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E3 Expo 2006: Reportage zur Sony Pressekonferenz

  Playstation 3 

Mit einem schnellen Schnitt zur Playstation 3

Kaum ist der letzte Satz zur Playstation Portable gesagt, beginnt bereits ohne Ankündigung ein Video. Scheinbar munter zusammengewürfelte Gamer schildern ihre Erfahrungen zum Thema Playstation und sagen, warum sie sich so auf die dritte Generation freuen. Echte Meinungen? Normale Menschen auf der Strasse? Man weiss es nicht und so bleibt irgendwie ein etwas fader Beigeschmack zurück.

Doch das Video ist schnell vergessen, denn endlich beginnen die wichtigen Themen der Konferenz. Die Playstation 3 wird angesprochen. Zunächst jedoch wieder erst einmal mit trockenen Fakten, die den meisten bereits aus dem letzten Jahr geläufig sein werden. So wird die Konsole vom Cell-Prozessor angetrieben und unterstützt die Formate CD, DVD und Blu-ray. Eine Festplatte wird fest zum Lieferumfang gehören, der Controller wird kabellos sein und bis zu vier (ehemals sieben, doch das neue Bild deutet auf weniger hin) Stück davon finden Kontakt an einer einzigen Playstation 3. Ausserdem wird wieder einmal erwähnt, dass die PS3 tatsächlich ein 1080p HD-Signal ausgeben wird. Besonders hier liegt ein grosser Streitpunkt zwischen Sony und Microsoft, da die Xbox 360 lediglich 720p vollständig unterstützt und für den Rest Umrechnungen vornehmen muss.

E3 Expo 2006 Bild
Auf Seiten der Kompatibilität will die Konsole wirklich jeden glücklich machen. Neben der selbstverständlichen Unterstützung von PS3-Spielen und Blu-ray soll die Konsole ausserdem auch mühelos PS1- und PS2-Spiele sowie DVD-Filme und Audio-CDs verarbeiten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einbindung der Playstation Portable. Wie können beide Geräte ideal zusammen genutzt werden? Eine denkbare Möglichkeit wird später in der Pressekonferenz vorgeführt: Die PSP kann beispielsweise bei Rennspielen schlicht und ergreifend als Rückspiegel verwendet werden. So entfällt das lästige Umschauen und auch auf dem Hauptschirm muss kein Platz mehr für einen Spiegel geopfert werden. Eine wirklich gute Idee, die von Spieldesignern sicherlich noch deutlich weiter ausgereizt werden kann.

Neben ein paar weiteren Prognosen zum Thema Blu-ray und HD Gaming allgemein, gibt es ausserdem ganz kurz und nebenbei erwähnt die Playstation 3 zu sehen, wie sie weltweit im November verfügbar sein soll. Zunächst scheint sich Sony auf die Farbe schwarz zu beschränken, denn von der silbernen Konsole ist nicht die Rede.

Endlich: Phil Harrison betritt die Bühne

Für die anwesenden Redakteure kann der darauf folgende Auftritt von Phil Harrison nur bedeuten, dass es nun endlich um die Spiele geht. Zunächst wird jedoch klar gemacht, dass alle Entwicklerteams seit der letzten E3 fleissig gearbeitet haben, um sich mit der Technologie vertraut zu machen und erste Produkte präsentieren zu können. Bereits nach kurzer Zeit wird Kazunori Yamauchi auf die Bühne gebeten, der Präsident von Polyphony Digital, den Machern der beliebten Gran Turismo-Reihe. Direkt geht es zu einer Vorführung von

Gran Turismo HD

, das im Wesentlichen eine aufgemotzte Version von Gran Turismo 4 sein soll. Die Menüs machen dabei starken Gebrauch von der hohen Auflösung und auch bei der Wagenauswahl finden sich bereits zehn Wagen mit Vorschaubild. Kaum im Spiel angekommen hat vor allen Dingen eines gefehlt: Der Wow-Effekt. Die Demo sieht gut aus, aber von den Füssen haut sie niemanden. Zur Ehrenrettung muss allerdings auch gesagt werden, dass das Entwicklerteam erst vor kurzem seine eigene Motorradsimulation fertig gestellt hat, weswegen nicht viel Zeit war, um wirklich viel für eine E3-Demo vorzubereiten.

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Kurzer Rückblick: Die Pressekonferenz 2005

Ob sich Sony mit der Pressekonferenz im letzten Jahr wohl ins eigene Knie geschossen hat? Blicken wir einfach kurz zurück: Die Videospielgemeinde war unglaublich gespannt auf die Vorstellung der Playstation 3. Wie würden wohl die Spiele der nächsten Generation aussehen? Eines muss man Sony lassen: Designtechnisch hatten sie bereits letztes Jahr voll abgesahnt. Die PS3 sieht edel aus, auch wenn sie gelegentlich mit einem Brotkasten verglichen wurde. Den meisten Hohn musste wohl der extrem rundliche Controller einstecken.

Sonys grösster Fehler im Jahr 2005 war jedoch die Präsentation der Spiele. Denn nach ein paar sehr netten und anschaulichen Echtzeit-Technologiedemos ging die Präsentation in eine Anreihung von prachtvollen Videos über. Die Menge war begeistert. Spiele wie Killzone Next-Gen oder Motor Storm raubten den anwesenden Redakteuren den Atem. Alle waren sich einig: Diese Grafik würde den Begriff Next-Gen wahrhaft prägen. Skeptiker gab es allerdings auch schon während der Präsentation und so dauerte es nicht lange, dass eben diese misstrauischen Menschen Recht behalten würden. Im Grunde war fast alles vorgerendert. Von Echtzeit war keine Rede mehr. Plötzlich wurden Stimmen laut, die besagten "So in etwa stellen wir uns die Grafik für die nächste Konsolengeneration vor!". Äh, bitte, was? So in etwa ist die Vorstellung?

Microsoft hat es bekanntlich geschafft, die Xbox 360 Ende 2005 auf den Markt zu bringen. Die erste Konsole der neuen Generation. Spiele wie Kameo konnten mit einer tollen Grafik in hoher Auflösung punkten. So langsam gewöhnten sich die Spieler daran, wie High Definition nun wirklich am heimischen Fernseher aussehen würde.

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Benjamin Boerner am 13 Mai 2006 @ 20:54
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