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Ford Street Racing: LA Duel: Review

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Böse Zungen behaupten ja über Ford, es handle sich dabei um ein Akronym, das für "Found On Road Dead" steht. Mit dem vorliegenden, vermutlich massiv von der Ford Motor Company subventionierten Rennspiel Ford Street Racing: LA Duel (fortan mit FSR: LA Duel abgekürzt), gelingt den Marketingspezis der Versuch, diese bösen Zungen zum Schweigen zu bringen. Zumindest im virtuellen Bereich. Obschon die Entwickler ein Schadensmodell integriert haben - was bei einem "Werbespiel" an sich schon erstaunlich ist -, bleibt hier nämlich trotz übelster Crashes kein einziges Auto auf der Strasse liegen.

Nomen est omen

Dank des langen, aussagekräftigen Titels ist eigentlich klar, worum es in FSR: LA Duel geht. Sagen wir es der Vollständigkeit halber trotzdem: um Rennen auf den Strassen von Los Angeles, welche ausschliesslich mit Fahrzeugen der Marke Ford bestritten werden. Überraschend, nicht wahr?! Scherz beiseite: Für Vielfalt ist trotz Beschränkung auf den einen Hersteller gesorgt, stehen doch vierundzwanzig Originalfahrzeuge in den drei Kategorien "Klassisch", "Leistung" und "Hohe Leistung" zur Auswahl. Neben Oldtimern aus den 1960er- und 1970er-Jahren erhaltet Ihr also auch Gelegenheit, aktuellere Fahrzeugtypen wie Focus oder Escort und sogar hochgezüchtete PS-Boliden vom Format eines GT oder GT90 zu fahren. Austoben dürft Ihr euch auf insgesamt sechsunddreissig Strecken, wovon der grösste Teil aus Stadtkursen besteht - glücklicherweise ohne Gegenverkehr.


Arcade-Wolf im Simulations-Schafspelz

FSR: LA Duel ist zwar ein reinrassiges Arcade-Rennspiel, es versucht aber auch den Eindruck zu erwecken, über einen hohen Grad an Realismus zu verfügen. In Bezug auf das Fahrverhalten der Karossen gelingt das sogar recht gut, denn eine klassische Heckschleuder fährt sich spürbar anders als ein schneller Hochleistungsbolide. Auch die Soundkulisse soll zu einem lebensnahen Fahrerlebnis beitragen, was die Entwickler durch das komplette Weglassen der Hintergrundmusik während der Rennen zu erreichen versuchten. Dem Autor dieser Zeilen hat das zwar ziemlich gut gefallen, viele Spieler wird es aber sicherlich nerven, wenn nur Motorengebrüll und Reifengequietsche zu hören ist - auch wenn diese Soundeffekte zugegebenermassen verhältnismässig gut klingen. Ein optisch eindrückliches Schadensmodell rundet letztlich den Quasi-Simulationsanspruch von FSR: LA Duel ab.

Und trotzdem ist und bleibt das Spiel im Kern ein Arcade-Racer, wie es sich für eine Mobilkonsole auch gehört. Es ist ja kaum zu erwarten, dass Sony dereinst für die PSP ein Lenkrad in das Zubehörsortiment aufnimmt, um damit das Angebot von Rennsimulationen zu legitimieren. Zurück zum Thema, der Beweisführung hinsichtlich des Arcade-Charakters von FSR: LA Duel. Das vorgenannte Schadensmodell hat keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten, ist mithin also nur optisches Beiwerk (und die Reparatur in der Garage somit reine Geldverschwendung). Das unterschiedliche Fahrverhalten ist zwar okay und glaubwürdig, jedoch fehlt die Möglichkeit, die Wagen auch per Handschaltung zu steuern. Grund dafür: die Schultertasten werden für die Team-Karriere benötigt. Und letztlich sind grosse gelbe Pfeile, die enge Kurven kennzeichnen, ebenso wenig realistisch wie die Tatsache, dass Kollisionen mit Strassenlaternen oder Bäumen lediglich zu einer geringfügigen Temporeduktion führen und das Auto kaum aus der Spur zu bringen vermögen. Es bleibt also letztlich die Vermutung, dass die erwähnten Features nicht einem Designkonzept entsprangen, sondern vielmehr aus der Not technischer und marketingspezifischer Zugeständnisse geboren wurden. Ist zwar nicht schlimm, wirkt halt aber unausgegoren.

Ford Street Racing: LA Duel
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Valentin Haller

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Valentin Haller am 04 Dez 2006 @ 14:11
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