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Velvet Assassin: Review

  XBOX 360 

Wieder mal ein WWII-Szenario, aber diesmal nicht wie üblich ein Ego-Shooter, sondern ein Schleichspiel. Zudem noch ein deutscher Entwickler und interessante Ansätze. Ob Velvet Assassin etwas taugt, haben wir für euch heraus gefunden.

Velvet Assassin erzählt uns Geschichte von Violette Summer, einer britischen Agentin, die allein tief im Feindesland operiert. Inspiriert wurden die Replay Studios offenbar von der real existierenden Agentin Violette Szabo, eine als Heldin gefeierte Dame, die gegen Ende des Nazireiches in einem KZ erschossen wurde. Doch die Heldin im Spiel hat nur noch wenig mit ihrem realen Vorbild zu tun. Die virtuelle Violette ist eine sportliche junge Dame, die locker mit Lara Croft und Konsorten mithalten kann. Jedoch liegt diese zunächst in Fieberträumen in einem Krankenbett in einer leeren Krankenanstalt. Die gebrauchte Morphiumspritze liegt neben ihr auf dem Bettlaken. In traumartigen Rückblicken erzählt sie von ihren gefährlichen Einsätzen tief im Feindesland, dem von Nazis besetzten Europa der 1940er-Jahre. Dabei kommen immer mehr Details ihres kranken Zustandes ans Licht, die aber den Spieler bis zuletzt im Unwissen lässt.

Heimlichkeit, Nazis und Morphiumräusche

Gespielt wird in einer Third-Person-Perspektive, die wir aus so manchem Schleich-Shooter à la Splinter Cell und Metal Gear Solid kennen. Meist geduckt schleicht man durch die linear gehaltenen Levels und versucht möglichst unbemerkt ans Ziel zu kommen. Im Schatten und in dunklen Abschnitten ist Violette nahezu unsichtbar, was durch eine violette Färbung der Energieanzeige links unten dargestellt wird. Kommt man nahe genug an den Feind heran, in dem Fall natürlich jede Menge Nazisoldaten, so verfärbt sich der Bildschirm langsam rot. Ist man nahe genug am Opfer dran, heisst es schnell A-Taste drücken und eine Tötungsanimation wird ausgelöst. Oft muss man dann noch schnell die Leiche verschwinden lassen, indem man sie in eine dunkle Ecke zerrt. Sollte man einmal eindeckt werden, was dann doch viel zu oft passiert, kann man sich mit ein paar gefundenen Feuerwaffen verteidigen.

Später darf man sich sogar als Sniper versuchen, was aber in den wenigsten Fällen ratsam ist, denn solch ein Scharfschützengewehr ist laut. Als kleinen Joker kann man auch Morphiumspritzen benutzen, die das Spielgeschehen in einen blutigen Nebel taucht. Kurioserweise erscheint dann die Spielfigur im knappen Nachtkleidchen, was dann doch eher lächerlich in der sonst sehr ernsten Thematik wirkt. Die Steuerung geht recht gut von der Hand und der Spieler wird sich auch sehr schnell zurechtfinden. Durch Sammelstücke, die überall in den Levels verteilt sind, bekommt man Erfahrungspunkte gutgeschrieben. Pro 1000 Punkten kann man sich einen Stern auf drei Fähigkeiten verteilen kann: Schleichen, Morphium und Stärke.

Strohdumme Nazis

So weit, so gut. Doch der Spieler merkt bald, dass Velvet Assassin nicht gerade ein Sonntagsspaziergang ist. Die Freiheit, durch die Levels zu kommen, insbesondere das (leise) Töten der Gegner, ist begrenzt. Oft hat man nur eine oder zwei Möglichkeiten, die Gegner zu erledigen, was das Ganze viel zu oft zu einem nervigen Trail & Error-Prozedere ausarten lässt. Hinzu kommen noch die teilweise weit auseinander platzierten Speicherpunkte, die zu Frust führen. Für Ungeduldige ist das Spiel sowieso nichts, denn oft muss man erst einmal die Gegner beobachten, um ihre immer gleichen Routen zu analysieren und sich so den perfekten Plan zurecht zu schmieden. Ein Entdecktwerden ist nicht ratsam, denn Violette verkraftet nur sehr wenige Treffer. Da hilft es auch nichts, dass die Gegner mit einer sehr stupiden KI gesegnet sind. Beispielsweise ignorieren sie nach einiger Zeit einen toten Kameraden oder sind nicht imstande, über Zäune oder durch Türen zu folgen. Hier haben die Entwickler Potential aus dem Fenster geworfen, was fast schon traurig stimmt. Wer Velvet Assassin spielen möchte, sollte geduldig sein und vor allem frustresistent. Dann wird man dafür auch mit bemerkenswerten Details belohnt.


Velvet Assassin
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Stefan Vogel

Velvet-Assassin


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Stefan Vogel am 10 Jul 2009 @ 17:13
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