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Gears of War 3: Review

  XBOX 360 

Durch die Trümmer einer verlassenen Stadt schiebt sich ein Vierer-Squad unerschrockener Soldaten. In den letzten 14 Jahren des Krieges haben sie allerhand gesehen, das aber nicht. Menschen, erstarrt zu Staubsäulen, gestorben in Posen, die vom Leben im Krieg erzählen. Da ist die Familie, die flüchten will, oder das Pärchen, das sich in letzter Sekunde noch umarmt. Eine erdrückende Stille herrscht, keiner der sonst so eloquenten Recken wagt es, auch nur ein Wort zu sprechen. Dann wird die Stille durchbrochen. Die Locust nahen! Alles bereit machen zum Gefecht in dieser Geisterstadt.


Gears of War 3 ist der Abschluss einer Trilogie, die insbesondere in Deutschland von sich reden macht. Teil 1 wurde flugs von der BPjM indiziert, Teil 2 nicht zur Prüfung eingereicht. Mit der dritten Serienauskopplung wagte man einen weiteren Versuch bei der USK und wurde mit der 18er-Freigabe belohnt. So kommen deutsche Spieler erstmals offiziell in den Genuss der Reihe, die weltweit Spitzenwertungen einfahren konnte.

Hundertjähriger Krieg?

Kurz die Story der ersten Gears of War-Spiele zusammengefasst: Seit 79 Jahren toben auf Sera die Pendulum-Kriege der Menschen, die um die Vorherrschaft auf dem Planeten streiten. Eines Tages werden sie von den bis dato unbekannten Locust überrascht, einer menschenähnlichen Spezies, die in der Erde haust. In den folgenden 14 Jahren dezimieren die Locust die Menschheit. Die letzte Hoffnung sind die Gears der Koalition der ordentlichen Regierungen (KOR). Leider Gottes sind KOR-Soldaten nicht unbedingt beliebt beim Rest der verbliebenen Menschheit. Wo sie auch hinkommen, werden ihnen Knüppel zwischen die Beine geworfen, Hilfe verweigert.



Die beiden Vorgänger stellten den fast aussichtslosen Kampf gegen die Locust dar: Immer wieder gelang es, den einen oder anderen Stich gegen die Invasoren zu setzen, ein Triumph war allerdings utopisch. Immerhin: Die Stollen der Locust um Jacinto wurden am Ende des zweiten Teils überflutet, man wähnte sich (vorschnell) als Sieger. Doch es kommt bekanntlich immer anders, als man denkt. Die "Leuchtenden", mutierte Locust, sind auf dem Vormarsch und machen Marcus und Dom eingangs des dritten Teils das Leben zur Hölle. Und nicht nur ihnen, sondern auch ihren unmutierten Brüdern und Schwestern. Was lernen wir? Die Locust mögen Menschen nicht, die Menschen die Locust nicht - und beide Parteien hassen die Leuchtenden, welche wohl auch absoluten Hass auf alles haben.

Bald muss Protagonist Marcus Fenix zudem erkennen, dass sein Vater, immerhin Wissenschaftler, alles andere als tot ist und eine grenzgeniale Idee besitzt, wie den Leuchtenden und Locust beizukommen ist (wovon Marcus bislang nicht ausgehen konnte). Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Auch wenn die Story kaum über das Niveau von Blockbuster-Filmen hinauskommt, weiss sie durchaus zu unterhalten und mit einigen überraschenden Momenten aufzuwarten. Für all jene, die sich das bisherige Geschehen geben wollen, gibt es auf der Disc einen Film, der alles Relevante optisch zusammenfasst.

Schlachtengemälde

Gears of War 3 ist einmal mehr ein Spiel, das die Messlatte für Grafik und Präsentation ein gutes Stück höher legt. Die Unreal-Engine 3 lässt wieder mal ihre Muskeln spielen, überzeugt mit knackigen Texturen, vielen Lichteffekten und massig Partikeln. Besonders gelungen sind die Nebelschwaden und Explosionen sowie die Animationen der Pro- und Antagonisten. Lediglich bei zu viel Action auf dem Schirm geht die Framerate in die Knie.

Den Vorwurf, die Unreal-Engine 3 könne nur Grau-in-Grau-Szenarien darstellen, darf man getrost vergessen. Wie auch in anderen Titeln mit dieser Technologie, etwa Mirror's Edge oder Enslaved, überzeugt Gears of War 3 hier und da mit äusserst hellen, bunten Szenarien, die einen angenehmen Kontrast zur sonst so morbiden und lebensfeindlichen Umgebung bieten.

Soundtechnisch weiss Gears of War 3 ebenfalls zu überzeugen. Die deutsche Synchronisation geht mit Ausnahme von zwei oder drei Sprechern vollkommen in Ordnung, die Effekte krachen satt aus den Boxen. Einmal mehr seien die Sprach-Samples der Locust erwähnt. Das gequälte "Erdschleicher!" beispielsweise ist Kult, besonders, wenn kurz danach das Kettensägenbajonett im Brustkorb des Gegners werkelt.

Die Steuerung tut es dem gleich und ist an und für sich perfekt, wäre da nicht die schwammige Kontrolle beim Rennen. Davon abgesehen ist das Run & Cover-Prinzip noch immer reizvoll und garantiert spannende Shootouts, die nicht langweilig werden. Das ist einerseits dem Umstand geschuldet, dass Epic Games den Helden nicht nur von Deckung zu Deckung sprinten lässt, sondern daneben zu Wasser und in der Luft kämpfen lässt. Mal habt ihr die volle Bewegungsfreiheit, mal seid ihr quasi auf Schienen unterwegs. Andererseits fahren die Entwickler eine breite Palette an Locust-Abarten auf, etwa die Leuchtenden, die beim Ableben explodieren, oder insektoide Kreaturen, die in Massen auf euch einströmen.

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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 20 Sep 2011 @ 19:23
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