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Alan Wake: Review

  XBOX 360 

Wer hat hier den Schuss nicht gehört?

Trotz des mysteriösen Settings hat sich Remedy dennoch bemüht, Alan Wake möglichst realistisch und glaubhaft zu halten. So ist Wake beispielsweise nicht in der Lage, mehr Waffen mit sich herumzutragen, als es ein normaler Mensch könnte. Das heisst also, dass nur jeweils eine grosse Flinte am Mann getragen wird - entweder das Jagdgewehr oder die Pumpgun. Neben Pistole, Signalpistole, Munition, Granaten oder etwa Batterien. Auch die Taschenlampen unterscheiden sich. Es gibt kleine Taschenlampen, Lampen mit stärkerem Licht oder auch grössere Handlampen - auch von den Funzeln kann Wake nur eine in der Hand haben. Die schnelle Waffenanwahl gelingt komfortabel über das Steuerkreuz. Wer den Nachladevorgang an einer Waffe beschleunigen möchte, erreicht dies durch ständiges Antippen der X-Taste. Ein schnelles Klick-Klick-Klick-Klick, fix die Taschenlampe auf den nächsten Gegner halten und dann heisst es wieder "Feuer frei!" Eine Kampfprozedur, die nur allzu oft das Spielgeschehen bestimmt. Vielleicht auf Dauer etwas eintönig, und doch unter den Umständen intensiver Spannung nie langweilig, aber herausfordernd.

Dabei ist Wake gar nicht unbedingt nur auf sich allein gestellt. So mancher Bürger Bright Falls hat Verständnis, hält ihn nicht für einen wahnsinnigen Schriftsteller. Er findet Verbündete, die ihm folgen, Unterstützung geben. Mit Hinweisen. Kämpfend gegen seine Widersacher. Oder indem sie sich einfach denjenigen in den Weg stellen, die Wake hinderlich werden könnten. Es wird viel geredet in Bright Falls. Wake stellt Fragen, forciert Dialoge, die allesamt herrlich vertont worden sind. Von professionellen Sprechern, wie es sein sollte. Selbst die deutsche Stimme von Robert De Niro (im Spiel Dr. Hartman) tönt dann und wann aus den Lautsprechern. Wake selbst kommt gelegentlich leider etwas monoton daher, sparsam mit Gags, die das angespannte Szenario etwas auflockern. Eine bessere Lippensynchronität der animierten Figuren wäre darüber hinaus wünschenswert gewesen. Und warum leidet Wake vor allem in den anfänglichen, sehenswerten Zwischensequenzen an einem hässlichen Überbiss? Der Hersteller erwähnt in seiner Pressemitteilung an keiner Stelle, dass auch Alien zu den Filmvorlagen zählt. Für die wäre Wake aber eh eine leichte Beute - scheinbar ist der Mann schon so alt und schlapp, dass er schon nach rund 30 gelaufenen Metern aus der Puste ist und nach Luft schnappen muss. Nächstes Mal ziehen Sie besser richtig ausgeschlafen ins Abenteuer, Mr. Wake!

Was die Darstellung der Gegner betrifft, entfacht Remedy nicht gerade ein Feuerwerk an Variationen. Denn die ähneln sich untereinander stark. Gehen Charakterdetails zumeist eh in der dunklen Umgebung unter, handelt es sich bei den Feinden fast ständig um den gleichen Typ Gegner. Dank der mangelhaften Gegner-KI ist in den Kämpfen eh keine Abwechslung zu erwarten. Taschenlampe draufhalten, mit der Handfeuerwaffe drauf, fertig. Und das immer und immer wieder. Wie gesagt ohne dass es je wirklich öde wird. Denn Alan Wake lebt gar nicht unbedingt von seiner Spielmechanik oder spielerischen Feinheiten und technischen Details. Alan Wake lebt von seiner prächtig erzählten Geschichte, den stimmungsvollen Gruselmomenten, der lebendigen Erzählung von Episode 1 bis zu Episode 6. Schön, dass auch Grafik, Sound und Musik stimmen - passt alles so wunderbar zusammen. Es muss nicht mal Blut fliessen, damit ein gelungener Psycho-Thriller entsteht. Von der roten Flüssigkeit fehlt im Spiel nämlich konsequent jegliche Spur - ähnlich wie der rote Faden, der zu schnell zu einer vorzeitigen Erklärung der Geschehnisse führen würde. Gut so.

Alan Wake
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Thomas Richter am 12 Mai 2010 @ 16:29
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