GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Der Pate: Review

  Playstation Portable 

Wenn ihr nicht gerade zu den ganz blutigen Amateuren zählt, hört ihr beim Wort "Filmumsetzung" alle Alarmglocken laut und klar schrillen. Berüchtigt waren ja beispielsweise schon zu Zeiten des Commodore Amiga (Ruhe in Frieden) Filmadaptionen aus dem Hause Activision: Bei diesen Machwerken konnte man sich üblicherweise des Eindrucks nicht erwehren, die Filmlizenz habe bereits den Grossteil des Projektbudgets verschlungen. Solche Games waren nämlich zumeist dermassen grottenschlecht, dass sie reihenweise wenig prestigeträchtige Titel wie "Gurke des Monats" einheimsten. Aber auch heutige Konsolen- und PC-Spieler kriegen, wenn es darum geht, eine Filmlizenz zu verwerten, in der Mehrzahl der Fälle leider bestenfalls mittelmässige Action-Adventures vorgesetzt. Die Müsterchen für diese Innovationsarmut sind zahllos, verantwortlich dafür sind die risikoscheuen Marketingabteilungen der Spieleindustrie. Glücklicherweise bestätigen vereinzelte Ausnahmen diese triste Regel, wie das ausserordentlich gelungene The Chronicles of Riddick nachdrücklich beweisen konnte. Der Pate ist leider keine solche Ausnahme, dies sei gleich vorneweg gesagt.

Story

Die Handlung von Der Pate orientiert sich an ausgewählten Szenen aus dem gleichnamigen, im 1972 erschienenen und dreifach oscarprämierten Film von Francis Ford Coppola. Ihr steuert einen kriminellen Emporkömmling, der als Kind mitansehen muss, wie sein Vater von der Mafia ermordet wird. Rein geschäftlich natürlich, nichts Persönliches. Trotzdem Grund genug für den Bengel, sich später als junger Erwachsener selbst der Cosa Nostra anheim zu geben, auf dass rächendes Blut in Strömen fliesse. Man begleitet diesen sizilianisch-amerikanischen Racheengel alsdann auf seinem Weg vom kleinen, im Umgang mit Waffen und Fäusten noch ungeübten Aussenseiter der Mafiafamilie Corleone bis zum allein herrschenden Don von New York, dem Boss der Bosse, dem Paten der Paten, mithin also dem absoluten Übermafioso, vor dem auch noch der grösste und verdorbenste Kriminelle wie ein unbedarfter Klosterschüler aussieht. Insgesamt betrachtet also eine Story, wie man sie schon zuhauf in Filmen und Games aller Art miterlebt hat (kleiner Nobody wird zum Star, mit Happyend und Schallala).


Gameplay

Der Pate wurde aufgeteilt in zwei Spielmodi: Story-Modus und Mob Wars. Der Story-Modus besteht aus einer Serie von Action-Missionen, Mob Wars entspricht einem rundenbasierten Strategiespiel. Leider ist es den Entwicklern nicht gelungen, diese beiden Modi wirklich sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Es bestehen bloss drei Verbindungen: Erstens müsst ihr beide Modi durchlaufen, um Don von New York zu werden und das Game zu Ende zu bringen. Zweitens und drittens erarbeitet ihr euch in beiden Modi Respekt beziehungsweise Geld. Bekanntermassen geht bei den Mafiabrüdern ja ohne Respekt und Geld reichlich wenig, so ist es also auch in Der Pate von entscheidender Bedeutung, wer man ist und was man hat.

Es wäre sehr zu wünschen gewesen, dass die beiden Spielmodi aufeinander abgestimmt, miteinander snychronisiert sind und den Spieler durch den Handlungsverlauf leiten, damit eine packende Mischung aus Action und Strategie entsteht. Dem ist aber nicht so, denn es steht euch mit Ausnahme der ersten paar Tutorial-Missionen völlig frei, zuerst den Story-Modus komplett zu durchlaufen und euch erst dann den Mob Wars zuzuwenden (oder halt umgekehrt). Die spielerische Freiheit, die ja vom Gedanken her lobenswert wäre, geht damit zu Lasten des roten Fadens: Ihr könnt im Story-Modus bereits die ganze Stadt beherrschen, in den Mob Wars aber nur ganz wenige Territorien. Wegen dieser sehr losen Verknüpfung der beiden Spielmodi hat man somit letztlich das Gefühl, zwei weitgehend getrennte Spiele zu zocken.

Der Pate
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?

Valentin Haller

Der-Pate


Der-Pate


Der-Pate


Der-Pate


Valentin Haller am 04 Okt 2006 @ 08:52
Kaufen
oczko1 Kommentar verfassen