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Manticore: Galaxy on Fire: Review

  Nintendo Switch 

Nintendos Hybridkonsole Switch ist vollgepackt mit Hardware, die sich im Smartphone-Bereich schon vor einigen Jahren etablierte. Das ist toll für Entwickler, die auf bewährten Grundlagen aufbauen – und eigentlich auch eine gute Sache für Spieler, die eine ordentliche Umsetzung der Spiele spendiert bekommen. Manticore: Galaxy on Fire gehört leider nicht zu dieser Güteklasse.

Dazu sei gesagt, dass das Original bereits vor drei Jahren für Android und iOS erschienen ist. Seitdem sind Millionen Spieler rund um den Globus unterwegs in fernen Galaxien und frönen einer eigentlich schönen Zukunft. Längst hat sich die Menschheit mit Alien-Völkern bekannt und vertraut gemacht. Handel und Wohlstand prosperieren, Friede auf allen Erden. Doch während einer großen intergalaktischen Konferenz werden ein ganzer Planet und die im Orbit befindliche Kriegsflotte zerstört. Letztlich müsst ihr als namen- und charakterloser Rookie mit einer Handvoll Versprengter die Drahtzieher des Anschlags finden und kaltstellen. Die Geschichte bietet kaum spannende oder gar unvorhersehbare Wendungen, dennoch sind Charaktere und Dramatik in einem guten Drehbuch festgeschrieben. Schade nur, dass nur Standbilder zum Einsatz kommen, die kurioserweise komplett (auf Englisch) vertont wurden.

Habt ihr euch durch die wenigen Menüs geklickt, geht es auch schon auf den ersten Erkundungsflug durchs All. Und das ist ein langweiliger Ort. Ein paar Sternennebel, Planeten als Hintergrundtextur, mal ein Asteroidenfeld oder eine verlassene Raumstation: Viel Liebe steckten die Designer wahrlich nicht rein. Gut, derlei Ödnis hat Titeln wie Wing Commander oder Elite: Dangerous nicht geschadet, die genannten Klassiker bieten dafür spielerisch einiges. Manticore laviert zwischen X: Rebirth und Star Fox. Eine typische Mission läuft wie folgt ab: Ihr werdet in eurem Raumschiff bugsiert, fliegt durchs All, knallt ein paar Gegner ab und düst wieder heim. Die Entwickler wollen die Illusion erzeugen, dass derlei Missionen abwechslungsreich sind. Mal verteidigt ihr Türme, mal eskortiert ihr einen Schlachtenpott von A nach B, mal sammelt ihr Ressourcen. Doch hinter dieser Fassade steckt der immer gleiche eintönige Ablauf. Ausnahme: Die optionalen Bergungsmissionen, in denen ihr mithilfe einer Sonde rare Materialien und Blaupausen einsammelt. Hier seid ihr ungebunden und könnt die verschiedenen Umgebungen frei erkunden. Die gefundenen Blaupausen und Ressourcen setzt ihr auf dem Mutterschiff Manticore ein, um neue Ausrüstung und Schiffe freizuschalten. Reparaturen eures beschädigten Raumschiffs weist ihr ebenso auf der Manticore an – im Smartphone-Original kosteten sie entweder massig Zeit oder eben Geld.

Derlei Bezahlschranken wurden für Manticore gestrichen. Schade nur, dass die Entwickler von Fishlabs kaum weitere Anpassungen vornahmen. Das Spiel dümpelt – ähnlich wie Gear.Club Unlimited – auf einem eher unterirdischen Niveau vor sich hin und langweilt mit seinen Zwei-Minuten-Einsätzen. Wo bleiben die epischen Raumschlachten? Wo die abwechslungsreichen Missionen? Wo die umfangreichen (!) Anpassungen? Man sucht vergebens danach.

Überhaupt spricht alles für einen schnellen Port. Die Grafik ist eben nicht besser als auf betagten Smartphones, die Präsentation noch genauso nüchtern, die Steuerung wenigstens an die JoyCon angepasst. Das ginge sicherlich anders, nur würde dann mehr Geld in die Hand genommen werden müssen. Angesichts der Indie-Flut und Portierungen auf Switch ein großes Wagnis.

Manticore: Galaxy on Fire
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Daniel Wendorf

Daniel Wendorf am 30 Jun 2018 @ 15:48
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