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Stacking: Review

  XBOX 360 

Die Jungs und Mädels von Double Fine Productions scheren sich nicht um eine potentielle Mainstream-Tauglichkeit ihrer Spiele. Nach Brütal Legend und dem äusserst knuffigen Costume Quest ist ihr neuestes Werk ebenfalls fernab des Spielekommerzes. Denn Stacking ist einfach anders, schräg, ungewöhnlich und überaus charmant auf eine eigenwillige Art.


Matroschka-Action

Der Anfang von Stacking entscheidet darüber, ob man mit dem Titel warm wird oder nicht, denn die Hauptrollen in dem unkonventionellen Adventure haben die legendären russischen Matroschkapuppen eingenommen. Hinzu gesellt sich ein fantastisches Retro-Ambiente. Sämtliche Zwischensequenzen werden in einem theatralischen Stummfilmstil erzählt. So erfährt man zu Beginn, dass die Familie Blackmore von einem fiesen Baron hereingelegt wurde. Erst verschwindet Papa Blackmore, danach fast alle seine Kinder. Einzig Mama Blackmore und Sohnemann Charlie bleiben übrig. Dieser ist zwar die kleinste Matroschkapuppe der Welt, aber das hält ihn nicht davon ab, erst einmal seine Geschwister zu suchen. Sie wurden verschleppt und schuften nun an den verschiedensten Orten, welche freilich besucht werden sollen.

Eigentlich ist Stacking auf den ersten Blick ein gewöhnliches Adventure, doch bereits nach einigen Minuten wird klar, dass sich Double Fine Production ein paar komische Ideen ausgedacht hat. Denn Charlie ist in der Lage, in andere Matroschkapuppen zu schlüpfen, um diese dann mit ihren Fähigkeiten zu kontrollieren. Die Voraussetzung ist stets, dass diese grösser sind als er selbst. Sogar das Schachteln mehrerer Puppen, so wie es sich für das Spielzeug gehört, ist möglich und nötig, um vorrangig Rätsel zu lösen. Das ist auch der Clou an Stacking: Sämtliche Bewohner dieser pseudo-industrialisierten Welt verfügen über individuelle Eigenheiten. Der eine kann pupsen, der andere schreien und wieder andere können flirten, Tee trinken, Hände schütteln, herumspringen und so weiter. Genau diese Talente werden zwingend benötigt, um die Geschicklichkeitsaufträge und stets sehr einfachen Puzzles zu meistern, welche wiederum dazu dienen, die Familienmitglieder zu befreien.

Umfang im Detail

Simpel ist Stacking dadurch, weil man stets mehrere Tipps und Vorgehensweisen erhält, wie eine Aufgabe zu lösen ist. Lange wird man also nie an einer Mission knabbern, dadurch relativiert sich der Schwierigkeitsgrad enorm. Dennoch lädt Double Fine Spieler dazu ein, sich selbst zu versuchen. Fast alle Herausforderungen können auf mehrere Arten gemeistert werden. Dadurch erhält man etliche Belohnungen sowie Errungenschaften, und man wird dazu angehalten, länger in dem schrulligen Universum zu verweilen. Es gibt eine ganze Menge zu entdecken und zu erleben, zumal mit Humor und guten Gags regelrecht umhergeschossen wird.

Wer nur stur das Ziel von Stacking erreichen will, wird höchstens drei, vier Stunden seine Freude haben. Die Entwickler setzen also auf gewisse Weise voraus, dass man sich auf den Titel einlässt und neue Herangehensweisen in den Missionen wagt. Lässt einen sowas kalt, ist leider viel zu schnell Schluss mit lustig. Nüchtern betrachtet gibt es leider auch nur vier grosse Szenarien, die zwar unterschiedlicher kaum sein könnten, aber genauso recht überschaubar sind. Doch die Möglichkeiten sind erstaunlich: Ob man nun eine Wache ablenkt, sich heimlich an ihr vorbeischleicht oder eine versaute Aktion startet, bleibt dem Spieler überlassen. Manchmal stehen sogar fünf verschiedene Optionen bereit.

Stacking
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Sven Wernicke

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Sven Wernicke am 14 Feb 2011 @ 17:37
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