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Knights Contract: Review

  XBOX 360 

Goethes Faust dürfte jedem Schüler im Deutschunterricht zwangsläufig mal in die Hände gefallen sein. Die Geschichte des Dr. Faust, der Mephisto seine Seele verkauft, um allwissend zu werden und zu erkennen, "was die Welt im Innersten zusammenhält", ist Teil der deutschen Kulturlandschaft und ein herausragendes Stück Literaturgeschichte. Und Japaner lieben deutsche Kulturgeschichte. Das geht sogar so weit, dass man die Figuren mit ihren Namen übernimmt, ins Mittelalter verfrachtet und den Rest über'n Haufen schmeisst. So geschehen in Knights Contract. Grossartiges Spiel, das seiner Vorlage gerecht wird? Oder doch nur die Versoftung des Ur-Faust?




Wanderer zwischen den Welten

Ewig wandeln unter Toten - ein trauriges Los. Nicht nur Queen fragten mal "Who wants to live forever?", auch wir stellen uns zwangsläufig die Frage, was wir mit mehr als einem Jahrhundert Lebenszeit anfangen würden. Die eigene Familie ist dann tot, Freunde verstorben, die neuen Generationen entsprechen nicht unbedingt unserer Sozialisation... Hauptfigur Heinrich ist seiner Unsterblichkeit jedenfalls überdrüssig. Als Henker hat er noch immer die Ungerechtigkeiten vor Augen, die er begangen hat, und sucht nach der Erlösung, die er doch nicht finden kann. Das ändert sich, als er Minukelsus trifft, der sich alsbald als trotteliger Helfer der Hexe Gretchen entpuppt. Und Gretchen ist hier nicht etwa Heinrichs Geliebte, sondern eine der schwarzen Damen, die er einst auf Weisung von Faust ins Jenseits beförderte. Gretchen hat denn auch Nachrichten für den ewigen Henker: Sie will ihresgleichen, vom Hass auf die Menschen zerfressende Hexen, einmal mehr ins Reich der Toten schicken. Hilft ihr Heinrich dabei, erlöst sie ihn von seiner Unsterblichkeit.

Die Story ist nett und könnte ungemein gut sein - leider verrennen sich die Autoren in typisch japanischen Stereotypen und bisweilen arg klischeehaften Handlungen und Wandlungen. Das interessante Setting im Mittelalter des Heiligen Deutschen Reiches Römischer Nation ist kaum mehr als Kulisse.

Grafisch präsentiert sich Knights Contract durchwachsen. Zwar bleibt die Framerate fast immer sehr stabil, doch das wird erkauft durch gelegentliches Tearing und schwammige Texturen. Zudem sind die ersten paar Level alles andere als schmuck aufgebaut. Erst ab Rapunzels Schloss geht visuell die Post ab und zeigt, wozu die Entwickler in der Lage gewesen wären. Das Talent der Designer blitzt denn auch noch bei den teils sehr opulenten Finishing Moves auf, die mit God of War und Konsorten mithalten können.

Paarlauf durch den Harz

Auf dem Weg zum Brocken im Harz, wo zur Walpurgisnacht alle Hexen zusammenkommen, solltet ihr nicht nur die Gegnerhorden in bester Metzgermanier in handliche Stücke schneiden, sondern auch auf das zarte Gretchen Acht geben. Prince of Persia hatte es, Majin hat es, Enslaved sowieso: Das Partner-Feature. Eine weitere Person, die nicht direkt von euch gesteuert wird, greift auf Wunsch helfend in den Kampf ein und muss im Gegenzug beschützt werden. Während eben genannte Titel es schaffen, dieses Feature auf ordentliche Art und Weise in das Spieldesign zu integrieren, wirkt die Komponente in Knights Contract aufgesetzt - Gretchen lässt sich von allem, was feindlich gesinnt ist, wegschnappen und bedrohen. Rettet ihr Gretchen nicht schnell genug, stirbt sie. Ihre Gesundheit wird aufgefrischt, indem ihr sie herumtragt. Sinn?

Knights Contract
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Daniel Wendorf


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Daniel Wendorf am 16 Mrz 2011 @ 14:52
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