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Front Mission Evolved: Review

  XBOX 360 

Gundams, Mechs oder Wanzer - egal, wie man die mannshohen, von Menschenhand gesteuerten Roboter nennt, letztendlich geschieht mit jedem der Kampfkolosse das Gleiche: Aus Hightech-Blechmännern werden durch ballistische Einwirkungen tonnenschwere Schrotthaufen, welche die Landschaft zustellen. Ein Albtraum, der jeden Umweltaktivisten schweissgebadet aufwachen lassen würde. Andererseits eine spielerische Offenbarung seit Anfang der 1990er. Von Simulationen wie der MechWarrior-Serie über das arcadige Zone of the Enders oder diversen Gundam-Versoftungen erfreuten sich die Games einer gewissen Popularität. Doch seit einigen Jahren ist das Genre scheinbar tot, einstige Platzhirsche wie Armored Core schwächeln, die MechWarior-Reihe soll erst im nächsten Jahr einen Nachfolger spendiert bekommen. Und dann gibt es da noch Front Mission Evolved, das radikal mit der Tradition seiner Vorgänger bricht.

Sämtliche Teile zuvor waren rundenbasierende Strategietitel mit Mechs namens Wanzer in den Hauptrollen. Unbekannt? Kein Wunder, denn offiziell erschien in Deutschland bislang kein Teil der Serie. Nun also die doppelte Premiere. Zum Einen kriegen wir auch in europäischen PAL-Gefilden endlich ein Front Mission, zum Anderen haben die Entwickler von Double Helix (Silent Hill: Homecoming) einen Third-Person-Shooter fabriziert.

Die Geschichte ist dabei so flach wie vernachlässigbar: Im Jahr 2171 besteht die Erde, wie wir sie heute kennen, nicht mehr. Statt Beschwichtigungspolitik zu betreiben, rüsten sich verschiedene Fraktionen militärisch hoch und sind beständig wachsam, ob man nicht zum Erstschlag gegen den Nachbarn ausholen müsste. Das Wettrüsten hat dabei absurde Formen angenommen: Es gibt nur noch wenige Panzer, stattdessen die haushohen Wanzer. Und nicht nur Mutter Erde ist Schauplatz der Kriegshandlungen, sondern auch der mittlerweile okkupierte Weltraum im Orbit. Statt mit dem Raumschiff geht es mit Orbitalfahrstühlen ins All. Der Held gerät zwischen die Fronten zweier Machtblöcke, verliert schon früh im Spiel seinen Vater und will dafür - logo - Rache nehmen. Mehr als ein Aufhänger ist das nicht, denn wichtig ist auf'm Schlachtfeld.



Und dort schlägt sich Front Mission Evolved respektbal, keineswegs aber hervorragend. Wo man über die Entscheidung, einen Mech-Shooter aus einer dritten Person zu zeigen, noch streiten kann, ist die Umsetzung mies. Schon vom ersten Moment an beschleicht einen das Gefühl, dass die Steuerung schwammig ist. Tatsächlich fällt es schwer, den Gegner vernünftig anzuvisieren. Ein Problem des Spielers, nicht der computergesteuerten Feindscharen - die treffen auch auf niedrigen Schwierigkeitsgraden akkurat und schnell und setzen so eurem eigenen Wanzer schnell ein Ende. Zudem "besticht" das Leveldesign mit schrecklich langweiliger Linearität. Die Entscheidung, ob wir nun rechts oder links um einen Häuserblock marschieren möchten, ist keineswegs Open World und auch nicht Schauplatz für die eigenen taktischen Gedankenspiele à la MechWarrior, sondern Ausdruck des Unvermögens, dynamisch geskriptete Events in die Levels zu integrieren. So läuft alles nach bekanntem 08/15-Muster ab: Ihr lauft 300 Meter, biegt um die Ecke, böllert Feinde nieder und wiederholt das bis zum Ende. Abwechslung sieht im Jahre 2010 anders aus.

Die verschiedenen Bossgegner sind zwar etwas härtere Nüsse, die es zu knacken gilt, doch mit einigermassen Geduld und dem permanenten Umkreisen des Opponenten greift hier immer wieder das gleiche Schema. Wiederholung unsererseits: langweilig!

Front Mission Evolved
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Daniel Wendorf

Daniel Wendorf am 02 Nov 2010 @ 07:36
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