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Gran Turismo 5: Review

  Playstation 3 

Glänzt? Schon. Ein wenig.

Kommen wir endlich zum Technischen. Ist Gran Turismo 5 die neue Grafikreferenz? Jein. Erläutern wir zunächst die negativen Aspekte. Die optische Qualität der Strecken schwankt sehr stark. Während beispielsweise der Autumn Ring und die Bucht von Tokio extrem hässliche Randbebauungen, peinliche Bitmap-Objekte und Pop-ups bieten, sind viele andere Kurse extrem hübsch - insbesondere jene, auf denen die Wettereffekte eingeschaltet werden können. Nachts über einen japanischen Highway zu rasen, während der Regen an die Frontscheibe klatscht. Nur ein wenig illuminiert rast man in die Dunkelheit - und erschreckt, wenn die Spur sich plötzlich verengt oder die Haarnadelkurve doch nicht so breit ist, wie gedacht. Alles in allem aber sind die Szenarien ansprechend gestaltet, überzeugen mit guten Texturen, enttäuschen hingegen mit etwas zu blassen Farben. Oft hat hier die Konkurrenz die Nase vorn - zudem darf man während der Rennen keine Effektorgie erwarten. Keine Blur-Schlieren, keine allzu grossen Überblendeffekte. Dafür entschädigen die zahlreichen Reflexionen und die stets stabile Framerate, die mit fehlender Kantenglättung und oft auftretendem Tearing gesichert wurde.

Neu in der Serie sind Wettereffekte sowie Tag-und-Nacht-Wechsel - auf einer Hand voll Strecken. Heisst also, dass nicht jeder Kurs zu mitternächtlicher Stunde und bei Regen befahren werden darf, sondern nur die, auf denen es noch Ressourcen gegeben hat, die das zulassen. Die Wettereffekte sind hübsch, wenngleich die Gischt des Vordermanns dichter hätte ausfallen können, während das Fahren in die Nacht hinein für Staunen sorgt. Die Scheinwerferkegel leuchten Objekte sowie Strecken akkurat aus und gehören zum Besten, was es derzeit in diesem Bereich gibt.



Die Fahrzeugmodelle sind top und suchen ebenfalls plattformübergreifend ihresgleichen. Wobei wir auch hier relativieren müssen. In GT5 herrscht eine Zweiklassengesellschaft. Da gibt es zum einen ein Gros der 1.000 Fahrzeuge, 800 an der Zahl, die aus den PS2-Vorgängern und dem Prolog übernommen wurden und nur dezent aufgehübscht vorfahren. Das mag man am der Chassis-Form nicht sehen; wer sich auf Details wie Kühler, den Unterboden oder Seitenspiegel konzentriert, dem fallen die zahlreichen Ecken und Kanten auf. Eine Cockpit-Perspektive sucht man für diese Vehikel vergeblich. Die Premiummodelle hingegen haben einen modellierten Innenraum, unglaublich viele Details (bis hin zu kleinsten Schrauben) und wissen so zu gefallen. Die beiden Roster sind strikt voneinander getrennt.. Zur Auswahl selbst sei noch gesagt: Der Schwerpunkt liegt klar auf japanischen Modellen in all ihren Variationen. Europäische und amerikanische Autobauer sind ebenfalls integriert, fallen aber deutlich magerer aus.

Die Soundkulisse, essentiell für ein Rennspiel. Ein Motor muss röhren, wenn er 500 PS oder mehr hat, Unfälle müssen ordentlich scheppern und das Publikum muss mit vollen Lungen die Fahrer anfeuern. Denkste! Die Audiokulisse ist der Tiefschlag in Gran Turismo 5. Fast alle Motoren hören sich an wie nervige Staubsauger. Auffahrunfälle geben nur einen sehr dumpfen Ton von sich, und das Publikum wurde im Soundmix vernachlässigt, während die Hintergrundmusik europäische Hörgewohnheiten ignoriert.

Die Bedienung und Steuerung: Die Boliden steuern sich angenehm unterschiedlich, weisen eigene Charakteristika auf und punkten mit sehr guter Simulation der Fliehkräfte und einem exzellenten Reifenmanagement. Nicht allzu gelungen ist das gross angekündigte Schadensmodell, über das nur Premiummodelle verfügen. Man muss schon mehrmals mit viel Schmackes frontal gegen die Streckenbegrenzung donnern, um die Stossstange zu verbiegen. Halbgar umgesetzt also - Forza 3 punktet mit sehr akkuraten Verformungen, ähnlich wie das letzte WRC-Game. Von Schäden unter der Haube mögen wir nicht reden - hier sind die SimBin-Simulationen noch immer das Mass der Dinge, da sie Motorenplatzer, Getriebeschäden, Bremsprobleme und andere technische Ausfälle mit in das Fahrverhalten einbeziehen. GT5 versucht das durch Kraftverlust lang gedienter Motoren etwas auszugleichen. Die gleiche Anspannung wie in GTR2, wo jedes merkwürdige Geräusch den Puls in die Höhe schnellen lässt, empfindet man im Sony-Racer nicht.


Die Menüs hingegen sind sehr hübsch, bieten viele Anhaltspunkte, um auch den Einstieg zu meistern (hier sei nochmals auf die Lizenzen hingewiesen, die quasi eine Fahrschule darstellen), und die frei anpassbare Steuerung für die Rennen.

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Daniel Wendorf am 02 Dez 2010 @ 12:21
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