GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Ride to Hell - Retribution: Review

  XBOX 360 

Die Lederjacke angelegt, das Motorrad auf Hochglanz poliert, die langmähnige Rockerfrisur auf Vordermann gebracht, und dann kann es eigentlich auch schon losgehen. Ride to Hell: Retribution kommt in den Handel und möchte all jene ansprechen, die sich mit den erwähnten Attributen identifizieren können. Wir wollten natürlich ebenfalls wissen, was am Spiel dran ist und ob der Titel nach der lange andauernden Entwicklungszeit tatsächlich noch zu dem Überflieger avancieren kann, der von den Entwicklern damals versprochen wurde.

Auf in die Hölle

In Ride to Hell: Retribution wird der Spieler in Sachen Handlungsrahmen einige Jahre in der Geschichte zurückversetzt. So ist der Titel in den 1960er-Jahren der USA angesiedelt, wobei man in die Rolle des Hauptcharakters Jake schlüpft, der gerade erst als Veteran aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt ist. Harte Zeiten liegen hinter dem Recken, und als er wieder in seiner Heimatstadt ankommt, will er eigentlich nur ein wenig Ruhe. Viel hat er dort ohnehin nicht zu erwarten, denn einzig sein Onkel und sein Bruder leben noch dort. Doch die Zeiten haben sich geändert, und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Nicht einmal die Strassen sind sicher.

Genau das muss Jake am eigenen Leib erfahren, denn als er gemeinsam mit seinem kleinen Bruder loszieht, um mit ihm zu reden, wird dieser eiskalt von einer feindlich gesinnten Gang ermordet. Die sogenannten Devil's Hand haben überall ihre Finger im Spiel und sind quasi übermächtig. Das stört den Protagonisten ganz und gar nicht. Rache ist das Einzige, was ihm in den Sinn kommt, und so zieht er quer durch die Landen und ballert einfach jedes Gangmitglied über den Haufen, das bei drei nicht aus seiner Sichtlinie verschwunden ist.



In Sachen Handlung bekleckern sich die Macher wahrlich nicht mit Ruhm. Bereits der Einstieg beweist, dass Dramaturgie quasi ein Fremdwort ist - von Tiefe keine Spur. Doch anstatt einfach nur eine simple Handlungslinie ohne irgendwelche Facetten zu bieten, macht es Ride to Hell: Retribution an vielen Stellen nur noch schlimmer. Die unzähligen unfassbar stumpfen Dialoge sind nur der Anfang und wechseln sich regelmässig mit dämlichen Einzeilern und sexistischen Anspielungen ab. So driftet der Titel oftmals in belanglose Situationen ab, in denen man urplötzlich mit einer geretteten Dame in die Kiste steigt. Als wäre das nicht schon unglaubhaft genug, schaffen es die Figuren nicht einmal, sich von ihren Kleidungsstücken zu befreien. So wird die Situation zu einem unfreiwillig komischen Gut.

Doch lächerlich wird es nicht nur im Bereich des Plots. Bereits der erste Blick ins Spiel verrät, dass hier mächtig was schiefgelaufen sein muss. Die Optik erinnert nämlich mehr an die Steinzeit, als an ein Spiel aus dem Jahre 2013. Selbst viele Videospiele der letzten Generation hatten bessere Animationen oder Effekte zu bieten. Ride to Hell: Retribution bietet nur detaillose und völlig verwaschene Texturen, die einem nicht einmal mit einer extremen Sehschwäche entgehen können. Hinzu gesellen sich zahllose Bildfehler sowie Ruckler, die abermals für Gelächter sorgen können. Alles in allem ist die Grafik indiskutabel und verschreckt selbst den ambitioniertesten Videospieler.

Ride to Hell - Retribution
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Daniel Dyba


Daniel Dyba am 07 Jul 2013 @ 13:56
Kaufen
oczko1 Kommentar verfassen