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State of Mind: Review

  Playstation 4 

Wie Schatten und Licht

Sehr schön zu sehen ist, dass Richard und Adam komplett gegensätzlich gezeichnet werden. So ist Richard ein eher griesgrämiger Zeitgenosse, der sämtlichen technischen Errungenschaften, die mit künstlicher Intelligenz zusammenhängen, äußerst kritisch gegenübersteht. Hier lassen sich Parallelen zum Kinoerfolg iRobot erkennen, dessen Protagonist eine ähnliche Sichtweise erkennen lässt. Demzufolge verzichtet Richard in seiner Wohnung auch weitestgehend auf moderne Technik. Der vorhandenen, die aber wohl ausnahmslos von seiner Frau angeschafft wurde, begegnet er zudem mit großer Abneigung. Adam scheint hier sehr viel aufgeschlossener zu sein, und so finden wir in seinem Apartment nicht nur ein futuristisches Klavier, sondern beispielsweise auch eine Apparatur, mit der das Ambiente der Räume angepasst werden kann.

Auch die Darstellung der beiden Wohnungen könnte gegensätzlicher nicht sein. Während Richard in einem dunklen, wenig einladenden Apartment lebt, handelt es sich bei Adams Zuhause um ein helles, modernes und von Licht durchflutetes Loft, das eine sehr positive Grundstimmung besitzt. Gleiches gilt im Übrigen für die Gegenden, in denen beide Protagonisten wohnen. So befindet sich Richards Wohnung in einem düsteren Viertel Berlins, in dem Kriminalität und Drogen an der Tagesordnung sind. Adams Loft ist dagegen Teil eines modernen Gebäudekomplexes, der von Hochhäusern mit Glasfassaden und einladenden Parks umrahmt wird. Umso interessanter ist die Tatsache, dass die Geschichten der beiden Hauptfiguren irgendwie miteinander verbunden zu sein scheinen. Wie diese Verbindung aussieht, werden wir euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Ein modernes Adventure mit dichter Atmosphäre

Spielerisch präsentiert sich State of Mind als modernes Adventure. Wir interagieren also mit zahlreichen Gegenständen, lesen Textboxen, um mehr über die Hintergrundgeschichte zu erfahren, oder positionieren uns in Dialogen durch die Wahl entsprechender Antwortoptionen. Hinzu kommen viele verschiedene kleinere Aufgaben und Interaktionsmöglichkeiten. So können wir zum Beispiel den Tonfall von Richards Kolumne selbst bestimmen, puzzeln einzelne Bildfragmente aus Videoaufnahmen zu einem kompletten Standbild zusammen oder stellen unsere musikalischen Fähigkeiten am Klavier der Zukunft unter Beweis – um nur einige zu nennen. Die Welt um uns herum überzeugt darüber hinaus mit einer dichten und authentischen Atmosphäre. Die düsteren Straßen der deutschen Hauptstadt sind dabei ebenso gelungen in Szene gesetzt wie moderne Firmengebäude, zwielichtige Klubs oder die surreale, hochtechnisierte Gegend, in der Adam zu Hause ist.

Erschreckender Realismus trotz Low-Poly-Optik

Die kreierte Stimmung ist dabei dermaßen greifbar, dass man die Low-Poly-Optik quasi nicht wahrnimmt. Trotz der gewählten Darstellung wirken State of Mind und das inszenierte Zukunftsszenario nämlich zu jeder Zeit erschreckend realistisch. Der Realismus wird durch viele Kleinigkeiten, die die Welt sehr lebendig wirken lassen, noch weiter herausgearbeitet. Hierzu gehören zum Beispiel Ansagen im Radio, die uns über weltweite Geschehnisse informieren, oder auch Gespräche zwischen Nicht-Spieler-Charakteren, an denen wir vorbeilaufen. Bei letzterem Punkt ist allerdings noch etwas Luft nach oben, denn oftmals passieren wir Menschengruppen, bei denen die einzelnen Figuren ihre Lippen zwar bewegen, wir aber leider rein gar nichts zu hören bekommen. Weniger gut gelöst ist ebenfalls die Markierung aktueller Ziele, sodass man immer wieder etwas orientierungslos in der Gegend herumsteht, da man schlichtweg nicht weiß, wo sich das genannte Ziel befindet. Da die einzelnen Areale aber nie sonderlich groß sind, können wir zur Not sämtliche Ecken abgehen, um die richtige Interaktionsmöglichkeit zu finden. Auch gibt es hier und da kleinere Grafikpatzer zu entdecken, bei denen wir zum Beispiel das hohle Innere der Low-Poly-Figuren zu Gesicht bekommen. Dies stört natürlich die Immersion, ist aber nicht so gravierend, dass der Spielspaß massiv darunter leidet.

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Daniel Walter am 14 Aug 2018 @ 12:06
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