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WRC 4: Review

  XBOX 360 

Langsam wird's langweilig. Auch wenn man die WRC-Reihe von Milestone mag, so ist die neueste Episode in vielerlei Hinsicht eine herbe Enttäuschung.

Fast alles bekannt!

Wer einen der letzten zwei WRC-Teile gespielt hat, wird sich nicht nur schnell heimisch fühlen, sondern beim Bewältigen der 78 Etappen im Rahmen der 13 Rallyes erschreckt sein. Sehr viele Strecken stammen aus den Vorgängern, teils wurden sie umgestaltet, teils umbenannt. Schlimmer noch: Innerhalb einer Etappe, die meist aus sechs Pisten besteht, wiederholen sich die Szenarien ständig. Man fährt über die gleichen Brücken, an denselben Abgründen oder Orten vorbei. Gefühlt immer und immer wieder. Das ist noch auffälliger als bei WRC 2 und WRC 3 - einfalls- und lieblos wirkt das Gebotene. Teilabschnitte werden etliche Male recycelt, ein anderes Mal fährt man die gleiche Strecke andersherum. Der blöde Fan merkt das wohl nicht? Nüchtern betrachtet fühlt man sich schon etwas abgezockt!

Auch in anderen Bereichen entdeckt man keine Weiterentwicklung. Zwar existieren unterschiedliche Tageszeiten (Morgen, Abend, Tag), aber Fahrten bei Nacht sind unverändert nicht möglich. Dafür hätten die Entwickler ein zeitgemässes Beleuchtungssystem integrieren müssen. Scheinwerfer und dergleichen gibt's nicht, was sich bei Abendrennen oder Tunnelfahrten negativ bemerkbar macht.



Offizielle Lizenzen

Gerade die plumpe Wiederverwertung wird Spieler dann nicht stören, wenn sie keinen der WRC-Teile vom Entwickler Milestone kennen. Dann erfreut man sich auch an der aktuellen 2013er-Lizenz der World Rally Championship mit offiziellen Fahrzeugen und Teams. Oberflächlich für Atmosphäre sorgen etliche Videosequenzen aus WRC-Veranstaltungen sowie Kurz-Interviews mit bekannten Fahrern. Dumm nur, dass diese teils völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind. Da fährt man in Deutschland, aber bekommt von Spanien Szenen gezeigt. Und Stars quatschen in Textform davon, dass sie den ersten Platz gewinnen werden, obwohl sie im Spiel keine Chance mehr haben, den Spieler aufzuholen. Die Grundidee ist löblich, die Umsetzung unzureichend. Und wieder wären wir bei dem Aspekt "lieblos".

Gut spielbar!

Die grosse Stärke von WRC ist dagegen unverändert die Spielbarkeit. Dank zahlreicher Hilfen ist auch WRC 4 für Einsteiger wie Profis gleichermassen geeignet. Wer Anspruch will, deaktiviert automatische Bremsen oder setzt auf manuelle Gangschaltung. Wer ähnlich wie beim guten, alten Colin McRae Rally 2005 durch die Botanik heizen mag, entscheidet sich für die arcadelastigere Kontrolle. Jederzeit kann dies während der Fahrt in den Optionen justiert und den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Die spürbar unterschiedlichen Boliden werden vor und während einer Etappe optimiert, beispielsweise entscheidet man sich für eine andere Federung oder für den Bodenbelag besser geeignete Räder. Für Experten mag das wenig sein, Anfänger werden dagegen die fehlenden Erklärungen und Tipps vermissen. Alles in allem aber spielt sich WRC 4 wie seine Vorfahren prima, ein gutes Geschwindigkeitsgefühl und eine saubere Steuerung erzeugen in jedem Fall Spass. Ob man über Eis, Asphalt oder Sand fährt, macht ebenfalls einen grossen Unterschied. Oben drauf gibt's ein Schadensmodell, das sich zwar nicht exorbitant auf die Lenkung auswirkt, aber spürbar ist. Im Zweifel erhält man bei ausgiebigen Reparaturen zwischen den Rennen Strafsekunden, sollte zu viel kaputt sein. Wobei: Wer möchte, nutzt nach groben Fehlern oder Unfällen einfach die Rückspulfunktion und macht Schäden damit rückgängig. Auch können verlorene Sekunden dadurch wieder aufgeholt werden, indem man falsches Fahren korrigiert.

WRC 4
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Sven Wernicke


Sven Wernicke am 06 Nov 2013 @ 13:58
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