GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Pokemon Schwert und Schild: Review

  Nintendo Switch 

Nach der großen Kontroverse, die im Vorfeld in der Pokemon-Fangemeinde herrschte, sind nun die umstrittenen ersten Pokemon-Hauptspiele für die Nintendo Switch erschienen und haben einen beeindruckenden Verkaufsstart hingelegt. Wir sind für euch ein weiteres Mal als Trainer auf große Reise gegangen und haben die Titel auf Herz und Nieren geprüft.

Eine neue Region erwartet euch

Dieses Mal verschlägt es euch in die Galar-Region, die vom Design her Groß-Britannien nachempfunden ist. Begrüßt werdet ihr zum ersten Mal nicht vom örtlichen Pokemon-Professor, sondern durch Liga-Präsident Rose, der euch in einer gigantischen Arena eine kurze Einführung zu den namensgebenden Taschenmonstern gibt. Schon in dieser allerersten Cut-Scene fallen einige Dinge negativ auf. Zum einen die Grafik, die sich leider im Vergleich zu den letzten Titeln Ultra-Sonne und Ultra-Mond auf dem 3DS nicht sonderlich verbessert hat. Zum anderen, dass die Spiele immer noch nicht vertont sind. Das nimmt der Szene viel von ihrem Glanz und hätte den neuen Titeln insgesamt gutgetan. So ist der Schritt der Pokemon-Hauptreihe von Handheld auf Konsole nicht so groß, wie viele Fan es sich gewünscht haben.

Nach dieser Begrüßung trefft ihr euren „Rivalen“ Hop und den aktuellen Champ Delion und dürft euch kurz darauf euer erstes eigenes Pokemon aus den drei neuen Startern Hopplo, Memmeon und Chimpep aussuchen. Das euch mit seinem Typ unterlegene Taschenmonster wird Hop begleiten und ihr dürft euch in einem ersten Gefecht auch gleich dagegen beweisen. Langjährige Pokemonspieler werden hier positiv überrascht. Weder wird uns hier eine Erklärung zu den verschiedenen Typen und ihren Stärken und Schwächen aufgezwungen, noch müssen wir uns ein Tutorial zum Fangen von Pokemon ansehen. Abgesehen davon ist das Spiel aber so linear wie seine Vorgänger und wie in den letzten Ablegern üblich, werden wir schwer gegängelt. Grade zu Beginn ist es kaum möglich, ein paar Schritte zu laufen, bevor ihr wieder in ein Gespräch verwickelt oder zu einem freundschaftlichen Kampf aufgefordert werdet. Hier gibt es also keine Verbesserung. Aber trotz aller Kritik wissen die neuen Abenteuer zu gefallen und bieten eine Menge Spielspaß.

Wie bereits bei den Let’s Go-Titeln erwarten euch statt ausgestorbener Routen wilde Pokemon, die sichtbar durch das hohe Gras streifen und auch auf euch reagieren, wenn sie euch sehen. Die gewöhnten Zufallsbegegnungen gibt es ebenfalls noch, nun kündigen sie sich aber durch ein Ausrufezeichen im Gras an und ihr könnt entscheiden, ob ihr mit dem Taschenmonster kämpfen wollt oder nicht. Wenn ihr euch jetzt fragt, wozu ihr überhaupt noch Zufallsbegegnungen braucht: sie bieten euch eine größere Auswahl an Pokemon als die, die sichtbar herumlaufen. Es lohnt sich also durchaus, auch mal einen der Zufallskämpfe mitzunehmen, wenn ihr euren Pokedex vervollständigen wollt. Apropos Pokedex: Vorbei sind die Zeiten, in denen ihr wirklich alle Taschenmonster fangen konntet. Für Schwert und Schild hat Gamefreak lediglich einen Teil der bekannten Pokemon der vergangenen Generationen übernommen. Dabei sind sie in der Fangemeinde auf großen Widerstand gestoßen, zumal einige Entscheidungen nur schwer nachvollziehbar sind. So kommen Glumanda-Fans auf ihre Kosten, während Liebhaber der nicht weniger gefeierten ersten Starter Schiggi und Bisasam in die Röhre gucken. Seid also gewarnt, wenn ihr aus Prinzip in jeden Hauptspiel immer mit dem gleichen Team auf die Reise geht: Viele eurer Favoriten haben es potenziell nicht in die neuen Generationen geschafft. Wenigstens sind die neuen Taschenmonster dieser Generation überwiegend gut gelungen.

Pokemon Schwert und Schild Screenshot


Die verschiedenen Orte der Galar-Regionen, die ihr bei eurer Reise besucht, sind schön gestaltet und laden zum Erkunden ein. Allerdings macht die Grafik der Switch Schande. Matschige Texturen soweit das Auge reicht, Treppchenbildung, das volle Programm. Da wäre mehr drin gewesen, von anderen Spielen sind wir deutlich besseres gewohnt. Die Musik, ein Mix aus neuen und alten, aber neu vertonten Stücken, untermalt recht passend das Geschehen. Passend zum Groß-Britannien-Thema von Schwert und Schild ist die neue „böse“ Organisation namens Team Yell den britischen Fußball-Hooligans nachempfunden. Sie unterstützen den Arena-Challenger ihrer Heimatstadt und versuchen, allen anderen und damit auch euch Steine in den Weg zu legen. Eine wirklich bedrohliche Stimmung kommt dabei aber nie auf. Immerhin bekommt Team Yell mit Fortschreiten der Handlung noch etwas mehr Tiefe, wodurch sie einen Fortschritt zu Team Skull aus Sonne und Mond darstellen, und bieten sogar noch einen netten Twist im Laufe der Geschichte.

Die Geschichte, die in Schwert und Schild erzählt wird, ist ziemlich vorhersehbar und wenig spannend oder mitreißend, tut aber ihren Zweck. Trotzdem wäre hier deutlich mehr drin gewesen. Es ist schade, dass die Erzählung, die eigentlich Potential geboten hätte, mehr oder weniger belanglos vor sich hindümpelt und an einigen Stellen sogar einfach völlig in Vergessenheit gerät. Wir empfinden das als deutlichen Rückschritt im Vergleich zu den gut gelungenen Handlungssträngen der vergangenen Ableger.


Pokemon Schwert und Schild
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Wiebke Tischler

Wiebke Tischler am 26 Dez 2019 @ 17:23
oczko1 Kommentar verfassen