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Kirby's Epic Yarn: Review

  Wii 

Das knuffelige, kugelrunde, rosarote Nintendo-Maskottchen hat bei einem Grossteil der potentiellen Gamer wahrlich einen schweren Stand. Noch buntere Welten und noch abstraktere Figuren, als es sich Nintendos Konkurrenz je im Traum ausmalen könnte, und selbst gestandene Nintendo-Jünger kaufen die Ware nicht blind. Manchmal völlig zu Unrecht und ganz besonders im vorliegenden Fall. Man hat wohl selten ein Spiel gesehen, das in seiner Aufmachung und bis ins Detail so liebevoll gestaltet wurde wie Kirby und das magische Garn.

Oh Schreck, ein rosa Fleck

Eine rosarote Kugel mit zwei spitzen Füsschen, zwei winzigen Ärmchen, grossen Augen und einem riesigen Mund. Was wie eine Kaugummiblase mit Erdbeergeschmack anmutet, ist Nintendos Flaggschiff, wenn es darum geht, traditionelles Gameplay einer Anfängerzielgruppe näherzubringen. Auch wenn Kirby noch so bekannt und beliebt sein mag, seine Bestimmung ist auch immer seine Schwäche. Der zuckersüsse Vielfrass schleicht sich mit Vorliebe in Spiele, die keinen besonders hohen Schwierigkeitsgrad aufweisen können, womit die grosse Nintendo-Fangemeinde, die bei einem Super Mario blindlings zugreift, komplett unterfordert wird. Wenig überraschend ist dies auch bei dem vorliegenden Spiel nicht anders, aber aufgepasst: Kirby und das magische Garn ist ein echtes Liebhaberstück geworden, das den vorhin genannten Makel mit einem aussergewöhnlich hohen Ideenreichtum locker kompensiert. Ja, es scheint fast, als könnten sich die Entwickler mit Kirby ungeniert und ohne Franchisedruck austoben. Hier steckt in jedem Pixel wahrlich Herzblut.

Tomaten verschluckt

Kirby verschlingt eines Tages hungrig eine leckere Tomate und wird dabei von einem bösen Zauberer nach Stoffland teleportiert. Dort angekommen, rettet er Prinz Plüsch vor einem Garnmonster und beschliesst, dem neuen Freund beim Vereinen des zerrissenen Stofflandes zu helfen. Stoff, Flicken, Garn, Knopf, Reissverschluss, Steppdecke, Steppstich, Faden, Filz... Stoffland gleicht einem riesigen Flickenteppich aus Omas Strickkiste, während Wintermonaten entstanden, in wochenlanger Handarbeit. So viel Charme hat ein Videospiel selten versprüht. Keine fotorealistische Grafik, keine auf Hochglanz polierten Abzugbilder. Die digitale Spielewelt geht bald vergessen und man erliegt einer schier fassbaren Illusion, die eine unglaubliche Wärme ausstrahlt. Klingt nach einem esoterischen Psalm mit Titel Love & Peace, doch hier gibt es nicht nur eine heile Welt, sondern auch die Verbindung vom Gefühl vergangener Kindertage mit dem modernen Medium.

Garn hab ich gern

Eine Erzählstimme entführt in eine Märchenwelt, in der der Spieler das Abenteuer als klassisches Jump 'n' Run bestreitet, bei dem man die Wiimote quer hält und das digitale Steuerkreuz zum Bewegen verwendet, wobei man weder den Classic Controller noch denjenigen des GameCube verwenden kann. Ausgerüstet mit einer Art Garnpeitsche, hüpft man durch die Stofflandschaften, dröselt die Garngegner auf und wirft sie als Wollknäuel auf andere Gegner. Kirby schwebt durch die Lüfte oder taucht in tiefste Tiefen, um mit Fischen zu schwimmen. Überall scheinen kleine Verstecke verborgen zu sein. Auf der Suche nach Edelsteinen und den unterschiedlichsten Items zurrt man Stoffteile in der Landschaft auf und legt dahinter eine versteckte Fläche frei oder öffnet neue Wege. Hinter doppelschichtigen Stofflagen kann sich Kirby - als herausgewölbter Knubbel in Szene gesetzt - sogar verstecken und neue Orte erreichen.

Kirby's Epic Yarn Bild

Kirby's Epic Yarn
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Severin Auer

Kirbys-Epic-Yarn


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Severin Auer am 19 Mrz 2011 @ 01:46
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