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The Witcher 2 - Assassins of Kings: Review

  XBOX 360 

Etliche Jahre versuchten die Entwickler von CD Projekt RED, ihr Baby The Witcher auf die Xbox 360 zu bringen. 2007 hiess es noch, das Spiel könnte für die Microsoft-Konsole umgesetzt werden. Danach sollte das Spiel eine separate Version namens Rise of the White Wolf erhalten. All das klappte nicht so recht. Doch bei The Witcher 2 schaffte es das Studio. Und rund ein Jahr nach der Veröffentlichung der PC-Version folgt jetzt die erweiterte Portierung. Zum Glück!


Fast alles beim Alten

The Witcher 2 für die Xbox 360 enthält von Haus aus die Aktualisierung auf die so genannte Enhanced-Edition, deren neue Inhalte kostenlos an Besitzer der PC-Urfassung verteilt werden. Konsolenfreunde müssen sich also keine Gedanken machen, sie erhalten das Spiel in der finalen Form - so wie es von den Entwicklern vorgesehen war. Wer die Vorlage kennt, wird gleich zu Beginn einen gravierenden Unterschied feststellen. CD Projekt RED spendierte dem Titel endlich ein vernünftiges Tutorial, in dem man in aller Ruhe das Spielkonzept erlernt. Als Hexer Geralt landet ihr auf einer Insel, um dort erste banale Aufgaben zu erfüllen und Kämpfe zu überstehen. In rund einer halben Stunde wird man an die wesentlichen Elemente herangeführt. Und das ist vor allem für Neulinge eine wichtige Angelegenheit, schliesslich ist The Witcher 2 ein waschechtes Action-Rollenspiel. Alleine das Herstellen von Tränken, das Auswählen von Magiefähigkeiten, das Aufsteigen der Erfahrungsstufe, das Führen von Gesprächen, das Benutzen mehrerer Waffen - das Werk ist komplexer als ein schnödes Hack 'n' Slay. Aber keine Sorge: Die Programmierer machten sich viele Gedanken, wie sie das Spiel für die Xbox 360 anzupassen haben. Die direkte Steuerung des Helden klappt wie in den meisten Genrevertretern, die Knöpfe wurden logisch belegt.

Dank einer automatischen Zielhilfe können Gegner bei Schlachten jetzt recht einfach anvisiert werden. Richtig perfekt mag dies nicht sein, aber es sei betont: Wirklich problematisch ist dies zu keiner Zeit. Nicht auf dem niedrigen und normalen Schwierigkeitsgrad. Fakt ist: Die rasanten Kämpfe mit den Schwertern, der Wechsel zwischen den Magiefähigkeiten, das Blocken - all das geht so weit tadellos von der Hand. Aber das Spiel konnte man ja bereits auf dem PC mit dem Xbox 360-Controller verwenden. Die Unterschiede sind kaum wahrnehmbar.

Wichtig ist übrigens eine andere Sache. Unbedingt sollte The Witcher 2 auf die Festplatte der Xbox 360 installiert werden. Die Ladezeiten zwischen Gebietswechseln sind zwar hinnehmbar, aber auf Dauer ziemlich lästig. Deutlich kürzer sind die Zwangspausen, wenn das Spiel von der HDD lädt.

Jetzt aber ...

Was etwas schmerzt, ist die Tatsache, dass CD Projekt RED davon ausgeht, dass Konsolenspieler Vorwissen besitzen. Der Einstieg in die finstere Welt von The Witcher 2 ist schon etwas heftig, weil dem Spieler viele Figuren und Hintergründe an den Kopf geknallt werden. Man sollte sich die ersten eins, zwei Stunden nicht davon abschrecken lassen, denn spätestens nach dem aussergewöhnlich langen Prolog befindet man sich inmitten einer schaurigen Mittelalterwelt, aus der man nicht mehr flüchten möchte. Die Odyssee des unter Amnesie leidenden Hexers Geralt ist tiefgründig, emotional und fern von typischen Rollenspielklischees. Kompromisslos gehen die Autoren mit Figuren um, lassen Spieler zuschauen, wie Menschen gemeuchelt werden, und katapultieren sie zugleich in ein unbarmherziges Reich voller (Rassen-)Hass, Machthunger, Verrat und Gier. Ein Vergleich mit der erfolgreichen TV-Serie Game of Thrones ist gar nicht mal so unangebracht, allerdings ist die gesponnene Geschichte von The Witcher 2 eigenständig und fernab bekannter RPG-Muster. Genau das ist auch auf der Xbox 360 wieder die mit Abstand grösste Stärke des Spiels. Und ja, auch etwas Erotik darf nicht fehlen. Sowieso ist der Titel nichts für Kinderhände; Erwachsene mit einem Faible für anspruchsvolle Fantasy-Spektakel kommen hier voll auf ihre Kosten.

Clever inszeniert sind auch manche Handlungsstränge. Bedacht ausgewählte Rückblenden (Prolog), interessante Nebenaufträge, facettenreiche Missionen und mehrere Enden, abhängig von manchen Entscheidungen im Verlauf - inhaltlich hat sich gegenüber der PC-Fassung nichts geändert. Und obwohl The Witcher 2 bereits seit geraumer Zeit erhältlich ist, gehört das Spiel auch in der Portierung zweifelsohne zu den besten Vertretern seiner Zunft. Neu ist übrigens ein zufriedenstellender Schluss in der Enhanced-Edition, es bleibt jedoch bei dem sehr kurzen dritten Kapitel. Die Spielzeit hat sich, abgesehen vom besagten Tutorial und den schon enthaltenen Zusatzinhalten der PC-Version, nicht nennenswert erhöht.

The Witcher 2 - Assassins of Kings
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Sven Wernicke


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Sven Wernicke am 17 Apr 2012 @ 12:08
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