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Days Gone: Review

  Playstation 4 

Überlebenskünstler trifft Raufbold

Days Gone will aber nicht nur als reines Story-Abenteuer auftrumpfen. So stellt die offene Welt einen wichtigen Eckpfeiler im Spielprinzip dar. Da man im Laufe des Abenteuers sehr weite Strecken zurücklegen muss, ist man über das eigene Motorrad sehr dankbar. Den Überlebens-Aspekt muss man bereits hier im Auge behalten, denn der Tank will regelmäßig nachgefüllt werden, und nach Stürzen muss das Gefährt teils repariert werden. Sukzessive wertet der Spieler das Bike durch Verbesserungen auf. Die Steuerung ist gerade zu Beginn etwas schwammig, doch nach einiger Zeit tritt eine gewisse Gewöhnung auf, sodass man sein Motorrad kaum noch missen will.

Das ist vor allem auch der Tatsache geschuldet, dass die Welt voller Gefahren ist. Tagsüber begeben sich die meisten Freaker an ihre Schlafstellen, nachts sind sie in Massen unterwegs. Darüber hinaus sind auch menschliche Widersacher ein großes Problem. Kopfgeldjäger versuchen einen nicht selten aus einem Hinterhalt heraus zu ermorden oder warten in kleinen Verstecken mit allerhand Schießkraft auf den Spieler. Ein verrückter Kult, der sich Ripper nennt, ist außerdem noch gefährlicher. Die mit Narben übersäten Anhänger wollen den Freakern ähnlich werden und schrecken vor keiner Gräueltat zurück.

Days Gone Screenshot

Durch diese verschiedenen Gegnergruppen entstehen auch die vielfältigen Aufgaben im Spiel. Die einzelnen Camps vergeben Aufträge, bei denen man zum Beispiel bestimmte Zielpersonen ausschalten oder gefangen genommene Camp-Mitglieder retten muss. Schleichmissionen sind ebenso wie actionreiche Ballerabschnitte vorhanden. Dabei geht es je nach Story-Mission in verlassene Sägewerke oder zu einem Stromkraftwerk. Ein zusätzlicher Erzählstrang führt Deacon außerdem zu den sogenannten NERO-Forschern, womit man einige Hintergründe des Ausbruchs und der Entwicklung der Freaker mitbekommt. Obwohl die Aufgaben irgendwann durchaus generisch anmuten, verliert man kaum die Motivation. Vermutlich auch, weil man sich durch verdiente Camp-Punkte neue Waffen kaufen kann und einem durch zunehmenden Fortschritt freischaltbare Fähigkeiten in den drei Talentbäumen zur Verfügung stehen. Motivierte Spieler können derweil auch als Sammler bzw. Jäger auftreten und auf die Suche nach Pflanzen gehen, Rehe erlegen oder Fährten auswerten, um Überlebende zu finden. All das ist nützlich, um mehr Punkte zu sammeln und dank einiger Crafting-Funktionen neue Waffen wie Molotowcocktails oder mit Nägeln bespickte Baseballschläger herzustellen.

Trotz der vielen Möglichkeiten bleibt der fade Beigeschmack, dass die meisten Abschnitte kaum zur Erkundung einladen, da es nur wenige Geheimnisse in der Welt gibt. Größere Städte wurden im Vorfeld zwar versprochen, fehlen jedoch völlig. Außerdem ist beim Erkunden besonders am Anfang die Gefahr groß, dass man auf eine Freaker-Horde trifft. Die Horden sind aber nichtsdestoweniger ein absolutes Highlight im Spiel. Die Gruppen von mehreren hundert Untoten sind einfach eindrucksvoll dargestellt. Haben sie einen erst mal entdeckt, rennen sie auf den Spieler zu, der kaum eine Chance hat. Die schiere Masse an Gegnern sorgt schon für einen Anstieg des Adrenalinspiegels. Wirkliche Möglichkeiten, gegen solch eine Gruppe anzutreten, erlangt der Held aber erst gegen Ende des Abenteuers. Das ist schade, da man so manch eine Erkundungstour schlichtweg meidet.

Days Gone
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Daniel Dyba am 02 Mai 2019 @ 11:50
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