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Rise of Nightmares: Review

  XBOX 360 

Ein Kinect-Spiel für anspruchsvolle Erwachsene? Lange Zeit versprach Microsoft etwas in dieser Richtung - der erste Titel dieser Art kommt aber von SEGA. Rise of Nightmares möchte zeigen, dass die Bewegungssteuerung der Xbox 360 nicht nur für familienfreundliche Tanz- und Partyspiele geeignet ist. Und tatsächlich: Das Horror-Abenteuer ist gar nicht mal schlecht. Ganz im Gegenteil.

Eklige Flucht

Rise of Nightmares nimmt schon in den ersten Minuten ordentlich an Fahrt auf. Frisch in einem Verliess erwacht, versucht man sich zu orientieren. Eine hübsche Dame ereilte offenbar das gleiche Schicksal. Was ist passiert? Das findet das Duo leider nicht mehr heraus. Als Spieler erfährt man in diesem interaktiven Vorspann aber, wie die eigentliche Steuerung funktioniert. Der Titel setzt Kinect zwingend voraus, mit dem klassischen Controller kann man gar nicht erst loslegen. Wer das Zubehör nicht besitzt, kommt nicht in den Genuss des Spiels. Das ist auf gewisse Weise auch logisch. Zum einen wurde Rise of Nightmares ausschliesslich auf die Bewegungssteuerung ausgelegt, zum anderen wäre es mit einem Joypad viel zu einfach.

Und so funktioniert es: Bewegt man den eigenen Fuss nach vorne, läuft der Protagonist aus der Ich-Perspektive durch die Landschaften. Setzt man den Fuss nach hinten, geht man rückwärts. Die Schultern ermöglichen das Blicken in die jeweiligen Richtungen. Hebt man die Fäuste an, schaltet das Spiel automatisch in den Kampfmodus. Hier haut man entweder mit den Fäusten zu oder greift auf allerlei Schlagwaffen zurück. Diese findet man freilich in der Spielwelt, darunter Messer, Schwerter und andere Werkzeuge. Wem das Gehen zu anstrengend ist, der hält die rechte Hand nach oben, prompt läuft der Charakter selbständig zum Ort des Geschehens. Aber auch das wird mit der Zeit etwas lästig, genauso wie das Bestätigen von Eingaben und das Navigieren durch Menüs. Hier muss man nämlich ständig die ausgestreckte Hand vor die Kinect-Linse halten. Sonst aber beansprucht die Kontrolle die Muskeln nicht allzu sehr, nur bei längeren Spielen machen sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Dumm nur, dass man nicht jederzeit speichern kann, das macht Rise of Nightmares an vorgegebenen Passagen selbst.

Ansonsten sei betont: Sogar Kinect-Skeptiker dürften überrascht sein, wie gut die Eingabe von "Befehlen" funktioniert. Klar, wie gewohnt muss man auf die korrekte Entfernung zum Sensor achten und genügend Bewegungsfreiheit haben. Sind beide Aspekte sichergestellt und reagiert man im Spiel nicht zu hektisch, funktioniert die Kontrolle quasi tadellos. Die ein, zwei Ungenauigkeiten sind verschmerzbar, zumal das Spieltempo bei Rise of Nightmares nicht allzu hoch gehalten ist. Sicher nicht ohne Grund.

Überraschung

Hat man sich an die neuartige Steuerung seiner Figur gewöhnt, startet die eigentliche Handlung von Rise of Nightmares. In dieser beginnt alles ganz harmlos. Na ja, fast, denn Ex-Alkoholiker Josh und seine Frau wollten in Osteuropa einen schönen Urlaub verbringen. Als Joshs Herzensdame aber einen Flachmann bei ihrem Gatten findet, wird sie sauer. Sie verlässt das gemeinsame Zugabteil und ... verschwindet. Spurlos! Ja, die banale Einleitung erreicht nicht einmal B-Movie-Niveau, aber sie besitzt ähnlich wie bei Deadly Premonition so etwas wie Stil. Die Macher von The House of the Dead legten bei der Ausgestaltung der Geschichte viel Wert auf Unterhaltung - eben auf eine trashige Art. Das muss man mögen. Und letztlich passt das schon alles sehr gut, denn für Spannung und Abwechslung ist definitiv gesorgt. Ein böser deutscher Wissenschaftler namens Viktor, der Joshs holdes Weib entführt hat, darf freilich nicht fehlen.
Sowieso ist Rise of Nightmares eine Ansammlung von Horrorklischees. Zombies, zu besuchende Friedhöfe, ein unheimliches Osteuropa. Sie alle sind Mittel zum Zweck, um Genreliebhaber vor die Konsole zu holen. Und die werden an sich zufrieden sein, denn in welchem Spiel konnte man sich in dieser Form schon so körperlich ertüchtigen?

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Sven Wernicke

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Sven Wernicke am 22 Sep 2011 @ 13:57
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