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Steel Battalion - Heavy Armor: Review

  XBOX 360 

Kinect-Spiele können sehr wohl Spass bereiten. Das bewiesen etliche Titel in der Vergangenheit - vor allem Minispielsammlungen für Kinder und Familien. Spiele für diejenigen, die anspruchsvolle Unterhaltung verlangen, konnten bisher weder Microsoft noch sämtliche andere Hersteller in ausreichender Menge liefern. Und Capcoms Steel Battalion - Heavy Armor beweist einmal mehr, wieso es nicht sinnvoll ist, eine Bewegungssteuerung bei komplexeren Werken regelrecht zu erzwingen.


Die etwas andere Zukunft

Steel Battalion ist wie sein Xbox-exklusiver Vorläufer, der übrigens noch mit einem gewaltigen Controller auskam, nur in einer ungewöhnlicheren Zukunft angesiedelt. Dieses Mal zerstört ein merkwürdiger Computervirus sämtliche Mikroprozessoren auf der gesamten Erde. Das führt dazu, dass die Menschheit bezogen auf den Fortschritt in die 1940er-Jahre zurückkatapultiert wird. Schlimmer noch: Die USA kämpfen um die Vorherrschaft auf dem Globus und versuchen, eine aufstrebende asiatische Supermacht - seltsamerweise UN genannt - zu bezwingen. Dumm nur, dass hier kein Hightech zum Einsatz kommen kann. Und so werden riesige Kampfgeräte erschaffen, die sogenannten Vertikalpanzer (VT). In einem solchen Monstrum nimmt man Platz, um als Captain Powers mit einigen Kollegen dieses Vehikel zu steuern und Schlachten zu schlagen.



Die Entwickler griffen tief in die Klischeekiste, denn die Kumpanen könnten stereotyper kaum sein. Der eine ist der Afro-Amerikaner, der ständig mit pseudo-lustigen Sprüchen nerven muss. Der andere meckert und nörgelt pausenlos. Und wieder andere könnten Verehrer von Powers sein. Zwar entsteht recht schnell eine Art Teamgefühl durch automatisierte Dialoge, aber etwas anstrengend sind manche Gespräche, die man ohnehin nicht beeinflussen kann, schon. Vor allem, wenn dramatische Funksprüche über einen Angriff durch die Lautsprecher des VT dröhnen und die anderen Soldaten nebenbei über banale Ereignisse sprechen oder einfach nur über irgendetwas fluchen. Aber geschenkt! Die Handlung rund um das Bestreiten von etlichen Aufträgen an den verschiedenen Fronten ist zwar voller Patriotismus, aber insgesamt gut genug inszeniert, um zu unterhalten. Stellenweise entstehen auch ordentliche Portionen Spannung und Intensität. Das stellt zufrieden!

Ein Krampf

Was nicht zufriedenstellen kann, das ist leider Gottes die Steuerung. Schon im Tutorial fängt die interaktive Katastrophe an. In diesem soll man die Bedienung des VTs kennenlernen. In der Theorie ist das auch nicht schwer, denn der Kampfkoloss ist ähnlich komplex wie ein Panzer. So berücksichtigt man die verschiedenen Geschossarten, dreht sich zu seinen Kumpanen, betrachtet das Geschehen aus dem Fenster oder via Periskop, wechselt auf Wunsch in eine Art Beschleunigungsmodus, und - ganz wichtig - schaltet die Maschine überhaupt erst einmal ein. Das Problem hierbei: Sämtliche wichtigen Aspekte werden mit Kinect ausgeführt, fast ausschliesslich sitzend auf der Couch. Während die ersten Kleinigkeiten sogar noch solide funktionieren, wird es knifflig, wenn man sich den Ort des Geschehens auf einer Art Radar angucken, schnell mal das Licht einschalten oder die Lüftung nach einer gegnerischen Attacke öffnen möchte. Dann ist die Bewegungskontrolle sichtlich überfordert. Zu viele schnelle Reaktionen mit beiden Händen scheint Kinect nicht korrekt ins Spiel zu übertragen, hinzu gesellen sich unglaubliche Ungenauigkeiten. Beispielsweise möchte man mit der rechten Hand eine Apparatur bedienen, doch Kinect nimmt dies so wahr, als würde man beide Hände Richtung Fenster bewegen. Auch wird hin und wieder, abhängig von der Art des Sitzens, das Knie als Hand registriert. Kein Wunder, dass es so nicht funktioniert. Es passiert quasi ständig, dass Befehle völlig falsch ausgeführt werden. Was soll das?

Die Schwierigkeit ist, dass Steel Battalion in der Regel flottes Agieren voraussetzt, dies aber nicht mit Kinect vereinbar ist. Noch tragischer: Der Xbox 360-Controller wird zusätzlich benötigt, um den VT in der Pampa von A nach B zu geleiten oder Feinde ins Visier zu nehmen beziehungsweise zu beschiessen. Hält man jedoch den Controller in den Händen, versuchen die Sensoren, daraus eine entsprechende Eingabe zu interpretieren. Die Folge: Unspielbarkeit! Das Tutorial ist schon ein übler Krampf, der keine Freude bereitet. Nicht besser sieht es bei den richtigen Missionen aus.

Steel Battalion - Heavy Armor
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Sven Wernicke


Steel-Battalion---Heavy-Armor


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Sven Wernicke am 12 Jul 2012 @ 09:25
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