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Ninety-Nine Nights 2: Review

  XBOX 360 

Ninety-Nine Nights war 2006 ein mittelgrosser Hype, den Microsoft, der damalige Publisher des Spiels, entsprechend bewarb: Von einem fulminanten und Xbox 360-exklusiven Actionepos war die Rede, das Resultat war dagegen eine heftige Enttäuschung. Zu wenig konnten sich Spieler in der westlichen Welt für die niemals enden wollenden Massenschlachten im Stil von Dynasty Warriors begeistern. Trotzdem schaffte es die offizielle Fortsetzung nach Europa, dieses Mal bringt Konami Ninety-Nine Nights 2 für schmale 30 Euro in den Handel, um die übrig gebliebenen Fans zum wiederholten Male zum Kauf zu bewegen.

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse

Die Handlung von Ninety-Nine Nights 2 (N3 II) ist in Zeiten opulent inszenierter Rollenspiele aus Europa oder den USA, beispielsweise Dragon Age: Origins und The Witcher, im Grunde nur noch ausgelutscht und wenig beeindruckend: Der muskelbepackte Krieger Galen hat sich die Aufgabe gestellt, den Lord der Dunkelheit ein für allemal in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Der Bösewicht belagert mit seiner Armee der Nacht das heilige Land Orphea, dessen Herrscherin erfreut darüber ist, dass zufällig ein solcher Metzelprofi vorbeischaut, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Galen bleiben nur 99 Nächte Zeit, um die Kugel des Lichts zu finden, denn mit dieser könnte der Lord der Dunkelheit die Macht endgültig an sich reissen, indem er sie mit der Kugel der Dunkelheit verschmilzt. Das soll am 100. Tag geschehen, sodass sich Galen ein wenig beeilen muss. Doof nur, dass seine Handlung am 92. Tag beginnt. Insgesamt wird die Geschcichte weitestgehend dilettantisch erzählt, die Zwischensequenzen versprühen nicht im Ansatz so etwas wie Charme oder Stimmung. Dass während der Dialoge meist sogar eine ordentliche akustische Untermalung fehlt und die englischen Sprecher wenig angeregt labern, macht das Erzählen des hanebüchenen Fantasy-Märchens auch nicht aufregender.

Immerhin hat das Abenteuer von Galen und seinen späteren Mitstreitern gegenüber dem ersten Teil einige Änderungen erhalten. Die offensichtlichste ist die nichtlineare Erzählstruktur. Später stossen weitere Charaktere hinzu, die ihre eigene Geschichte erhielten. Es ist einem selbst überlassen, wen man auswählt und welche Mission man sich vornimmt. Man läuft allerdings Gefahr, manche Informationen früher zu erhalten, die einen anderen Helden betreffen. Die Spoilerwahrscheinlichkeit dürfte all diejenigen ärgern, die ihre Freude an N3 II haben.



Spielerisch gehaltvoll?

Konzeptionell ist N3 II eigentlich auch eher eine Reise in die Vergangenheit. Denn wie schon bei den unzähligen Dynasty Warriors-Episoden von Koei schlachtet man sich hier durch tausende Gegner, fast ohne Sinn und Verstand. Fast deshalb, weil es ja schon einen Grund geben muss, dass man dämliche Kreaturen aus der Klonfabrik zerlegt. Egal, ob man nun Galen oder die anderen vier Protagonisten steuert, nutzt man zwei Schlagvarianten, die sich in schwache und starke Aktionen unterteilen. Hinzu gesellen sich freilich etliche Kombinationsattacken, welche für noch mehr Verwüstung auf den Schlachtfeldern sorgen. Optional ausführbar sind die magischen Angriffe und eine Art Supermassaker, das nach dem Füllen der entsprechenden Orb-Leiste gestartet werden darf. Das ist alles nicht neu, und wenig einfallsreich, klar. Allerdings strahlt N3 II, genauso wie ähnliche Genrevertreter, einen gewissen Reiz aus. Das Hochschnellen der Multiplikatorzähler für Schläge und Tötungen motiviert, wenn man sich darauf einlässt.

Das Problem ist jedoch, dass diese simple Mechanik, die einzig auf "Umso mehr Tote, desto besser" ausgelegt ist, jeglichen Anspruch vermissten lässt. Entweder man mag so etwas oder man wird mit N3 II absolut nichts anfangen können. Sicher ist der Titel fordernd, aber eben auf einem niedrigen und nur auf Action reduzierten Niveau.

Ninety-Nine Nights 2
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Sven Wernicke


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Sven Wernicke am 15 Sep 2010 @ 09:41
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