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Hitman: Special

  Playstation 4 

Stärken und Schwächen

Einzig und allein die Technik und die Distributionsform als Wermutstropfen sorgten bei uns für gelegentliches Kopfschütteln. So gibt es in der Gegnerkonzeption tolle Ansätze wie zum Beispiel besonders aufmerksame Nicht-Spieler-Charaktere (kurz: NSCs), die bemerken, wenn plötzlich beispielsweise ein fremder Kellner im Kollegium auftaucht, und schnell ahnen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Leider setzt die Gegner-KI aber auch oft genug aus, sodass wir uns manchmal selbst wunderten, wie wir uns völlig ungeschickt und plump zu unserer Zielperson durcharbeiten konnten, indem wir uns beispielsweise – kurz davor, entdeckt zu werden –, in einem vollen Raum einfach hinter eine Kiste hockten und verharrten oder uns mehr als auffällig über den Wachen an einem Sims entlanghangelten, ohne auch nur eines Blickes gewürdigt zu werden. Das soll jedoch Jammern auf hohem Niveau darstellen, denn die Missionen sind aufgrund der vielen Möglichkeiten und der hohen Anzahl an NSCs als potenzielle Beobachter unseres Vorgehens noch immer knifflig genug. Zudem können Hitman-Veteranen wahlweise sämtliche Hilfsoptionen wie zum Beispiel die Minikarte und die Zielmarker ausschalten und somit auch noch einmal den Schwierigkeitsgrad regulieren.

Offenkundig nicht gefallen hat uns hingegen die Vermarktungspolitik des Titels. So sind die Episoden im Einzelerwerb für 14,99 Euro (Intro-Pack) beziehungsweise 9,99 Euro nicht sonderlich günstig (man kann natürlich auch das geringfügig vergünstigte Komplettpaket kaufen) und bieten trotz der immensen Möglichkeiten innerhalb der Missionen jedoch nur eine sehr statische Abwechslung in Form diverser zusätzlicher Spielmodi. Der Wiederspielwert ist daher nur gegeben, wenn man sich stundenlang mit wirklich demselben beschäftigen kann. So kann man zwar immer neue Lösungswege erschließen, sich neue Zielpersonen zuweisen lassen und andere Vorgaben nutzen, letztendlich bewegt man sich jedoch in den immer selben Arealen mit sich nur leicht verändernden Möglichkeiten und Abläufen. Abseits der wirklich tollen Hauptmissionen hat die Episodenkonzeption ihr Pulver dann leider schnell verschossen.

Hitman Bild
Des Weiteren ist die monatliche Veröffentlichung unserer Meinung nach nicht ganz ideal. Im Hinblick auf andere Episodenspiele sind vier Wochen Wartezeit natürlich ein auffallend geringer Abstand, jedoch sind diese von der Bedienung und Linearität viel selbstverständlicher und der Einstieg ins Folgegeschehen nach längerer Wartezeit um einiges einfacher, als bei dem viel umfangreicheren und komplexeren Hitman-Titeln. Nach einem Monat Wartezeit ging bei uns zu Beginn jeder Episode erst einmal das große Hakeln los, da die Steuerung, Handhabung und Spielmechanik erst einmal wieder ins Gedächtnis gerufen werden mussten. Wie sich die Wartezeit auf das Wahrnehmen der Story auswirkt, lässt sich hingegen noch kaum einschätzen, da der Titel bisher nur wenige, zwar augenscheinlich verknüpfte, jedoch nur lose aufeinander Bezug nehmende Zwischensequenzen bietet und im Allgemeinen noch nicht abzusehen ist, inwiefern sich das Bild letztendlich noch zusammenfügen wird oder nicht.

Großer Kritik- und auch Frustpunkt ist hingegen die Entscheidung, das Spiel in einen Online- und einen Offline-Modus zu splitten. Da es nicht mit permanenter Online-Verbindung gespielt werden muss, hat Square Enix gekonnt umschifft, den umstrittenen Online-Zwang nicht eingeführt zu haben. Da aber nicht alle Spielinhalte im Offline-Modus zugänglich sind, muss man wohl oder übel auf welche verzichten, wenn man nicht über eine ständige Breitbandverbindung verfügen kann oder will. Besonders ärgerlich ist dabei die Tatsache, dass auch in Online- und Offline-Spielstände unterschieden wird und diese untereinander nicht kompatibel miteinander sind. Falls also, wie auch einmal in unserem Test geschehen, keine Verbindung zum Server möglich ist und man dementsprechend automatisch in den Offline-Modus versetzt wird und dann weiterspielt, kann man nicht einfach seinen Spielstand nutzen, um halt nur temporär auf die Online-Features zu verzichten und dann wieder "normal" weiterzuspielen, wenn die Verbindung zum Server wieder möglich ist. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme lässt viel Raum zum Interpretieren. Trotz dieser kleinen Mankos kann man jedoch nicht bestreiten, dass Hitman im Kern wirklich herausragend geworden ist.

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Jessica Rehse am 11 Nov 2016 @ 21:31
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