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FIFA World Cup 2006: Review

  XBOX 

Die WM im eigenen Land beziehungsweise aus Schweizer Sichtweise direkt nebenan. Das freut jeden Fussballfreund und die Vorfreude schwappt allmählich auch in andere Länder hinüber. Wie auch schon in den Jahren 1998 und 2002 versorgt uns EA Sports mit dem offiziellen Videospiel zum Grossereignis. Zuletzt verlor die FIFA-Serie das letzte Duell mit dem Rivalen von Konami in Sachen Realismus auf der Xbox deutlich. Kann die WM-Variante nun verloren gegangenen Spielspass zurückerobern?

Die Antwort hierauf viel zuletzt nicht immer leicht, denn das arkadige Geschehen auf dem Rasen war für Gelegenheitskicker geradezu ideal, während Anhänger von realistischem Fussballsport lieber zum Konkurrenzprodukt griffen. Jetzt aber hat EA Sports den Bonus der Weltmeisterschaft im Rücken und will alle virtuellen Fussballspieler begeistern. Doch der Traum von einer begeisternden WM samt packendem Titelkampf zerplatzt bereits nach den ersten Spielen wie eine Seifenblase. Denn die spielerischen Unterschiede zu FIFA 06 sind dünn gesät, wodurch erfahrene FIFA-Recken enttäuscht das Gamepad sinken lassen.

Dabei hätte alles so schön sein können. Die offizielle FIFA-Lizenz sorgt dafür, dass ihr mit halbwegs aktuellen Kadern auflaufen könnt. Zur Not stellt ihr euer Team flugs selbst aus vom Programm vorgeschlagenen Spitzenspielern zusammen. Die realen Stadien dienen als Schauplätze für das WM-Turnier und die Präsentation ist mit vollen, lebendig wirkenden Tribünen, Konfettiregen und Fahnenmeer glaubwürdig, wenngleich lang noch nicht perfekt. Denn egal, ob Vorrunde, Qualifikations- oder Endspiel, stets bekommt ihr die gleichen Jubelorgien und Animationen geboten. Dazu gesellen sich langatmig erscheinende Auswechsel-Aktionen und eine Mischung aus grossartigen, wie auch albernen Animationen. So sehen Körpertäuschungen und Schusshaltungen gut aus, jedoch lacht man sich beim Torjubel über die sprintenden Spieler oder die seltsamen Fouls regelrecht kaputt.

Die Polen wollen den Ball nicht holen

Doch was macht die Ballphysik? Wie ist das Verhalten der von der KI gesteuerten Teams und der eigenen Mannschaftskameraden? Nun, statt weltmeisterlichem Niveau bekommt ihr Regional-Liga-Fussball geboten. Ein Beispiel gefällig? Da führt ihr mit 3-2 mit Deutschland gegen Polen im Vorrundenspiel in Dortmund. Polen müsste attackieren, doch statt dessen lassen Smolarek und Co euch in Ruhe kombinieren. Pressing der KI? Fehlanzeige! Solange ihr euch in der eigenen Hälfte bequem den Ball zuschiebt, lassen euch die gegnerischen Kicker unbehelligt. Sie spielen ihren Stiefel herunter bis zum bitteren Ende nach neunzig Minuten. Das ist weder realistisch noch anspruchsvoll, es ist ein waschechtes Ärgernis! Haben die KI-Spieler dann doch mal den Ball endlich erobert, agieren sie sehr verhalten. Aus der eigenen Abwehr heraus spielen sie stets gemütlich nach vorne, lange Bälle auf die Sturmspitzen kennt die KI offenbar genauso wenig wie eine sich eurem Verhalten oder dem Spielverlauf anpassende Taktik.

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Markus Grunow

FIFA-World-Cup-2006


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Markus Grunow am 09 Mai 2006 @ 19:58
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