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Zelda - The Twilight Princess: Review

  Nintendo Wii U 

Wie eh und je ist es die meisterhafte Spielregie, die euch vorgaukelt, dass ihr euch in einer freien Welt bewegt. Tatsächlich folgt ihr einem dicken roten Faden, den Nintendo auslegt. Dem Spielspaß tut das keinen Abbruch, abseits der Hauptgeschichte sucht ihr nach Herzteilen, um eure Lebensenergie zu maximieren, stöbert nach hylianischen Buchstaben, um damit eure Miiverse-Posts zu verschönern, oder wagt euch mit dem Wolf-Amiibo in die Schattenhöhle, einen neuen Dungeon, den es tatsächlich nur für Besitzer des Amiibo gibt.

Zelda - The Twilight Princess Bild
Die Amiibo-Unterstützung ist dann vielleicht auch das einzige große Feature, das stört. Okay, die Zelda-Statue zum Auffüllen der Herzen ist nur ein kleiner Bonus, wie auch die Verwendung von Link oder Shiek. Aber: Dass der Heldenmodus nur über den Kauf des Ganondorf-Amiibo zugänglich ist, hat ein Geschmäckle. Den höheren Schwierigkeitsgrad könnt ihr nicht über das erfolgreiche Beenden des Titels freischalten. Stärkere Gegner, das Wegfallen von Regenerationsherzen und das "Zurückspiegeln" der Welt in den Zustand der Wii-Fassung kosten de facto 15 Euro.

Saubere Aufbereitung

Twilight Princess war auf der Wii schon anzumerken, dass es eigentlich für den GameCube geplant gewesen ist. Eine etwas leblose Kulisse, matschige Texturen, kantige Charaktere waren die Zugeständnisse an die alte Hardware des Spielewürfels. Für die Wii integrierte Nintendo den 16:9-Modus und einige zusätzliche Effekte. Es wäre für das federführende Studio Tantalus Media ein Armutszeugnis gewesen, hätten sich die Entwickler lediglich damit begnügt, die Auflösung zu skalieren. Stattdessen schraubten sie mächtig an den Texturen, die plastischer und detaillierter wirken, ersetzten die alten Effekte durch neue Explosionen, Rauchschwaden oder Blendlichter und spendierten der Schattenwelt ein Vielfaches der Schwebpartikel, die es auf den beiden vorgenannten Konsolen gab. Zeitgemäß – im Sinne von "auf der Höhe" der Zeit – sieht Twilight Princess dennoch nicht aus. Die Gesichter der Figuren sind maskenhaft, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Augen lediglich animierte Texturen und keine vollwertigen 3D-Objekte sind, Mimik und Gestik entsprechend dem Stand vor zehn Jahren. Die Umgebungen tun es diesem gleich, lassen trotz guten Designs zeitgemäße Auffrischungen vermissen. Hier und da ein Objekt mehr oder ein neu animierter Hintergrund wären einem Jungbrunnen gleichgekommen. Gemessen am charmanten Look von Wind Waker ist Twilight Princess sein Alter also anzumerken.

Während die Steuerung sowohl mit Gamepad als auch Pro Controller präzise und gut ist, stinkt die Soundkulisse ab. Auch dieses Zelda bietet keine Sprachausgabe, auch dieses Zelda ließ noch einen MIDI-Soundtrack aus den Boxen quäken. Der ist gut komponiert, keine Frage. Eine orchestrale Vertonung oder mindestens die Einbindung von VSTs wäre dem Zelda-Epos gerecht geworden.

Zelda - The Twilight Princess
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Daniel Wendorf am 09 Mrz 2016 @ 09:17
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