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Sid Meier's Pirates!: Review

  Wii 

Ohne Frage zählt Sid Meier's Pirates! heutzutage zu den grossen Klassikern der Spielehistorie, obwohl kaum noch jemand von diesem Meisterwerk spricht. Dabei bot es bereits 1987 auf dem C64 oder PC und später auch auf dem NES, Amiga und Atari ST eine riesige sowie offene Spielewelt, die nur darauf wartete, erkundet zu werden. 2004 veröffentlichte Sid Meiers Studio Firaxis ein 3D-Remake für PC und Xbox, das drei Jahre später für die PSP in den Handel kam. Wii-Besitzer mussten noch einmal drei Jahre auf ihre Umsetzung der mittlerweile sechs Jahre alten Neuauflage warten. Doch das hat sich gelohnt.

Freibeuter der Meere

Selbstverständlich muss niemand das uralte Original kennen, um mit Pirates seinen Spass zu haben. Denn alles fängt noch mal neu an: Ein böser Baron verhaftet die gesamte Adelsfamilie des noch jungen Protagonisten, der vor seiner Festnahme fliehen kann. Zehn Jahre später schwört er noch immer Rache und setzt alles daran, seine Verwandten aus den Kerkern zu befreien. Als er auf einem Schiff anheuert, sieht er seine Chance gekommen: Er inszeniert eine Meuterei und darf sich kurze Zeit später Kapitän eines hübschen Kutters nennen. Vor dem eigentlichen Spielstart, der mit hübschen Videosequenzen eingeleitet wird, bastelt man sich seinen Helden zusammen und individualisiert sogar das Schiff. Das gab es im Original noch nicht, war aber schon Bestandteil des 2004er-Remakes.

Kurze Zeit später kann das Abenteuer in der Karibik des 17. Jahrhunderts beginnen. Auf der Seite der Englänger, Spanier, Franzosen oder Holländer darf man seine Karriere beginnen, diese Entscheidung hat massive Auswirkungen auf den Spielverlauf. Denn die Nationen stehen zum Beispiel im Krieg zueinander, was dem Spieler Vor- und Nachteile bringt. Ausserdem ändern sich später die Beziehungen zwischen den Ländern, zudem darf man auch die Seiten ändern oder gleich als gesetzloser Freibeuter sein Unwesen auf den Weltmeeren treiben. Das Faszinierende an Pirates ist unverändert der grosse spielerische Freiraum, der einem geboten wird. So muss man nicht zwangsläufig die Familie befreien, alternativ bezwingt man mächtige Piraten und steigt die kriminelle Karriereleiter so weit rauf, bis man zu einem gefürchteten Bösewicht wird. Oder wie wäre es denn mit dem Kauf und Verkauf von Waren? Als Händler bringt man es in Pirates auch weit, schliesslich kann man in jeder Stadt mit Gütern hantieren und gutes Gold verdienen. Mit dem Heiraten der Gouverneurs-Tochter oder dem Aufspüren von Schätzen kann man auch gewinnen.

Eine Frage der Zeit

Die Besonderheit bei Pirates ist, dass man niemals unendlich viel Zeit hat. Der Protagonist wird fortlaufend älter und verliert an Lebenskraft. Der körperliche Verfall führt dazu, dass man im schlimmsten Fall seine Angehörigen nicht retten kann, weil man sich mit dem Erfüllen der zahlreichen Nebenaufträge zu lange Zeit liess oder sich zu sehr auf das Kämpfen auf hoher See konzentriert hat. Folglich wird man Pirates mehrfach neu starten, ohne dass sich alles wiederholt. Wie bei Sid Meiers Civilization ist jedes Spiel anders und man kann seine Taktiken und, sozusagen, Lebensziele neu planen. Nicht unerwähnt sollte hier bleiben: Auch die Welt verändert sich selbständig. Zum Beispiel wachsen Ortschaften, andere werden erobert oder Piraten gewinnen an Macht.

Während der Odyssee segelt man aber nicht nur von A nach B, um Aufträge anzunehmen, Städte zu besuchen oder mit den Gouverneurs-Töchtern zu flirten. Denn allerlei Spiel-Elemente sorgen für eine grosse Portion Abwechslung. So fechtet man mit konkurrierenden Kapitänen, bombardiert weiter entfernte Schiffe, findet Schätze an Land, schwingt das Tanzbein, heuert Matrosen an, repariert die ständig wachsende Schiffsflotte und rüstet sie auf oder hält sich unfreiwillig im Gefängnis auf. Obwohl man einen Grossteil dieser Dinge schon vor über 20 Jahren erleben konnte, ist der unglaublich facettenreiche Mix aus Action, Strategie und Geschick auch heutzutage noch ungemein fesselnd. Ausserdem gibt es nach wie vor nur wenige Spiele, in denen man sich als Pirat einen Namen machen kann, und das in einer solch weitläufigen Inselwelt.

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Sven Wernicke


Sid-Meiers-Pirates!


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Sven Wernicke am 11 Okt 2010 @ 16:20
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