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Sniper Elite V2 Remastered: Review

  Nintendo Switch 

Mit Sniper Elite V2 Remastered schafft es ein echter Zweiter-Weltkriegs-Klassiker aus dem Hause Rebellion auf Nintendos Switch. Wie uns die aufpolierte Version gefallen hat, verraten wir euch im Test.

Auch abseits der Kampagne gibt es viel zu tun

Ergänzend zur Singleplayer-Kampagne stehen uns als Solospieler zwei weitere Modi zur Verfügung. So müssen wir es im Kill-Serie-Modus mit mehreren Wellen an Gegnern aufnehmen, und zwar auf einem von insgesamt fünf Schauplätzen. Der Herausforderungsmodus hält darüber hinaus vier verschiedene Missionen für uns bereit, in denen wir vorgegebene Ziele erfüllen müssen. Dabei nehmen wir ranghohe Nazi-Offiziere und sogar den deutschen Oberbefehlshaber selbst ins Visier. Für Kills erhalten wir dabei jede Menge Punkte. Je spektakulärer diese ausfallen, desto höher wird die Punktzahl. Bei Kopfschüssen und Tötungen aus besonders großer Entfernung gibt es also einen entsprechend höheren Score. Wer über eine Nintendo-Switch-Online-Mitgliedschaft verfügt, kann sich außerdem in Mehrspielergefechte mit bis zu acht Teilnehmern stürzen. Hier warten Spielmodi wie Team-Deathmatch, Capture the Flag oder auch König der Entfernung, wo sich Scharfschützen austoben können.

Ein Scharfschütze gegen eine deutsche Übermacht

Doch widmen wir uns nun dem Herzstück des Spiels: der Singleplayer-Kampagne. Diese lässt sich in drei Schwierigkeitsstufen bestreiten, vom Kadett bis hin zur Sniper-Elite. Außerdem können wir uns für einen angepassten Modus entscheiden, bei dem die Stufe der Feinde, die taktische Hilfe sowie die Ballistik der Kugeln entsprechend den eigenen Wünschen verändert werden können. Die Kampagne beginnt mit einer Sequenz, die aus realen Kriegsaufnahmen zusammengeschnitten ist. Wir befinden uns in den letzten Zügen des Zweiten Weltkriegs. Die Tage des Naziregimes sind gezählt, und auch die deutsche Wunderwaffe, die V2-Rakete, konnte dies nicht mehr verhindern. Allerdings geht es den Alliierten bereits um die Zukunft, denn noch immer befinden sich führende Wissenschaftler des V2-Programms in der umzingelten deutschen Hauptstadt. Um zu verhindern, dass die Experten den russischen Streitkräften in die Hände fallen, stürzen wir uns als amerikanischer Scharfschütze ins Geschehen.

Dabei sind wir häufig darauf bedacht, im Verborgenen zu bleiben. Wir schleichen uns also an Feinden vorbei, schalten sie mit schallgedämpften Waffen aus oder lenken sie mit Steinen ab, um an ihnen vorbeizukommen. Außerdem helfen uns Minen jeder Art dabei, den Weg freizuhalten. Unsere Hauptziele schalten wir in der Regel auf spektakuläre Art und Weise mit dem Scharfschützengewehr aus. Doch offene Gefechte, bei denen neben unserer Distanzwaffe auch MGs und Pistolen zum Einsatz kommen, stehen ebenso auf dem Programm. Das Gameplay von Sniper Elite V2 funktioniert auch heute noch hervorragend. Es ist sowohl abwechslungsreich als auch spannend und schafft es außerdem, die Geschichte glaubhaft einzubinden. Etwas, was das Spielerlebnis ein wenig trübt, ist die KI, die leider oftmals nicht ganz so clever ist und uns quasi erst wahrnimmt, wenn wir ihr buchstäblich auf die Füße treten. Zudem schlendert sie gelegentlich etwas verloren durch die Landschaft und kehrt uns mitten im Gefecht den Rücken zu.

Sichtbare Optimierungen

Sniper Elite V2 war in Sachen Atmosphäre schon immer eine Glanzleistung. Die düstere, Rebellion-typische Grundstimmung kommt auch im Remaster hervorragend zur Geltung und wird mit wolkenbehangenem Himmel, unheilvollen Rauchschwaden oder einem authentischen Lichteinfall mit passenden Schattenwürfen sehr gut in Szene gesetzt. Auch die Schauplätze, egal ob drinnen oder draußen, vermitteln eine intensive Zweiter-Weltkriegs-Stimmung, die in aktuellen Titeln wie Battlefield V bei Weitem nicht so greifbar ist. Der Soundtrack des Titels ist heute noch grandios, denn er trieft geradezu vor amerikanischem Pathos und passt mit seinen wuchtigen Blechbläsern und den rhythmischen Streichern hervorragend ins Setting.

Natürlich müssen wir beim V2-Remaster auch auf die Serien-typischen Killcams nicht verzichten, die uns bei diversen Volltreffern auf spektakuläre Art und Weise zeigen, wie Knochen brechen oder Organe von Kugeln zerfetzt werden. Mit einer Sache hatten wir auf der Switch allerdings definitiv zu kämpfen: die Steuerung. Gerade bei einem Scharfschützen-Titel kommt es nun mal auf Präzision an, und diese ist mit den Joy-Cons alles andere als leicht zu erzielen. Dafür sind Nintendos Controller einfach nicht genau genug, sodass wir gerade bei höheren Schwierigkeitsstufen schon ins Schwitzen kamen. Wenn man es hier etwas komfortabler haben möchte, kommt man um den Pro-Controller eigentlich nicht herum. Wer übrigens aufgrund der Lockerung der USK-Vorgehensweise auf originalgetreue Flaggen und Symbole gehofft hat, dem sei gesagt, dass wir auch im Remaster kein Hakenkreuz zu sehen bekommen. Im Gegensatz zur Wolfenstein-Reihe wird hier der Feind aber wenigstens beim Namen genannt.

Sniper Elite V2 Remastered
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Daniel Walter

Daniel Walter am 16 Mai 2019 @ 15:25
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