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Call of Duty - Black Ops: Review

  XBOX 360 

Kompromisslose Action, knallharte Gewalt, Provokation und hervorragend inszenierte Schauplätze sind seit jeher die Ingredienzen, welche die Call of Duty-Reihe beliebt und erfolgreich gemacht haben. Das ist auch bei der aktuellen Episode Call of Duty - Black Ops nicht anders. Nur dieses Mal müssen sich die Entwickler von Treyarch, die ebenfalls für Call of Duty 3 und Call of Duty - World at War verantwortlich waren, nicht mehr hinter Infinity Ward, den Schöpfern des Franchises , verstecken. Denn ihr Werk besitzt durch neue Szenarien, eine interessante Geschichte sowie diverse Verbesserungen genügend Alleinstellungsmerkmale, um sich von den Modern Warfare-Episoden abzuheben.

Kalter Krieg

Fraglos zeigen die Drehbuchautoren von Call of Duty - Black Ops, dass sie ihr Handwerk verstehen. Besonders die Dramaturgie der Geschichte ist erstklassig, der stimmige Spannungsbogen motiviert in jedem Fall, die rund sechsstündige Kampagne am besten an einem Wochenende beenden zu wollen, wenn man sich für die niedrigsten der vier Schwierigkeitsgrade entscheidet. Denn auf den zwei höheren verlängert sich die Spielzeit deutlich . Letztendlich aber folgt man den Abenteuern des Black Ops-Agenten Alex Mason, der zu Beginn während eines harten Verhörs erwacht. Er soll angeblich die Russen während des Kalten Krieges unterstützt und wichtige Zielpersonen ermordet haben. In Rückblenden erlebt man seine Missionen, die beim Mordversuch am kubanischen Diktator Fidel Castro beginnt und Mason unter anderen nach Russland, Vietnam und Laos führt. Dabei schlüpft man auch hin und wieder in die Haut anderer Darsteller, die sogar andere Sichtweisen auf die Ereignisse ins Spiel oder interessante Details näherbringen. Allein das Drehen an der Zeit, durch das man auch Teile des Vietnamkrieges oder das Ende des Zweiten Weltkrieges überstehen darf, ist absolut gelungen.

Weniger schön dagegen ist der gewohnt lästige Patriotismus, den die Mitglieder der US-Elite-Einheit zum Besten geben. Dass da ein böser deutscher Wissenschaftler, Terroristen mit üblem russischen Akzent, x-beliebige Soldaten aus Schurkenstaaten und unglaublich viele Klischees nicht fehlen dürfen, versteht sich fast von selbst. Sicher, zur Hochzeit des Kalten Krieges, also in den 1960er-Jahren, war nirgends auf der Welt Friede, Freude, Eierkuchen. Jedoch nervt es trotzdem ungemein, dass es Treyarch nicht geschafft hat, aus der Schwarz-Weiss-Malerei herauszukommen. Folglich sind die Amerikaner einfach die Guten, der Rest will John F. Kennedy ermorden, mit Giftgas die Vereinigten Staaten von Amerika ausrotten und den Kommunismus etablieren.

Nicht korrekt

Dass die Entwickler dabei nicht einmal auf Authentizität geachtet haben, ist ebenfalls tadelhaft. Deutlich wird dies vor allem bei den unzähligen Waffen, die es damals schlichtweg noch nicht gab. Wenn man 1968 eine AK74 benutzen darf, dann stellt sich wirklich die Frage, ob und wie Treyarch überhaupt recherchiert hat. Der Nachfolger der AK47 wurde, wie der Name es schon verrät, erst 1974 veröffentlicht. Das gilt auch für etliche andere Tötungswerkzeuge, die technisch viel zu modern für die Epoche sind, in der Black Ops angesiedelt ist. Gewehre mit Wärmesensor? Die Steyr AUG ging erst Ende der 1970er-Jahre in Serienproduktion. Verwendet man beim neuen Call of Duty also Prototypen? Das passt vermutlich wunderbar zu dem unglaublich hanebüchenen Verlauf der Handlung.

Aber, und das ist wirklich das Wichtigste: Black Ops fesselt trotzdem ungemein. Es sind eben die toll ausgearbeiteten Figuren, die rasend erzählten Ereignisse und die genialen Zwischensequenzen, die gezielt Spannung erzeugen. Da schaut man als Spieler gerne über den Unsinn hinweg - oder bemerkt ihn vielleicht gar nicht erst. Ausserdem ist es ein Novum für die Serie, dass es erstmals einen richtigen Protagonisten gibt, der sich recht wacker schlägt, obwohl es etwas schwerfällt, sich mit ihm zu identifizieren.

Call of Duty - Black Ops
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Sven Wernicke


Call-of-Duty---Black-Ops


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Sven Wernicke am 18 Nov 2010 @ 06:59
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