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Quantum Theory: Review

  XBOX 360 

Wer etwas zum Schmunzeln braucht, muss gelegentlich nur einmal Spiele mit den offiziellen Angaben der Hersteller vergleichen. Quantum Theory wird zum Beispiel als "einer der bestaussehendsten Shooter der Gegenwart" beschrieben. Zum Glück haben Lügen kurze Beine, wie man im Fall des neuen Gears of War-Klons von Tecmo Koei sehr schnell feststellen kann. Doch der Reihe nach.

Endzeit-Blabla

An sich startet Quantum Theory stimmungsvoll: Ein muskelbepackter Typ flüchtet aus einer befremdlich anmutenden Turmanlage, die gerade in sich zusammenfällt. Schnell muss er entkommen, da bleibt nicht einmal Zeit, seine treue Begleiterin zu retten. Diese war ohnehin dem Tode geweiht, wie man später erfährt. Erst nach ein paar rasanten und ansehnlich inszenierten Minuten erfährt man, dass der Protagonist der Geschichte Syd heisst und emsig bestrebt ist, alle Türme zu vernichten, die plötzlich auf der Welt auftauchten, die Zivilisation nach und nach zerstörten und Menschen in willenlose Sklaven verwandelten. Mit Unterstützung von ein paar anderen Kämpfern macht er sich prompt auf, um einen weiteren Turm zu stürmen, der womöglich die Wurzel allen Übels ist. Dort wiederum trifft er, nachdem alle seine Mitstreiter das Zeitliche gesegnet haben, auf die hübsche Filenna. Die Tochter des Mannes, der die Türme erschuf. Gemeinsam machen sie sich auf, das endgültige Ende der Erde aufzuhalten. Sie verfolgen allerdings unterschiedliche Ziele.



Die Story klingt in der Theorie vielleicht nicht schlecht, in der Praxis wird der anspruchsvolle Spieler doch etwas angewidert sein. Ein Stereotyp aus der Klischeemottenkiste kämpft für das Gute, das hat man schon unzählige Male in reizvollerer Form erlebt. Dabei ist Syd nicht einmal sympathisch, was wohl an seiner ach so coolen Art, der tiefen Stimme und seinen unglaublich unrealistischen Muskeln liegen mag. Eine Identifikation mit dem Hauptdarsteller ist unmöglich. Immerhin kommt mit Filenna nach knapp zwei Stunden Spielzeit eine attraktive Hauptdarstellerin dazu, die den inspirationslosen Mumpitz der trashigen Art etwas auflockert, nicht aber die fehlende Dramatik und den unsinnigen Handlungsverlauf kaschieren kann. Dass sich die Macher an Epics Gears of War orientiert haben, ist unübersehbar. Jedoch sind die in Quantum Theory für das Böse verantwortlichen Diablose im Gegensatz zu den widerlichen Locust kaum der Rede wert und Syd nur ein hässlicher Klon von Marcus Fenix. Allein der klägliche Versuch des Ideenklaus kann getrost als misslungen bezeichnet werden.

Mittel zum Zweck

Betrachtet man die Geschichte von Quantum Theory als Mittel zu Zweck, sich durch die achtstündige Kampagne zu schlagen, ist sie immerhin akzeptabel, wenn auch nicht besonders unterhaltsam. Zufällig passt das wunderbar zum Spielkonzept, das - wer hätte das gedacht - keine Überraschung ist. So wandert man stur und ohne Verstand durch die hässlich texturierten Levelschläuche, um irgendwelche Gegner zu zerlegen. Maximal drei Waffen können getragen und per Druck auf das Steuerkreuz gewechselt werden. Sie unterscheiden sich typischerweise in Durchschlagskraft, Präzision und Munitionsvorrat. Als einzig wirklich halbwegs positiver Aspekt sollte erwähnt werden, dass die Tötungswerkzeuge recht vielfältig gehalten sind und amüsante Spielereien ermöglichen. So kann man mit Feuer um sich hauen oder gar in Zeitlupe böse Kreaturen in Einzelteile zerlegen.

Ansonsten ödet das kreativarme Leveldesign unglaublich an. Vor allem in den ersten drei Stunden beschleicht einem das Gefühl, durchschnittlich talentierte Entwickler hätten hier mit einem Unreal-Engine 3-Baukasten gespielt. So etwas wie Abwechslung wollten die Macher mit mickrigen Bosskämpfen in Quantum Theory bringen, sogar simple Geschützballereien und Flugabschnitte sind mit dabei, bereiten aber keine aussergewöhnliche Freude. Denn alles hat man schon unzählige Male gesehen, natürlich besser.

Quantum Theory
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Sven Wernicke

Quantum-Theory


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Sven Wernicke am 29 Sep 2010 @ 17:12
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