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Monster Hunter: World: Review

  Playstation 4 

Monster Hunter? More like Fashion Hunter!

Das Kernelement eines jeden Monster Hunter ist das Sammeln und Verarbeiten von Materialien. Hauptsächlich natürlich von den Kreaturen, die wir erlegt haben, aber auch Erze und Pflanzen, die wir überall in der Welt abbauen können. Mit diesen Materialien können wir zum einen unsere Waffen verbessern und zum anderen neue Rüstungen sowie verschiedene nützliche Utensilien bauen. Für jede Waffe steht uns zu Beginn ein gutes Dutzend Verbesserungen zur Verfügung. Diese unterscheiden sich unter anderem im Waffenschaden, in der Schärfe der Waffe und in ihrem Element. Zu Beginn mag die Auswahl etwas klein und ernüchternd wirken. Doch nach ca. der Hälfte des Spiels verdreifacht (!) sich das Arsenal an Verbesserungen und lässt sehr viel Spielraum für Experimente.

Eine wahre Freude ist das Herstellen von Rüstungen. Denn mit jedem Monster, dessen Materialien wir das erste Mal sammeln, schalten wir ein neues, meist fünfteiliges Rüstungs-Set frei. Diese sind so konsequent schön und kreativ gestaltet, dass nach jeder erfolgreichen Mission der Gang zur Schmiede eine freudige Pflicht ist. Rüstungen unterscheiden sich natürlich nicht nur in ihrem Aussehen, sondern auch in ihren Werten sowie Fähigkeiten. Meist ergibt es mehr Sinn, sich aus verschiedenen Sets das Beste rauszusuchen, anstatt alle Teile aus demselben zu wählen. Das Ergebnis ist eine bunte Mischung an Rüstungsteilen, die nicht zusammenpassen wollen und dennoch famos aussehen. Nun, abgesehen von dem pinken Schlüpfer aus T-Rex-Leder für die weiblichen Charaktere ...

Monster Hunter: World Screenshot

Damit wir uns die ganzen schönen Sachen bauen können, müssen wir zuerst die dazugehörigen Monster erlegen. Doch das allein reicht nicht, denn für die besonders wertvollen Materialien müssen wir gezielt die Körperteile der Bestien attackieren, bis diese brechen oder, in seltenen Fällen, abfallen. Optisch ist dies leider weniger spektakulär, als es vielleicht klingen mag. Denn mit Ausnahme von den Schwänzen des einen oder anderen Drachen und Dinos können wir kaum Veränderungen an den Monstern erkennen, von ein paar kleinen Löchern in den Flügeln oder ausgerupften Federn abgesehen. Angesichts der Tatsache, dass die Monster ansonsten zu den wohl am besten gestalteten und animierten Wesen gehören, die wir jemals in einem Spiel bewundern durften, ist dies ein wenig schade. Allerdings haben wir auch Verständnis dafür, würde ein abgeschlagenes Bein doch eine völlig neue Animation erfordern, deren Arbeitsaufwand immens wäre. Dennoch hätten die optischen Unterschiede ruhig ein wenig markanter sein können, denn es kommt regelmäßig vor, dass wir die Meldung erhalten, wir hätten ein Körperteil des Monsters gebrochen, ohne zu wissen, was genau wir denn jetzt eigentlich getroffen haben. "Gut beobachten", lautet also die Devise. Doch das sollten wir sowieso tun, denn Monster Hunter: World bietet uns weder eine Lebens- noch eine Ausdauer- oder Statusanzeige des Monsters. Das Einzige, was uns das Spiel zugesteht, sind die aufploppenden Zahlen, die uns verraten, wie viel Schaden unsere Schläge verursachen. Den Rest müssen wir am Verhalten des Monstrums ausmachen. Dies gelingt auch erstaunlich gut. Mit der Zeit fällt es uns immer leichter zu erkennen, wie es gerade um unsere Beute steht. So können wir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Angriffe durchführen, um maximalen Schaden auszuteilen.

Doch das Spiel lässt uns mit der Analyse der Monster nicht völlig allein. Mit der Zeit füllt sich mehr und mehr unser Monsterlexikon, welches uns mit traumhaft schönen Bildern die Stärken und Schwächen der heimischen Wesen sowie die Drop-Chancen ihrer Materialien aufzeigt. Mit der Zeit ist es fast schon zu einem Ritual geworden, vor der Jagd noch einmal die Schwächen des Monsters zu studieren und anschließend die passende Waffe zu wählen. Dies ist auch immens wichtig, denn so unterschiedlich die Biester in Größe, Geschwindigkeit und Stärke sind, so unterscheiden sich auch die Waffen. Mit elf Nahkampf- und drei Fernkampfwaffen steht uns ein ausreichend großes Arsenal zur Verfügung, um zu experimentieren. Sei es das klassische Großschwert mit viel Wumms, die Gleve (ein langer Stab mit scharfen Enden), mit der wir uns agil in die Luft befördern können, um auf den Rücken unserer Beute zu klettern, oder das Bogengewehr, welches wir mit einem guten Dutzend an verschiedenen Munitionsarten laden können. Zwar sind manche Waffen leichter zu verwenden als andere, doch letzten Endes bedürfen alle Übung, um sie wahrlich zu meistern. Die Lernkurve ist dabei jedoch nicht allzu steil, sodass es ohne weitere Probleme möglich ist, zwischen den verschiedenen Waffen zu wechseln und sich auch im späteren Spielverlauf noch eine neue Waffe anzueignen. Jedoch muss hier ganz klar gesagt werden, dass einige Waffen wesentlich stärker sind als andere. Zwar ist keine davon nutzlos, jedoch entfalten einige Exemplare erst in einer Gruppe ihre volle Wirkung.

Monster Hunter: World Screenshot

Ebenfalls Übung bedarf es, die Unzahl an Objekten richtig zu verwenden, die uns zur Verfügung stehen. Die Auswahl erstreckt sich dabei von Heiltränken über Bomben bis hin zu Fallen. Auf den ersten Blick wirkt die Masse an Materialien und Gegenständen vielleicht etwas überwältigend, jedoch ist das Crafting so bequem gestaltet, dass es zu keiner Zeit lästig wird und mit wenigen Handgriffen erledigt ist, ohne dem Spieler dabei die gesamte Arbeit abzunehmen. Das Meiste davon ist optional und kann getrost ignoriert werden, jedoch verspielt man dann einen gewaltigen Vorteil. Mit Fallen und Beruhigungsbomben können wir beispielsweise die Monster fangen, anstatt sie zu töten, was nicht nur den Kampf abkürzt, sondern uns auch mehr Materialien als Belohnung einbringt. Lediglich zu kritisieren ist hier, dass es um einiges leichter ist, die Monster einzufangen, sodass es sich eigentlich nie lohnt, sie bis zum Ende zu bekämpfen. Allein schon, weil es viel länger dauert.

Wo wir gerade beim Schwierigkeitsgrad sind: Monster Hunter: World wird von einigen als das "Dark Souls des Jurassic-Parks" bezeichnet. Vergesst dies gleich wieder. Denn diese Aussage ist nicht nur mehr als irreführend, sie wird dem Spiel auch nicht gerechnet (beiden nicht, um genau zu sein). Im Folgenden wollen wir kurz die Gemeinsamkeiten aufführen: große Waffen, große Monster, fancy Rüstungen, manchmal etwas knifflig.

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Jakob Gustavs am 17 Feb 2018 @ 11:19
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