, mindestens Anschluss ans Feld zu finden. Gerade in Macao, das wie kaum eine andere Rennstrecke Kenntnisse zu jedem Kurventyp abverlangt sowie Geraden und eng verwinkelte Passagen ineinander übergehen lässt, hat die KI mit Problemen zu kämpfen. Die Ideallinie treffen sie nicht immer, verhaken sich gerne im Pulk und verstopfen die Strecke und finden erst auf den Geraden wieder zu einem flüssigen Fahrstil. Generell sind Überholmanöver der Konkurrenz zu vorhersehbar, um wirklich packend zu sein; zudem halten sich die CPU-Fahrer auch bei harten Rammattacken auffällig lange im Sattel.



Euch hingegen wirft es schnell ab. Schlimm? Nö. Im Gegenteil. RIDE 2 perfektioniert die im Ansatz gute Physik-Engine des Vorgängers. Jedes Bike hat eine ganz eigene Charakteristik, verhält sich aber stets akkurat und nachvollziehbar. Böse Überraschungen, dass plötzlich ein Zweirad untersteuert, statt gediegen durch die Kurve zu fahren, bleiben euch erspart.

Splitscreen – eine Sensation?

Eine Erwähnung, die vor zwei Konsolengenerationen keine wert gewesen wäre: RIDE 2 besitzt einen Splitscreen-Modus. In diesem könnt ihr gegen ein leicht dezimiertes Feld an KI-Fahrern auf die Strecke gehen oder euch gegenseitig im Zeitfahren unterbieten. Auf Xbox One und PlayStation 4 tatsächlich eine Rarität. Natürlich wird RIDE 2 auch online gefahren – hier sind es ebenfalls die Standardmodi, die jedes andere Rennspiel auch bietet. Für den Zeitvertreib nebenbei ganz passabel – bis ihr weiter die vielen, vielen Bikes sammeln wollt.

RIDE 2
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Daniel Wendorf am 29 Nov 2016 @ 15:10
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